Kommunalwahl 2020

Kreis Kleve: Wie begegnen wir dem Klimawandel?

Andreas Gebbink

Andreas Gebbink

Foto: Miriam Fischer / funkegrafik nrw

Kreis Kleve.  Im Wahlkampf hätte man von den Kandidaten gerne mehr darüber gehört, wie die Kommunen konkret die riesige Aufgabe Klimawandel managen wollen.

Die Klimakrise hat uns offenbar schon längst erreicht. Die Katastrophen, die wir eigentlich erst in ein paar Jahrzehnten erwartet haben, treten jetzt schon ein: nie dagewesene Brände in Australien und Kalifornien, ein deutlich schnelleres Abschmelzen des Eisschildes von Grönland, der Golfstrom verlangsamt sich und in Deutschland nehmen die extremen Wetterlagen zu: Der dritte Hitzesommer in Folge dürfte allen klar gemacht haben, dass unser Lebensstil konkrete, negative Folgen hat. Wasserbrunnen waren ausgetrocknet, die Wälder sterben ab, die Insekten- und Tierwelt leidet enorm, die Städte heizen sich auf, die Temperaturen haben gesundheitliche Folgen – vor allem für ältere Menschen.

Schaut man sich den abgelaufenen Kommunalwahlkampf an, dann hatten nahezu alle Parteien grüne Themen im Angebot. Auch die Landratskandidaten Peter Driessen und Silke Gorißen sprechen von einem klimaneutralen und umweltfreundlichen Kreis Kleve. Blickt man aber in ihr Programm, dann erscheinen die Statements angesichts der gewaltigen Aufgabe noch wenig ambitioniert. Um der Klimakrise im Kommunalen zu begegnen, müssen in den kommenden fünf Jahren deutlich mehr Schritte unternommen werden, als nur den ÖPNV auszubauen oder die Kreis-Gebäude mit Photovoltaik zu versehen.

Die Städte müssen umgebaut werden

Große Städte wie Amsterdam, Paris oder Münster haben längst verstanden und beginnen ernsthaft damit, die Städte umzubauen. Denn das ist es, was passieren muss: Unsere Städte müssen für den Fahrradfahrer hergerichtet werden. Und damit tritt man dem Autofahrer zwangsläufig auf die Füße.

Nach der Sozialdemokratisierung der Gesellschaft, die viele wichtige Arbeitnehmerrechte durchgesetzt hat, erfolgt jetzt die Ökologisierung der Gesellschaft. Sie wird zur Folge haben, dass wir unser Leben und unsere Verhaltensweisen ändern müssen. Das ist schwer umzusetzen und gerade deshalb so herausfordernd.

Kandidaten müssen ambitionierter denken

Im noch anstehenden Wahlkampf hätte man gerne von den Kandidaten mehr über ihre Konzepte gehört, wie sie konkret den Kreis Kleve auf den Klimawandel vorbereiten wollen. Denn die Brüsseler Vorgaben, 55 Prozent des CO2-Ausstoßes bis zum Jahr 2030 (Basisjahr 1990) einzusparen, wird auch das kommunale Handeln radikal verändern. Der Wähler hat ein Recht darauf zu erfahren, wie das konkret gehen soll.

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