Arbeitsmarkt

Lernen in der Kreis Klever Grenzregion

Manon Pelzer unterzeichnet das Praktikumsabkommen.

Foto: Andreas Gebbink

Manon Pelzer unterzeichnet das Praktikumsabkommen. Foto: Andreas Gebbink

Kreis Kleve.   Sechs Gemeinden aus der Grenzregion starten ein gemeinsames Praktikumsbüro. Ziel ist, Schülern und Studenten Auslandserfahrungen zu ermöglichen.

Wer kennt schon einen Betrieb in Boxmeer? Boxmeer, wo liegt das überhaupt? Das Leben in einer Grenzregion kann spannend sein, aber auch sehr eingeschränkt, wenn man sich nicht traut, mal den Blick auf die andere Seite des Länderzauns zu werfen. Einkaufen und Urlaub machen klappt zwischen Deutschen und Niederländern reibungslos, aber das Arbeiten im Nachbarland entpuppt sich als größere Hürde.

Das wollen jetzt sechs Gemeinden aus der Grenzregion ändern. Gemeinsam unterstützen sie ein Praktikumsbüro, das sich zur Aufgabe gemacht hat, grenzüberschreitende Praktikumsplätze anzubieten. Für ein paar Wochen in einen Betrieb hineinschnuppern, ein anderes Land, andere Mentalitäten kennen lernen. Und ganz nebenbei erfahren, wo sich Boxmeer befindet und entdecken, dass es hier mit MSc eines der weltweit größten Unternehmen für Tierimpfstoffe gibt.

Ulrich Francken, Bürgermeister der Gemeinde Weeze, ist einer der treibenden Kräfte des Projektes „Dynamic Borders“: „Nach wie vor bildet die Grenze eine Barriere. Aber wir sind sicher, dass das Projekt sowohl Unternehmern als auch Arbeitnehmern Chancen bietet“, sagt Francken.

Seine Amtskollegin Manon Pelzer von der Gemeinde Bergen bringt es auf den Punkt: „Wir wollen den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Und dafür müssen wir etwas tun.“

Im kommenden Jahr sollen die ersten Praktikanten ausgetauscht werden. In Boxmeer gibt es bereits ein Büro, welches Praktikumsstellen sammelt und vermittelt. Wer interessiert ist, der kann sich hier melden oder bei der Gemeinde Weeze.

Wachstum stimulieren

Sjaak Kamps, Geschäftsführer der Euregio-Rhein-Waal, ist froh über diese Initiative: „Beiderseits der Grenze brauchen wir gutes Fachpersonal und da ist es sehr gut, wenn wir jungen Leuten die Chance eröffnen, einige Wochen Auslandserfahrungen zu machen.“ Kamps weiß, dass die Grenzlage auch das Wirtschaftswachstum hemmt: „Ein funktionierender grenzüberschreitender Arbeitsmarkt könnte acht Prozent zusätzliches Wachstum für die Region bedeuten“, zitiert er eine Wirtschaftsstudie.

Noch gibt es zahlreiche Hürden für ein grenzüberschreitendes Ausbildungssystem – rechtliche und sprachliche. „Daher wollen wir jetzt mit den Praktika beginnen“, sagt Ulrich Franken. Zahlreiche Unternehmen jenseits der Grenze hätten Interesse an deutschen Schülern, so Francken.

Und auch ein deutsches Unternehmen wie Chefs Culinar (Jomo) aus Weeze sucht in Nimwegen niederländische Kräfte: „Es ist gut, wenn Schüler praktische Erfahrungen machen“, sagt Francken. Einen ersten Impuls geben die Gemeinden selber: Sie haben sich dazu verpflichtet, mindestens einen Praktikumsplatz in ihrer Verwaltung anzubieten.“

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