Jubiläum

„Moyland ist ein Anziehungspunkt“

Hans Geurts ist Vorsitzender des Fördervereins Schloss Moyland: „Moyland ist nicht einfach nur ein Museum.“

Foto: Photographer: T. Lindekamp

Hans Geurts ist Vorsitzender des Fördervereins Schloss Moyland: „Moyland ist nicht einfach nur ein Museum.“ Foto: Photographer: T. Lindekamp

Bedburg-Hau.   Vor 20 Jahren, am 24. Mai 1997, wurde das Museum Schloss Moyland eröffnet. Das Haus ist ein Segen für die Region, findet Hans Geurts

Die meisten Menschen wüssten ja gar nicht, wie wichtig Schloss Moyland für diese Region ist. Hans Geurts, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau und heute Vorsitzender des Fördervereins, ist von der Bedeutung dieses wunderschönen Anwesens an der Bundesstraße 57 überzeugt: „Moyland ist ein Erlebnis und Anziehungspunkt für die gesamte Region. Hier werden Kontakte geknüpft und das hilft uns direkt und indirekt“.

3,7 Millionen Besucher

Hans Geurts ist seit Beginn der Museumsgründung dabei. Vor 20 Jahren hat er den Förderverein ins Leben gerufen - damals noch ohne Museum. 1987 erfolgte dann der millionenschwere Umbau: „Man hat uns unter anderem die Verschwendung von Steuergeldern vorgeworfen. Hier wurden innerhalb von zehn Jahren 65 Millionen D-Mark verbaut“, erinnert sich Geurts. Aber die Region habe auch viel Geld zurückbekommen. So manches Projekt in Bedburg-Hau wäre ohne die guten Kontakte nach Düsseldorf nicht möglich gewesen. Und ohne den persönlichen Einsatz von Ministerpräsident Johannes Rau hätte es kein Schloss Moyland mehr gegeben, ist sich Hans Geurts sicher.

In diesem Monat feiert das Haus sein 20-jähriges Bestehen. 1987 begann der Aufstieg aus den Ruinen. Mit unglaublichen Summen wurde das völlig zerstörte Anwesen, welches vor 707 Jahren errichtet wurde, wieder aufgebaut und im Laufe der Zeit auch immer wieder erweitert. Eine der größeren Veränderungen erfolgte im Jahr 2007 mit der Erstellung der Nordturmspitze. „Viele kannten Moyland gar nicht mit diesem Turm“, sagt Geurts.

„3,7 Millionen Menschen haben in den vergangenen Jahren unser Schloss besucht“, erzählt Verwaltungsdirektor Johannes Look. Man habe 120 Veranstaltungen organisiert, zu denen jeweils tausende Besucher kamen. Und auch wenn nach Umfragen nur drei Prozent der Bevölkerung an moderner Kunst interessiert sind, sei das Schloss doch viel mehr als „nur“ ein Kunsttempel. „Der Park ist der größte und teuerste Ausstellungsraum“, sagt Johannes Look. Und Hans Geurts fügt hinzu: „Moyland ist kein einfaches Museum, Moyland ist ein Konstrukt“.

Auch wenn es sich angesichts der 2,9 Millionen Euro, die jährlich von Düsseldorf nach Bedburg-Hau fließen, komisch anhören mag: „Wir sind total unterfinanziert“, sagt Hans Geurts. Im Haus müsse ordentlich investiert werden: Die technischen Anlagen des Hauses – u.a. Heizung und Brandmeldeanlage – seien veraltet. „Mit den Mitteln der vergangenen zehn Jahre ist das nicht zu regeln“, behauptet Geurts. Zudem gibt es sieben Stellen, die nicht besetzt sind, unter anderem die künstlerische Leitung, die Bibliotheks-Leitung und Mitarbeiter in der Verwaltung: „Das kann man mal eine bestimmte Zeit überbrücken, aber nicht dauerhaft“, sagt Johannes Look.

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