Landgericht

Mehrjährige Freiheitsstrafen für Gocher Drogendealer

Blick in den Saal im Landgericht Kleve.

Foto: Niklas Preuten

Blick in den Saal im Landgericht Kleve. Foto: Niklas Preuten

Goch/Kleve.   Das Landgericht Kleve verurteilte einen Gocher, weil er im großen Stil  mit Drogen handelte. Geständnis führte zu einer Verständigung.

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Verhandlungen von Drogendelikten gehören am grenznahen Landgericht in Kleve zum Justizalltag. „Aber dies hebt sich von den sonstigen Fällen des Kleinhandels ab, die wir hier kennen“, sagte der Vorsitzende Richter Christian Henckel. „Wir haben es mit einem massiven und schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln zu tun.“ Die 7. große Strafkammer verurteilte gestern einen Gocher wegen Einfuhr und mehrfachen Handels mit Drogen in teilweise nicht geringer Menge zu zwei Freiheitsstrafen von jeweils zweieinhalb Jahren sowie zwei Jahren und zwei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der 25-Jährige zwischen Sommer 2015 und Spätsommer 2016 mehrere Kilogramm Marihuana, Hunderte Ecstasy-Tabletten und Amphetamine beschaffte und sehr profitabel im Kreis Kleve weiterverkaufte.

Am dritten Verhandlungstag war es zu einer Verständigung zwischen Kammer, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gekommen, durch die das Verfahren im geplanten Zeitrahmen abgeschlossen werden konnte. Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab, das sein Verteidiger für ihn vortrug. Darin beschrieb der Gocher, wie er nach einem schweren Arbeitsunfall im April 2015 seinen Drogenkonsum erheblich steigerte, finanziell in Bedrängnis kam und zum Drogendealer wurde.

Mit der Vergangenheit abschließen

„Mir sind meine Fehler bewusst, ich bereue sie zutiefst“, ließ der Angeklagte mitteilen und stellte über seinen Verteidiger klar, dass er mit seiner Vergangenheit abschließen wolle und sich im Spätsommer 2016 von seiner Drogenkarriere losgesagt habe.

„Wir nehmen Ihnen ab, dass Sie sich zu Ihren Verfehlungen bekennen“, sagte Richter Henckel. Teil der Verständigung war demnach auch, dass einige Anklagepunkte eingestellt wurden. So brachte die Hauptverhandlung zwar hervor, dass der Angeklagte mindestens einem Minderjährigen Marihuana verkauft hatte. „Er musste aber nicht damit rechnen, dass dieser noch nicht 18 Jahre alt war“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Auch die bezeugten Waffen des Gochers – zwei Teleskopschlagstöcke und ein Aluminium-Baseballschläger – spielten beim Strafmaß keine Rolle mehr.

In der Hauptverhandlung hatten die von der Polizei sichergestellten WhatsApp-Chatverläufe und insbesondere ein Zeuge den Angeklagten schwer belastet. Dieser beschrieb, wie er gemeinsam mit dem Gocher im niederländischen Venray die Drogen besorgte, sie portionierte und später an diverse Kunden weiterverkaufte. Anders als die Verteidigung hielt die Kammer diese Beschreibungen für plausibel. Daraus ergab sich für das Gericht das Bild eines im Kreis Kleve durchaus bekannten Drogendealers, in dessen Strafe ein weiteres Vergehen mit einbezogen wurde: Vor rund zwei Jahren war er bereits wegen eines Smartphone-Diebstahls und dem versuchten Weiterverkauf zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

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