Schule

Konzert für Klever Kinder um Marsmännchen und Hühnerhaufen

Das Marimba-Quartett spielte vor 400 Klever Grundschülern in der Stadthalle.

Das Marimba-Quartett spielte vor 400 Klever Grundschülern in der Stadthalle.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.  Das Marima-Quartett spielte in der Klever Stadthalle den „Karneval der Tiere“. Hunderte Grundschüler waren begeistert.

Eine Stadthalle voller Grundschüler eine Stunde bei Laune zu halten, ist bestimmt auch nicht ganz einfach. Wie es hervorragend funktioniert, zeigten am Mittwoch das Marimba-Quartett und die aus Kleve stammende Rundfunksprecherin Elisabeth Verhoeven. Sie brachten Kindern der Klever Montessorischule, der Grundschule An den Linden, der Willibrord Grundschule Kellen und der St. Michael Grundschule Reichswalde den „Karneval der Tiere“ näher. Und zwar so, dass die Kinde gebannt der Geschichte um karnevaleskes Flattervieh und Löwenmajestäten folgten.

Camille Saint-Saens – der Name klingt selber schon wie Musik

Camille Saint-Saens heißt der Komponist des Werkes, „der Name klingt selber schon wie Musik“, befand Elisabeth Verhoeven. Er war ein Meister seines Fachs, komponierte Konzerte, Sinfonien, Opern, Kammermusik und war ganz nebenbei im hohen Alter von über 80 Jahren auch noch der erste Filmkomponist der Welt.

Und doch: Als er den „Karneval der Tiere“ schrieb, befürchtete er, sein Name werde künftig untrennbar mit diesem einen Stück verbunden sein. Er hatte Recht, genauso ist es gekommen. Den Schwanengesang, den Tanz des Elefanten, das Ballett der Fische – all das hat fast jedes Kind schon mal gehört. Wenn auch vielleicht nicht ganz so lebendig und witzig wie in der Klever Stadthalle.

Nun hatte Elisabeth Verhoeven nicht den originalen Text gewählt, sondern einen von Simon Klenke bearbeiteten. Hier sitzt ein kleines grünes Marsmännchen inmitten der Tiere und versucht zu verstehen, was es da sieht und hört.

Das Geschehen spielt im Kopf

Zwei Ebenen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Das Geschehen spielt sich im eigenen Kopf ab, in der Vorstellung, während die Musiker tatsächlich auf der Bühne stehen und ihre Schlägel schwingen. Sie erzeugen dabei nicht nur eine Menge Klang, sondern je nach Schlägel auch schon mal ein kräftiges „Klong“ oder ein zärtliches „Klüng“.

„Ihr werdet das Orchester, das das Stück eigentlich spielt, nicht vermissen“, hatte die international bekannte Marimba-Virtuosin Katarzyna Myćka den Kindern versprochen. Stimmt. Manche Stücke quittierten die begeisterten Grundschüler mit einem erstaunten „Boah!“.

Synergie-Effekt, Win-Win-Situation – so würde man derartige Veranstaltungen im Wirtschaftsleben nennen. Am Dienstagabend spielte das Marimba-Quartett im Reihenkonzert die Goldberg-Variationen, am Morgen darauf entführen sie Kinder in die magischen Welten der Musik und Fantasie.

Für die Musiker – neben Katarzyna Myćka sind das Franz Bach, Conrado Moya und Filip Mercep – zwar doppelte Arbeit. Aber dafür hinterlassen sie ihre Botschaft an Jung und Alt gleichermaßen. Und die Kinder kamen zusätzlich noch in den Genuss von Elisabeth Verhoevens fantastischer Rezitations-Performance. Wirklich toll.

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