Brandeinsatz

Mann aus Uedem behindert Feuerwehr bei großem Scheunenbrand

Die Scheune und die Maschinen, die darin standen, wurden bei dem Brand völlig zerstört.

Die Scheune und die Maschinen, die darin standen, wurden bei dem Brand völlig zerstört.

Foto: Freiwillige Feuerwehr Uedem

Uedem-Keppeln.  Ein 66-Jähriger wollte Gegenstände aus einer brennenden Scheune in Keppeln holen und leistete massiven Widerstand gegen die Polizei.

Meldungen über Gaffer, die bei Unfällen und anderen Unglücken auf der Jagd nach den spektakulärsten Bildern und Videos mit ihren Smartphones Rettungskräfte behindern, häufen sich derzeit. „Nun waren auch wir das erste Mal massiv von diesem Problem betroffen“, sagte Alexander Janßen nach dem großen Brand einer Scheune in Keppeln.

Der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Uedem war zusammen mit rund 50 Kameraden am Montagabend zu einem Gehöft an der Straße Kirsel geeilt, doch bereits die Anfahrt wurde zu einem Problem. „Wegen mehrerer querstehender Autos war es für uns schwierig, zum Einsatzort durchzukommen. Die Rauchentwicklung war von Weitem sichtbar und hat viele Schaulustige angezogen“, berichtete Janßen von Wegen, die gegen 17.45 Uhr verstopft waren.

Scheune in Uedem stand in Vollbrand

Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte die komplette Scheune aus noch ungeklärter Ursache bereits komplett im Vollbrand gestanden und Teile des Dachstuhls waren eingestürzt. „Die Flammen drohten, auf eine angrenzende Kartoffelhalle und ein nahes Wohnhaus überzugreifen“, schilderte der Einsatzleiter die Herausforderung.

Dies konnten die Retter jedoch verhindern. Nach rund einer Stunde hatten die Uedemer Feuerwehrleute, die Unterstützung von der Bundeswehr-Feuerwehr aus Kalkar und der Drehleiter der Gocher Feuerwehr erhielten, das Feuer unter Kontrolle.

Mann wollte zur brennenden Scheune durchdringen

Die insgesamt rund 70 Kräfte konnten sich gleichwohl nicht ausschließlich auf ihren Kampf gegen die Flammen konzentrieren. „Besonders in der ersten Viertelstunde hat uns ein Mann erheblich dabei gestört“, sagte Alexander Janßen. Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich um einen 66-Jährigen aus Uedem. Der Mann sei mehrfach in den für Unbefugte verbotenen, gesicherten Gefahrenbereich gelaufen.

Zunächst versuchten Feuerwehrleute vergeblich, ihn dazu zu bringen, die gesperrte Zone zu verlassen. Stattdessen wollte der Uedemer zur brennenden Scheune, um dort Gegenstände herauszuholen. Es sei nicht der Besitzer des Gehöfts gewesen, sondern ein Nachbar, der in der Nähe wohnt und sich offensichtlich auf dem Gelände auskennt, teilte die Polizei auf Nachfrage mit.

Platzverweis zeigte zunächst keine Wirkung

Die Polizeibeamten vor Ort erteilten dem Mann einen Platzverweis mit der Auflage, in sein Haus zurückzukehren und dort zu bleiben. Kurze Zeit später versuchte der 66-Jährige allerdings erneut, den Einsatzort zu erreichen. Von den Beamten angesprochen, habe der Mann ausfallend und auch körperlich aggressiv reagiert, so die Polizei. „Als ein Polizist ihn mit ausgestrecktem Arm auf Abstand halten wollte, schlug der 66-Jährige den Arm des Beamten herunter und riss an dessen Uniformhemd.“

Daraufhin nahmen die Polizisten den Mann in Gewahrsam, um den Platzverweis durchzusetzen. Der 66-Jährige wurde in einen Einsatzwagen gebracht und blieb dort bis zum Ende der Löscharbeiten.

Maschinen in der Scheune brannten aus

Die Feuerwehr hatte auf dem Gehöft noch bis 2 Uhr in der Nacht zu Dienstag zu tun. Mit einem Bagger und einem Radlader musste das in der Scheune gelagerte Stroh ins Freie gezogen werden, um alle Glutnester zu löschen. „Letztlich war es ein Glück, dass nur die Scheune und die Maschinen darin wie Gabelstapler und Düngestreuer zerstört wurden“, stellte Feuerwehr-Chef Alexander Janßen fest. Die angrenzende Halle ist leicht beschädigt.

Weil die Stromversorgung durch den Brand zusammengebrochen war, mussten die Einsatzkräfte parallel zu den Löscharbeiten auch eine Lösung für die nicht mehr belüftete Halle mit rund 800 Mastschweinen finden. „Nach ein bis zwei Stunden kann die Hitze für die Tiere bedrohlich werden“, erklärte Janßen. Mit großen Ventilatoren lüfteten die zusammen arbeitenden Frauen und Männer aus den verschiedenen Feuerwehren die Masthalle quer.

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