Museum Kurhaus Kleve

Museum Kurhaus Kleve hat einen Warhol

Andy Warhol, Windmühle 1986, ist jetzt im Museum Kurhaus Kleve zu sehen

Andy Warhol, Windmühle 1986, ist jetzt im Museum Kurhaus Kleve zu sehen

Foto: Claudia Gronewald

Kleve.   Das Museum erhält zwölf bedeutende Werke aus der Stiftung „Kunst im Landesbesitz“ als Dauerleihgabe. Unter ihnen auch Man Ray oder Candida Höfer .

Die „Geschenke“ sind angekommen und ausgepackt. Seit einigen Tagen zeigt das Museum Kurhaus Kleve einige der insgesamt zwölf Dauerleihgaben, die das Land dem Haus aus der Stiftung „Kunst im Landesbesitz“ zur Verfügung stellt. Zu den ganz besonders prominenten Werken gehört ein Siebdruck von Andy Warhol. Damit kann das Klever Museum erstmals ein Werk der Ikone der Pop Art gewissermaßen sein Eigen nennen.

Warhol im Wilhelm-Bad

Das Bild ist nun im historischen Teil der Friedrich Wilhelm-Bades inmitten ebenfalls historischer Landschaftsstiche zu sehen. Ein Motiv, das im übrigen nicht nur gut in diesen Kontext, sondern auch an den Niederrhein passt.

Das Vorbild für seine Arbeit allerdings, eine Getreidemühle aus dem Jahr 1865, steht in Garlstorf bei Hamburg in der Lüneburger Heide. Auf sie wurde Warhol durch den Fotografen Wolfgang Peter Geller aufmerksam, der das Gebäude 1985 erwarb, restaurierte und bewohnt. Museumskuratorin Valentina Vlasic freut sich sehr über diesen „schönen Zuwachs für unsere Sammlung“. Zudem habe man als Museum Wünsche äußeren können, welche Werke man für seine Sammlung erhalten und diese damit ergänzen wolle, so Vlasic. So haben die Klever Museumsmitarbeiter neben dem Warhol-Siebdruck unter anderem Arbeiten von Fotografen wie Candida Höfer, Matthias Hoch oder Wolfgang Tillmans ausgewählt. „Sie alle bereichern unser Haus“, findet die Kunsthistorikerin. Höfer gehört neben Thomas Struth, Andreas Gursky, Axel Hütte und Thomas Ruff zu den international anerkanntesten deutschen Fotografen. „Sie ergänzt unsere Sammlung um einen wichtigen weiblichen Beitrag von Absolventen der Becher-Schule“, sagt Vlasic.

Mataré ist nach Hause gekommen

Geradezu nach Hause gekommen ist etwa die Reliefplatte „Das brennende Köln“ von Ewald Mataré. Zu einem Klassiker der Nachkriegs-Avantgarde gehört der Maler und Grafiker Konrad Klapheck. Auch Kunst des Schweizers Dieter Roth ist in Zukunft Teil der Klever Sammlung. Eine kleine Arbeit von Man Ray ist ebenfalls ins Museum Kurhaus gekommen.

Riesiges Konvolut an Museen ausgeliehen

2016 mit Unterstützung der Kunstsammlung NRW gegründet betreut die Stiftung die Sammlung der Portigon AG (ehemals WestLB). Aus diesem riesigen Konvolut erhalten nun zahlreiche Museen in NRW Werke, die beim Internationalen Museumstag am 13. Mai gezeigt werden sollen.

Natürlich, so Vlasic, seien alle zwölf Werke Teil einer Dauerleihgabe der Stiftung. Faktisch aber blieben sie bis auf weiteres in der Klever Sammlung. Für die ‘Neuen’ im Museum soll es jedoch keine eigene Präsentation geben, so Valentina Vlasic. Die zur Verfügung gestellten Werke würden vielmehr in die bestehende Präsentation integriert.

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