Hochschule

Kreis Klever unterstützen Studierende auf die lockere Art

Auch sie kamen nach Kleve in die Fremde: v.l. Swanand Kawoshwar (Indien), Ieveeshree Maidoo (Mauritius), Pavel Kudzyashov (Lettland), Mukhtar Abubakar (Nigeria), hier beim Bootbau zum Schwanenritterrace

Auch sie kamen nach Kleve in die Fremde: v.l. Swanand Kawoshwar (Indien), Ieveeshree Maidoo (Mauritius), Pavel Kudzyashov (Lettland), Mukhtar Abubakar (Nigeria), hier beim Bootbau zum Schwanenritterrace

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Als „Locals4Students“ unterstützen Klever ausländische Studierende der Hochschule Rhein-Waal beim Einleben. Und erfahren fremde Kulturen.

Man kommt als junger Mensch in ein fremdes Land, in dem alles anders ist. Die Sprache, die Gebräuche, die Art, miteinander umzugehen. Hier will man nun studieren. Da ist man vielleicht ganz froh, wenn man an der Hochschule gleich ein paar freundliche Gesichter sieht. Hierfür sorgt Julia Ilg. Sie leitet die Zentrale Studienberatung und das Welcome Centre der Hochschule Rhein-Waal. Und wirklich: Ihr ist die Freundlichkeit ins Gesicht geschrieben. Da fühlt man sich gleich wohl.

Tutoren haben das alles schon selbst erlebt

Ein Team von mehreren Mitarbeitern und etwa 25 Tutoren steht für die Studenten bereit. Tutoren, das sind Studenten, die den Neuankömmlingen helfen. „Die können ganz andere Sachen erzählen als wir, weil sie auch aus anderen Ländern kommen und alles ja schon selber miterlebt haben“, sagt Julia Ilg. Sie ist stolz darauf, mit welcher Kraft die Hochschule Rhein-Waal auf diesem Gebiet aktiv ist.

Ein Bestandteil des großen Angebots heißt Locals4Students. Ganz am Anfang der Hochschule trug es den Namen „Mentorenprogramm“. Klingt ein bisschen steif, meint aber dasselbe: Klever engagieren sich für die Studenten. Ganz locker, ganz persönlich, auch ganz unverbindlich. Andererseits: „Manchmal entstehen Freundschaften fürs Leben.“ Ist schon vorgekommen, dass ein Mentor „seinen“ Studenten nach dem Studium mal in Indien besucht hat.

Mitmachen kann jeder, von Senioren bis Familien

Mitmachen kann jeder. Senioren sind dabei und ehemalige Studenten. Familien, deren Kinder gerade selber irgendwo studieren. „Das sind Leute, die Lust haben, sich zu engagieren und andere Kulturen kennenzulernen.“ Man lernt sich kennen bei einer Veranstaltung, die das Welcome Centre organisiert. Zum Beispiel am 23. Mai beim Barbecue auf dem Dach der Hochschule (siehe unten).

„Wir sorgen für eine gute Atmosphäre“

Was dann passiert, ist nicht planbar. „Wir sorgen für eine gute Atmosphäre“, sagt Julia Ilg. Wie die „Locals“ dann mit den „Studis“ in Kontakt kommen, inwiefern Hilfe überhaupt erwünscht ist, inwieweit Netzwerke entstehen – das ergibt sich dann. Wobei Julia Ilg Wert darauf legt, dass nicht nur die „Studis“ profitieren: „Die geben ja auch eine Menge!“ Allein schon dadurch, dass sie Einblicke in eine andere Kultur gewähren.

Die Hälfte der Studierenden international

Das ist ohnehin etwas, das Julia Ilg so mag an Kleve. Neulich war sie in einer anderen Stadt im Konzert und wunderte sich, dass irgendetwas anders war. Schließlich bemerkte sie: Das Publikum ist wenig international. Nicht so wie in Kleve, wo die Hälfte der Studierenden aus den verschiedensten Ländern kommt. Vielleicht ist es auch gerade ein Vorteil, dass Kleve nicht so groß ist. Irgendwie gibt es für jedes Problem Hilfe – irgendwer kennt irgendwen, der auch außerhalb der Hochschule weiter weiß.

Je mehr Begleitung, desto weniger Studienabbrecher

Juli Ilg weiß: „Je eher die Studierenden mit ihren Fragen und Problemen auf uns zukommen, desto weniger Studienabbrecher gibt es.“ Das Gefühl, willkommen zu sein, ist dabei sehr wichtig. Man muss nicht gleich verzweifeln, wenn man einen Brief der GEZ bekommt und man ihn nicht versteht. Sondern man kann sich an eines der freundlichen Gesichter wenden: die Tutoren, die Mitarbeiter des Welcome Centre, die engagierten Helfer der Locals4Students. Dann werden „die Studis“ Kleve auch in guter Erinnerung behalten.

Engagierte Bürger gesucht – Grillen am 23. Mai

Auch in diesem Sommersemester legt die Hochschule Rhein-Waal ihr Patenschaftsprogramm „Locals4Students“ auf. Gesucht werden Patinnen und Paten bzw. „Locals“ (englisch für Ortsansässige). Was sie als Berater*innen leisten können und wollen, liegt allein bei ihnen.

Zum gegenseitigen Kennenlernen läuft eine Infoveranstaltung am nächsten Donnerstag, 23. Mai von 19 Uhr bis 22 Uhr auf dem Campus Kleve der Hochschule Rhein-Waal, Marie-Curie-Straße 1, beim Barbecue auf der Dachterrasse der Mensa (bei schlechtem Wetter in der Mensa), Gebäude 16. Eintritt frei.

Anmeldungen unter locals4students@hochschule-rhein-waal.de

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