Kleve Unterstadt

Minoritenplatz: Der Bebauungsplan liegt aus

Der Grünstreifen „Wallgrabenzone“ ab Museum Haus Koekkoek  bis zum trapezförmigen Volksbank-Gebäude am Spoykanal (r.) wird im Frühjahr angelegt.

Foto: Stadt Kleve

Der Grünstreifen „Wallgrabenzone“ ab Museum Haus Koekkoek bis zum trapezförmigen Volksbank-Gebäude am Spoykanal (r.) wird im Frühjahr angelegt. Foto: Stadt Kleve

Kleve.   Klever Bürger können jetzt Anregungen äußern. Politik will Rahmen vorgeben, dann Investor suchen. Mehrheit will nicht auf Architekten zugehen

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„Wir haben das ausgiebig diskutiert. Dann kommt ein Architekt um die Ecke und der Rat bricht in Panik aus,“ fasste CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing zusammen. Und dann komme der nächste und man fange wieder von vorne an. Beim Beschluss zur Offenlage des Bebauungsplanes Minoritenplatz scheiden sich wieder die Geister.

Die Grüne Dr. Hedwig Meyer-Wilmes hatte gebeten, die Festschreibung von Baulinien noch einmal im Fachausschuss zu diskutieren. „Ihr habt 40 Jahre darüber gesprochen. Vielleicht darf ich noch um einen Monat Verlängerung bitten“, sagte sie als relativer Neuling in den Ratsreihen. Sie fürchte das zu starre Korsett für Architekten und Investoren. „Ich weiß, Herr Rauer und die Verwaltung haben genau geplant, wie wir es gewollt haben“, aber die kleinteilige Lösung, die Xantener Architekten – wie die NRZ berichtete – jetzt einigen Fraktionen vorstellten, wäre demnach nicht möglich.

Lassen uns nicht vorschreiben, was wir zu sehen haben

Edmund Ricken, CDU, lehnte kategorisch ab: „Wir lassen uns von einer Xantener Firma nicht vorschreiben, wen wir zum Gespräch zu empfangen haben und was wir uns anzusehen haben“. Die CDU hat bisher nur per Mail Kontakt zu den Architekten. Ricken: „Das hat mit Souveränität des Rates zu tun“. Wiltrud Schnütgen, Grüne, fand das eher „Arroganz des Rates“.

Daniel Rütter, FDP: „Ich verstehe CDU und SPD überhaupt nicht“, die Xantener Ideen seien „wesentlich attraktiver“ als die Baufelder derzeit. Petra Tekath, SPD, sagte, zu den Platzkanten des Bebauungsplans könne doch jeder in der Offenlage Anregungen geben. Baudezernent Jürgen Rauer ergänzte: „auch für eine gestalterische Gebäudespitze und kleine Giebelchen“. Das bezweifelte Fabian Merges, Offene Klever.

Rauer warnte, sollte die Politik jetzt einen Plan ankaufen wollen, gehe man wieder den „kritischen Weg“ übers europäische Vergabeverfahren, der schon beim Investor Sontowski für weitreichende Probleme gesorgt hatte. Die Politik wollte doch extra erst einen Bebauungsplan, der Gebäudeklötze verhindere, und dann einen Investor suchen. Rauer erklärte die Baulinien (Grafik oben: mit dickem roten Strich markiert).

Erkennen: „Da hinten ist noch ‘was“

Eine Kante gehört zum trapezförmigen Volksbank-Gebäude rechts, eine gibt das orangefarbene Haus der alten Scala vor (unten, links daneben Rathaus). Und eine versetzt eckige Kante ist Idee der Verwaltung, um vor dem Rathaus (links) einen Platz zu schaffen und man trotzdem von der Fußgängerzone blickend erkennt: „Da hinten ist noch ‘was“, so Rauer.

CDU und SPD forderten dann das Ende der Debatte und setzen sich mit 30 zu 12 Stimmen für die Offenlage des Verwaltungsplanes durch. Die gleichen Personen stimmten auch für den CDU-Antrag, die Wallgrabenzone schon jetzt als Grünfläche zu planen und etwa ab März umzusetzen. Jörg Cosar, CDU, verzichtet auf die gedachte „Skulpturenachse“. Nur Rasen solle den Bürgern zeigen, wie viel Grün ab Museum Haus Koekkoek, den Minoriten-Parkplatz entlang bis zum Spoykanal entsteht. Das werde wohl 40 bis 50 Parkplätze kosten, überschlug Kämmerer Willibrord Haas. Der Ausfall an Parkgebühren sei nicht nennenswert.

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