Kita

Neu in Kleve: eine Art Betriebskindergarten

Das Kinderzentrum Kunterbunt, „Kikus Wilde 13“ in Kellen ist der erste Kindergarten mit Belegplätzen für Unternehmen.

Das Kinderzentrum Kunterbunt, „Kikus Wilde 13“ in Kellen ist der erste Kindergarten mit Belegplätzen für Unternehmen.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein / NRZ

Kleve.  Kleve bietet Belegplätze in Kitas für Unternehmen. Außerdem gibt das Land mehr Geld für Sprachförderung. Das soll Benachteiligungen abbauen.

Neu ist in Kleve das Angebot von 20 „Belegplätzen“ in Kindergärten vorrangig für Klever Unternehmen – deren Angestellte hier nicht wohnen, aber arbeiten. „Das ist ein Meilenstein“, sagte im Jugendhilfeausschuss Markus Koch vom städtischen Fachbereich Jugend und Familie zu dieser Art Betriebskindergärten. Bei der zentral gelegenen Kita „Kikus Wilde 13“ in der Klever Unterstadt wird das jetzt erstmals angeboten.

Die Hochschule möchte bereits fünf Plätze davon nutzen, 15 sind noch offen, und falls keine Firma danach fragt, werden die Plätze regulär an Klever Kinder vergeben.

Ebenfalls die Kita Zauberstern in Materborn plant, zehn solcher Betriebs-Kita-Plätze einrichten zu wollen. Es sind auch ausdrücklich Plätze für behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder dabei – wenn sie nicht benötigt werden, stehen sie anderen Kindern zur Verfügung.

Das Angebot für Unter-Dreijährige in Kindertageseinrichtungen wird durch Erweiterungen um 38 Plätze vergrößert. Für 286 Kinder (davon zehn über drei Jahre, alle anderen jünger), die in einer Kindertagespflege versorgt werden, beantragt die Stadt Landeszuschüsse für 2020/21.

Denn das Land finanziert nun deutlich mehr. Das Kindpauschalenbudget einschließlich der Mietzuschüsse sieht für Kleve 17,3 Millionen Euro für die Betreuung vor. An Sonderzuschüssen fließen 193.000 Euro für Zusatzplätze in katholischen Kindergärten. Im Kindergartenjahr 2020 können mindestes 70 Kinder mit (drohender) Behinderung betreut werden.

Mehr Geld für die Förderung in „Plus-Kitas“

Eine Kindertageseinrichtung mit einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf, insbesondere mit sprachlichem Förderbedarf, wird „Plus-Kita“ genannt. Für sie hat das Land NRW neue Fördergelder verteilt. So sollen Benachteiligungen abgebaut und allen Kindern gleiche Startchancen gegeben werden.

315.000 Euro fließen für die Stadt Kleve im Kindergartenjahr 2020/2021, teilt der LVR mit. Kleve muss dafür jene Kitas als „plusKita“ in die Jugendhilfeplanung aufnehmen und mindestens 30.000 Euro Zuschuss weiterleiten.

Die Verwaltung nimmt als Richtschnur, wem sie das Geld zukommen lässt: die Zahl der Kinder mit SGB II-Bezug und den Anteil der Kinder je Kita, in deren Familien vorrangig nicht deutsch gesprochen wird.

In Kleve gab es bereits vier „PlusKitas“, jetzt sind es zehn. Geld bekommen: Familienzentrum Zauberstern 35.000 €, Kindergarten Sonnenblume 35.000 €, Kindertagesstätte Christus König 35.000 €, Ev. Kindergarten 30.000 €, Familienzentrum Morgenstern 30.000 €, Inklusive Kindertagesstätte Lebensfluss 30.000 €, Kikus Wilde 13 30.000 €, Kindergarten St. Bonifatius 30.000 €, Kindergarten St. Elisabeth 30.000 € und SOS-InKita 30.000 Euro. Die Aufnahme in die Jugendhilfeplanung gilt für mindestens fünf Jahre.

Rund 1,22 Millionen Euro an Elternbeiträgen entfallen wegen der ab 2020/2021 neuen zwei beitragsfreien Jahre vor dem Schulbeginn. Sie werden vom Land erstattet. Weil die Stadt mit weiteren strukturellen Änderungen rechnet, will Kleve eine Umverteilung der Mittel ab dem Kindergartenjahr 2025/2026 erneut prüfen.

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