Alleinerziehende im Kreis Kleve

Kreis Kleve will Alleinerziehende mit 2 Mio Euro unterstützen

Projekt Alleinerziehende Kreis Kleve: Viktor Kämmerer (li) und Landrat Wolfgang Spreen stellten es vor.

Projekt Alleinerziehende Kreis Kleve: Viktor Kämmerer (li) und Landrat Wolfgang Spreen stellten es vor.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kreis Kleve.   Landrat Wolfgang Spreen stellte Viktor Kämmerer als „Kopf“ des geplanten Projekts „Alleinerziehende“ vor – vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien.

Ein neues Projekt soll Alleinerziehenden unter die Arme greifen. Mit niederschwelligen Angeboten, neuen Wegen und Freiraum für kreative Strukturen. Das versprach Landrat Wolfgang Spreen bei der Vorstellung des Projekts „Alleinerziehende“ am Donnerstag. Allerdings unter dem Vorbehalt, dass die politischen Gremien dem zustimmen werden. Das könnte bei der Kreistagssitzung am 15. März der Fall sein.

Zum Hintergrund: Für das Projekt sieht der Entwurf des Kreishaushalts für die Jahre 2018/19 je eine Mio Euro vor. Es soll dann – wenn die Politik zustimmt – als Stabsstelle dem Landrat zugeordnet und außerhalb des Kreishauses untergebracht werden. Spreen hatte bei der Einbringung des Haushalts im Dezember ausdrücklich auf die schwierige Situation von Alleinerziehenden hingewiesen. „Sie befinden sich oft in einem Teufelskreis aus Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Teilzeitbeschäftigung und Bedürftigkeit.“ Allein mit Gewährung von sozialen Leistungen ließen sich diese Probleme nicht lösen. „Wenn das Projekt ‘Alleinerziehende’ durch die Gremien kommt, dann können individualisierte Lösungsansätze geschaffen werden“, hofft Spreen.

Als Stabsstelle außerhalb der Verwaltung geplant

So soll das Projekt bewusst nicht in bestehende Verwaltungsstrukturen eingegliedert werden, sondern sich als Stabsstelle außerhalb des Kreishauses abspielen. Mit einem Mann an der Spitze, dem der Landrat sein vollstes Vertrauen für so ein Projekt ausspricht: Viktor Kämmerer. Der bereits im Ruhestand befindliche Kämmerer war jahrelang als Geschäftsführer eines großen Wohlfahrtsverbandes im Kreis Kleve tätig und hat reichlich Erfahrung auf dem Gebiet der sozialen Belange, außerdem einen guten Ruf in Verwaltung und Politik. Kämmerer: „Ich würde diese wunderbare, große Aufgabe für zwei Jahre gerne machen und hoffe auf die Zustimmung des Kreistags. Natürlich kann ich die Aufgaben nur mit entsprechenden Partnern bewältigen.“ Was ihm dann wohl auch gelingen sollte. Schließlich ist Kämmerer auch noch durch sein reiches Berufsleben gut vernetzt und er kennt sich in sozialen Fragen aus. Darüber hinaus ist er gerade mit den Problemlagen auch von Alleinerziehenden und ihren Kindern nur zu gut vertraut. Kämmerer schätzt, dass es rund 2000 Alleinerziehende im Kreis Kleve gibt. Hauptsächlich immer noch Frauen. Aber das Projekt sei natürlich auch alleinerziehenden Vätern zugänglich.

Entscheidung des Kreistags erst abwarten

Wie genau die inhaltlichen Ideen für das Programm „Alleinerziehende“ aussehen sollen, wollten weder Spreen noch Kämmerer über die bloßen Andeutungen hinaus kommentieren. „Das geht schon aus Respekt dem Kreistag gegenüber nicht. Die Entscheidung müssen wir abwarten und dem Kreistag müssen wir unsere Projektidee und die Inhalte als erstes vorstellen,“ betonte der Landrat und begründete so, warum er sich gemeinsam mit Viktor Kämmerer inhaltlich noch nicht positionieren wolle und könne.

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