Museumsschloss

Moyland: In die Depots dringt kein Wasser ein

Barbara Strieder und Julia Niggemann (rechts) in einer der in der Ausstellungshalle eingerichteten „Kojen“ für Restaurateure.

Barbara Strieder und Julia Niggemann (rechts) in einer der in der Ausstellungshalle eingerichteten „Kojen“ für Restaurateure.

Foto: eve

Bedburg-Hau.  Gute Nachricht für das Museum Schloss Moyland: In die Depots dringt kein Wasser ein. Die Lagerräume für die 7000 Kunstwerke werden nun saniert.

Gute Nachrichten aus Moyland: In die Depots unter der großen Ausstellungshalle dringt kein Wasser ein. Die so genannte „schwarze Wanne“, die vor 20 Jahren mit hohem Aufwand ins Moyländer Nass gesetzt wurde, hält dicht. Damit müssen die Depots und die Klimaanlage des Museumsschlosses „nur“ ertüchtigt werden, damit dort mit einer besser organisierten Flächennutzung nicht nur die Kunstwerke sicherer untergebracht werden, sondern auch noch mehr Werke gelagert werden können. Jetzt müssen „nur noch“ die 7000 dort bis jetzt gelagerten Kunstwerke gereinigt werden. Die Ausschreibung für die benötigten Restauratoren-Teams sind raus, die Halle ist entsprechend eingerichtet und die Arbeiten sollen bald starten.

„Das sind für uns sehr gute Nachrichten. Es ist absolut richtig, dass wir dadurch sehr viel Zeit sparen, unseren Zeitrahmen wohl einhalten können“, sagt Julia Niggemann. Die Erleichterung steht der Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin von Museum Schloss Moyland ins Gesicht geschrieben. Auch wenn sie noch einen riesigen Berg Arbeit vor sich hat: Der Gipfel ist in Sicht und die Katastrophe, dass Feuchtigkeit von außen in die Depots eingedrungen sein könnte und die Schimmelbildung beschleunigte, ist so gut wie vom Tisch. Zwei von drei Depots sind ausgeräumt.

Julia Niggemanns Blick geht nach vorne

Nach einer Besichtigung konnte Niggemann die gute Nachricht verkünden, nachdem die Analyse des ersten Depots abgeschlossen ist, dass auch die anderen Depots dicht sind. „Wir haben entsprechende Prognosen, dass das so ist“, sagt Niggemann. Etwa die Hälfte der in den Depots gelagerten Kunstwerke sind inzwischen schon in der Ausstellungshalle, die als Restaurierungs-Werkstatt eingerichtet wurde. Klar ist auch, dass das Grafik-Depot – in dem hinter Panzertüren die Schätze des Hauses verwahrt werden, nicht vom Schimmelbefall betroffen ist. Nicht betroffen ist auch das Fotodepot in Schloss Moyland.

Jetzt geht der Blick nach vorne, Niggemann will die Depots optimieren. „Wir müssen an eine andere Einrichtung denken, den Platz besser nutzen“, sagt die Verwaltungsdirektorin. Jetzt geht es darum, zügig die Arbeit in der Ausstellungshalle fertig zu bekommen. „Das ist typische Restauratoren-Arbeit, allerdings werden wir die Werke nur reinigen, nicht restaurieren lassen, werden Schimmel und Schmutz beseitigen“, sagt Barbara Strieder, die kommissarische künstlerische Leiterin von Museum Schloss Moyland. Vier bis sechs Restauratoren werden dort ein halbes Jahr gleichzeitig arbeiten müssen, um die Kunstwerke fertig zu bekommen, so Strieder.

Große Ausstellungshalle ist umgebaut

Dafür haben die Moyland-Techniker die große Ausstellungshalle umgebaut: Trennwände teilen die Halle ab, vor dem Aufzug, der von den Depots direkt in die Ausstellungshalle führt, ist eine Staub- und Luftschleuse gebaut, der weiße Marmorboden mit trittfester Pappe abgeklebt. In der hinteren fensterlosen Galerie lagern große Gitterboxen. Insgesamt stehen dort 200 Stück übereinander gestapelt – in den meisten stehen Bilder und andere Kunstwerke. „Wir werden da vielleicht noch mehr brauchen“, sagt Niggemann mit Blick auf die hellgraue Gitterwand von Boxen: 150 Kubikmeter fassen die Kisten, die Moyland bis jetzt geordert hat.

Darin werden die noch verschmutzten Werke gelagert und kommen von dort in „Kojen“, die Moyland in der Galerie für die Restauratoren so eingerichtet hat, dass Besucher sie von außen bei ihrer Arbeit durch die Fenster beobachten können. Jede der Kojen hat einen Computer, in dem die Arbeitsschritte dokumentiert werden, jede bekommt eine Absauganlage. „Damit wird ja dann auch ein halbes Jahr gearbeitet werden“, sagt Strieder. Von hier aus gehen die gereinigten Werke wieder zurück zum Aufzug und dann ins sanierte Depot.

Allein das Reinigen der Kunst und die Analysen der Depots durch Fachingenieure kosten 500.000 Euro. Die Optimierung der Depots ist dann eine neue Baustelle. Aber jetzt sollen bald die Aufgaben für die Restauratoren vergeben werden. Schließlich möchte Niggemann so schnell wie möglich mit den Arbeiten anfangen. Denn das Ziel, im Beuys-Jahr 2021 fertig zu werden, steht.

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