Erntedankfrühstück

Kreislandwirt Peters kritisiert in Goch die Umweltpolitik

Klare Ansprache: Kreislandwirt Josef Peters verteidigte in seiner Rede beim Erntedankfrühstück die Branche.

Foto: Niklas Preuten

Klare Ansprache: Kreislandwirt Josef Peters verteidigte in seiner Rede beim Erntedankfrühstück die Branche. Foto: Niklas Preuten

Goch/Kreis Kleve.   Beim Erntedankfrühstück der Kreisbauernschaften Kleve und Geldern in Goch betont der Kreislandwirt Josef Peters die Bedeutung seiner Branche.

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Deutliche Worte als Appetitanreger: Josef Peters, Vorsitzender der Kreisbauernschaft (KB) Kleve, hat beim gemeinsamen Erntedankfrühstück mit der KB Geldern Kritik an der „von Ideologie geprägten Umweltpolitik der vergangenen Jahre“ geübt. Diese müsse gerade im Kreis Kleve neu geordnet werden, sagte er in seiner Rede vor rund 120 Zuhörern im Bauerncafé Mönichshof bei Goch-Hassum.

Der Kreislandwirt griff wieder insbesondere die Klever Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und den ehemaligen NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne): „Wer so mit einem wichtigen Berufsstand wie der Landwirtschaft umgeht, darf keine politische Verantwortung mehr ausüben.“ Peters nutzte die Bühne und die Aufmerksamkeit des Publikums, weil „wir den Erntedanktag zunehmend auch als politischen Tag verstehen. Kein anderer Tag dürfte sich besser dazu eignen, der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig der Erhalt der Landwirtschaft und bäuerlichen Betriebe auch hier im Kreis Kleve ist“.

Naturschutz nur mit den Bauern

Der Vorsitzende der Klever Kreisbauernschaft sieht seinen Berufsstand immer häufiger zu Unrecht als „Sündenbock etwa für die Nitratbelastung des Grundwassers oder den fortschreitenden Artenschwund“ abgestempelt. Naturschutz und Gewässerschutz könne jedoch nur mit der Land- und Forstwirtschaft und nicht gegen sie verwirklicht werden. Ohnehin meinte Peters: „Wer ohne zu zögern ein Brathähnchen für weniger als drei Euro kauft, der gibt an der Ladenkasse das moralische Recht ab, über die Landwirtschaft herzuziehen.“

Die anwesenden Politiker gaben sich alle Mühe, den Stellenwert des Wirtschaftszweigs zu betonen. In ihrem Grußwort lobte die stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek die Landwirtschaft als „wichtige und standorttreue Branche, ohne die der Kreis Kleve überhaupt nicht vorstellbar ist“.

Auch Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm fand warme Worte für die Gastgeber: „Wir sind stolz darauf, in einer solchen Kulturlandschaft zu leben, und wissen, dass wir die Pflege den Landwirten zu verdanken haben.“ Er appellierte jedoch auch an die Bauern, beim Spagat zwischen der Vermeidung von Flächenverbrauch und dem Bereitstellen von landwirtschaftlichen Flächen den Dialog mit den Bürgermeistern und der Kommunalpolitik zu suchen. „Es geht darum, in der strukturellen Entwicklung nicht hintenanzustehen“, sagte Knickrehm.

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