Sturmgefahr

Sturmwarnung in NRW: So ist die Lage aktuell im Kreis Kleve

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Ein Sturmtief hat NRW am Donnerstag erreicht

Ein Sturmtief hat NRW am Donnerstag erreicht

Tief "Ignatz" zieht von Westen her über NRW, erst nachmittags entspannt sich die Situation langsam

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Kreis Kleve.  Im Netz kursieren Handyvideos von einer Windhose, die in Emmerich gefilmt worden sein sollen. Ansonsten verschonte „Ignatz“ den Kreis Kleve.

Es wird stürmisch in NRW und damit auch im Kreis Kleve: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor schweren Sturmböen am Donnerstag. Bereits am Mittwoch wurde eine amtliche Warnung vor Windböen herausgegeben, ab Mitternacht ruft der Wetterdienst nun die Warnstufe zwei aus. Das bedeutet: Es treten schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 75 und 90 Kilometern pro Stunde auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen müsse mit orkanartigen Böen bis 110 km/h gerechnet werden, heißt es. Die Warnung gilt derzeit bis 18 Uhr am Donnerstag.

Emmerich: Handy-Aufnahmen zeigen Windhose - Echtheit unklar

Auf Facebook und Instagram kursierten am späten Mittwochabend Handyvideos, die eine Windhose zeigen. Die Aufnahmen sollen aus Emmerich, an der Grenze zu den Niederlanden stammen (Nähe ‘s-Heerenberg). Die Kreispolizei Kleve konnte die Echtheit der Videos bislang nicht bestätigen: „Zumindest ist uns der Fall bislang nicht dienstlich übergeben worden“, so Polizeisprecherin Christina Pitz am Donnerstagmorgen. „Es scheint noch keine Polizeieinsätze deswegen gegeben zu haben.“ Auch die Freiwillige Feuerwehr in Emmerich verzeichnete nach eigenen Angaben bislang keine Einsätze in Zusammenhang mit einer Windhose.

Die Polizeibilanz bis Donnerstagnachmittag: 25 unwetterbedingte Einsätze. Wegen umgestürzter Bäume musste die Polizei im Kreis Kleve 17 mal ausrücken, sieben Einsätze gab es wegen wetterbedingter Unfälle, bei denen Baumstämme und Äste auf Autos gefallen sind. In einem Fall sei dabei in Issum ein vorbeifahrendes Auto beschädigt worden. „In Rees ist zudem um vier Uhr nachts ein Trampolin auf ein Fahrzeug gestürzt“, sagte Pitz. Zum Glück sei aber bei beiden Unfällen nur ein Sachschaden entstanden. „Es ist bislang noch verhältnismäßig ruhig“, so die Sprecherin.

Auch die Feuerwehren im Kreis Kleve erlebten bislang einen ruhigen Arbeitstag. Wegen Sturm „Ignatz“ musste die Feuerwehr in Kleve bis zum Nachmittag nur zu drei Einsätzen. Auch in Goch mussten die Einsatzkräfte drei Mal ausrücken. Die Kollegen in Kalkar hatten sogar noch mehr Glück und mussten zu keinem einzigen Einsatz, teilte Sprecherin Manuela Mohn mit.

Sturmwarnung gilt für alle Regionen in NRW - auch im Kreis Kleve

Die Sturmwarnung wurde nicht nur für den Kreis Kleve, sondern für das gesamte Land NRW ausgerufen. Bis ins Flachland müsse mit Sturm gerechnet werden, sagte Ines von Hollen, Meteorologin beim DWD in Essen, am Mittwoch. „Da kann man für keine Region in NRW Entwarnung geben“, sagte sie.

Wo es gewittrig werde und regne sowie in exponierten Lagen, bestehe zudem das Risiko von orkanartigen Böen, die über 100 Stundenkilometer erreichen könnten. Auch für Gipfellagen im Sauer- und Siegerland warnt der DWD vor solchen Windstärken.

Sturm im Kreis Kleve: Meteorologin rät, Home-Office zu nutzen

Der Grund für das ungemütliche Wetter im Kreis Kleve: Nordrhein-Westfalen befinde sich am Rande eines Sturmfelds, das vom Ärmelkanal über die friesischen Inseln bis zur Ostsee ziehe. Beginnend in der Eifel wandere das Unwetter mit Gewittern in der Nacht zügig über Nordrhein-Westfalen und erreiche in den frühen Morgenstunden Ostwestfalen, erklärte von Hollen.

Nach einer kurzen Abschwächung sei dann ab dem Vormittag wieder mit ähnlich stürmischen Verhältnissen zu rechnen wie in der Nacht, sagte von Hollen. Erst im Laufe des Nachmittags lasse das Unwetter langsam von Westen her nach. „Wer morgen die Möglichkeit hat, im Home-Office zu arbeiten, sollte das nutzen“, riet die Meteorologin am Mittwoch. „Wer raus muss, sollte auf sich aufpassen.“ Bäume, die noch Laub trügen, könnten entwurzelt werden, lose Dachziegel umherfliegen oder nicht ausreichend gesicherte Baugerüste zur Gefahr werden, warnte von Hollen. (mit dpa)

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