Bundestagswahl

Bundestagswahl: Die Endergebnisse für den Kreis Kleve

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"Ampel", "Jamaika", "GroKo": Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl

Ampel , Jamaika , GroKo - Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl

Wer stellt die künftige Regierung in Deutschland? Diese Frage bleibt nach der Bundestagswahl zunächst offen. Während vor der Wahl noch von bis zu fünf möglichen Konstellationen die Rede war, sind es jetzt nur noch zwei bis drei, darunter die "Ampel"- und die "Jamaika"-Koalition.

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Kreis Kleve.  CDU-Kandidat Stefan Rouenhoff büßte Stimmen ein, gewann aber den Wahlkreis Kleve. Bodo Wißen (SPD) freute sich über das gute Abschneiden.

Der CDU-Kandidat Stefan Rouenhoff wird auch in den kommenden vier Jahren den Kreis Kleve im Bundestag vertreten. Rouenhoff holte sein Direktmandat mit 37,59 Prozent (Stand 23.38 Uhr) – deutlich weniger als vor vier Jahren. Damals war er mit 44,97 Prozent erstmals in den Bundestag eingezogen. Bodo Wißen (SPD) erhielt 28,41 Prozent der Stimmen. Friederike Janitza (Grüne) konnte das Ergebnis im Vergleich zu 2017 verdreifachen: Sie kommt auf 13,85 Prozent. FDP-Mann Georg Cluse holte 8,75 Prozent und AfD-Kandidat Gerd Plorin 5,78 Prozent. Die Linke holt bei den Erststimmen nur 2,50 Prozent und die Freien Wähler kommen nur knapp über 2,01 Prozent. Die Basis holte 1,11 Prozent der Stimmen.

Rouenhoff: „Wir müssen uns inhaltlich und personell neu aufstellen“

„Ich freue mich, dass ich den Wahlkreis für die CDU verteidigen konnte. Wir haben diesen Erfolg gemeinsam als Partei eingefahren“, sagte der Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff. Dies sei das lachende Auge, es gebe aber auch ein weinendes, so der Christdemokrat. Für das schlechteste Ergebnis der Union auf Bundesebene jemals fand Rouenhoff deutliche Worte: „Da gibt es nichts schönzureden. Auf bundespolitischer Ebene müssen Konsequenzen gezogen werden. Wir müssen uns inhaltlich und personell neu aufstellen. Und das dürfen wir nicht auf die lange Bank schieben.“

Am Montag wird die Kreis-CDU das Wahlergebnis analysieren, am Dienstag geht es für Rouenhoff nach Berlin. Dann steht bereits die erste Fraktionssitzung an. „Ich habe noch viel vor für den Kreis Kleve“, kündigte der wieder gewählte Gocher an, der knapp acht Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren erzielte. „Ich kann mich nicht völlig vom Bundestrend der CDU entkoppeln. Das Ergebnis kann sich aber immer noch sehen lassen“, meinte Rouenhoff.

Kreis Klever Sozialdemokraten sind zufrieden

Die Kreis Klever Sozialdemokraten waren am Sonntag in Feierlaune. Auch wenn Kandidat Bodo Wißen das Direktmandat nicht holen konnte – was die SPD übrigens noch nie geschafft hat, auch nicht mit einer Bundesministerin Barbara Hendricks –, waren die Genossen ob der enormen Aufholjagd im Bund in guter Stimmung. „Das war ein toller Wahlkampf, und wir haben gemerkt, dass sich die Stimmung zu unseren Gunsten bewegt hat“, sagte Wißen.

Hier gibt es mehr Artikel aus Emmerich, Rees und Isselburg%7besc#225914285}[teaser] Der Kandidat hatte am Abend noch die Hoffnung auf einen Einzug ins Parlament, die auch von der Partei-Ehrenvorsitzenden Barbara Hendricks genährt wurde: „Wenn in NRW viele Genossen ein Direktmandat holen und die Überhangmandate ausgeweitet werden, dann kann es noch klappen.“ Wißen steht auf Platz 37 der Landesliste. Bis Redaktionsschluss stand dieses Ergebnis noch nicht fest. „Das hängt noch von vielen Dingen ab. Ob die Linke reinkommt und wie viele Überhangmandate es geben wird“, so Wißen.

Gutes Abschneiden der Grünen

Bei der grünen Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl, Friederike Janitza, war die Freude über ein gutes Wahlergebnis etwas gedämpft. „Ich bleibe optimistisch, dass noch ein paar Prozent mehr dazu kommen, die den Schnitt anheben. Ich hätte mir mehr gewünscht. Auch, dass die SPD im Kreis Kleve noch besser abschneidet. Aber der Kreis ist eben traditionell schwarz.“ Nur in ihrer Heimat Rheurdt hatte sie bei den Erststimmen im Bezirk Martinusschule ihr Highlight abgelesen: mit satten 25 Prozent überholte sie die SPD und lag nur einen Prozentpunkt hinter der CDU (26 Prozent). Bei den Zweitstimmen blieb es auch da im Bundestrend. „Erfahrungsgemäß ist das Ergebnis für den Gesamtkreis Kleve anders als im Südkreis“, sagte Janitza. Grundsätzlich sei sie zufrieden.

Der FDP-Bundestagskandidat Georg Cluse feierte mit rund 30 Parteifreunden im Ratskrug Materborn in Kleve. Sein persönliches Erstimmen-Ergebnis kann sich mit 8,7 Prozent sehen lassen. „Im Vergleich zu den letzten beiden Malen durchaus respektabel“, sieht er. Das Zweitstimmen-Ergebnis für die Bundes-FDP freut ihn: Am frühen Abend las er „das zweitbeste Ergebnis im Kreis für die Liberalen bundesweit“ ab. Es pendelte sich dann bei 11,49 Prozent ein. Am liebsten wäre ihm eine Koalition mit der CDU, und damit es reicht, dann eben mit den Grünen in Jamaika-Farben.

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