Tourismus

Neue Thementouren in Goch

Die Gocher Stadtführer präsentierten ihr erweitertes Angebot während einer Tour mit einem Oldtimerbus.

Die Gocher Stadtführer präsentierten ihr erweitertes Angebot während einer Tour mit einem Oldtimerbus.

Foto: nik

Ein nostalgischer Bus spielt eine Rolle im erweiterten Angebot der Gocher Stadtführungen. Die Broschüre für das Jahr 2019 liegt jetzt aus.

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Außenstehende, die ein Wochenende in Goch planen, kommen ziemlich häufig auf die Idee, eine der fertig ausgearbeiteten touristischen Touren der Stadt zu buchen. Einige der Angebote sind aber vielleicht auch für Gocher interessant, denn die Kulturbühne hat sich einiges Neue einfallen lassen. Die Highlights wurden der Presse jetzt bei einer ganz besonderen Rundfahrt vorgestellt. „Besonders“ war sie schon durch das genutzte Vehikel: ein 70 Jahre alter Schweizer Postbus.

Klassische Stadtführungen, bei denen Guide mit Fähnchen voraus schreitet und eine schnell ermüdende Menschentraube hinterher, sind kaum mehr gefragt. „Heute wollen die Leute ein Event, Themenführungen, am liebsten kombiniert mit einer guten Geschichte“, weiß Stadtsprecher Torsten Matenaers.

Informationen und Unterhaltung sind wichtig

Die Stadtführer, auf die die Kulturbühne zählen kann, versuchen sich an dem Spagat, genügend Informationen zu liefern, dabei aber für Unterhaltung zu sorgen. Walburga Schneider, Herta Tapp, Annette Wozny-Koepp und Ruth Küppers sowie Rob Miesen, Gustav Kade, Franz an Well, Theo Ghijsen und Jürgen Ante haben jeweils eigene Schwerpunkte und werden je nach Interesse der Gruppe eingesetzt. Das kann ein Rundgang durch die Stadtmitte mit Anekdoten sein, eine geführte Radtour, eine Graefenthal-Führung durch eine stilecht gewandete Zisterzienserin oder eine Besichtigung des Arnold-Jansen-Hauses.

Vor einiger Zeit lernten sich bei einem gemeinsamen Termin Stadtführerin Wozny-Koepp und der Weezer Event-Veranstalter Uli Hotstegs kennen und beschlossen. Der Weezer besitzt mehrere Show-Busse, von denen die jüngste Erwerbung für eine Niederrhein-Landpartie besonders geeignet ist. Der Saurer L 410, gebaut 1948, hat eine lange Schnauze samt Kühlerfigur, in seinen Chromteilen kann man sich spiegeln, und die Reisegruppe, die ihn bucht, wird bestimmt von Schaulustigen bestaunt werden. Bei schönem Wetter öffnet der Fahrer per Handkurbel das Dach. Bei der Programmvorstellung chauffierte Hotstegs seine Gäste mit dem knallgelben Oldtimer nach Graefenthal, wo von den Akteuren noch weitere Touren vorgestellt wurden.

Graefenthal-Führung mit klösterlichem Essen

„An elf Sonntagen im Jahr – von März bis September – gibt es die Graefenthal-Führungen, die nächste findet am 26. Juni statt“, berichtete Torsten Matenaers. Im Gewand einer Nonne wird Walburga Schneider aus dem Leben der damaligen Zisterzienserinnen berichten. Ein einfaches klösterliches Mahl ist im Preis inbegriffen. Dafür sorgen Irma Hagedorn und ihr Graefenthaler Gastro-Team. Das übrigens an jedem Nachmittag Kaffee und Kuchen anbietet.

Franz van Well, früher beim Bauamt der Stadt Goch beschäftigt und Kenner der Stadtgeschichte,bietet neuerdings auch Führungen zu den jüdischen Friedhöfen an. Hinter der Mauer (größtenteils überbaut), an der Kalkarer Straße und der Reeser Straße wurden im Laufe der Jahrhunderte jüdische Mitbürger begraben. „Ich erzähle von bekannten Gocher Familien, die zum Teil das Leben in der Stadt stark prägten“, sagt van Well. Während des Spaziergangs wird er auch auf einige Stolpersteine hinweisen, die dokumentieren, wo die vertriebenen, deportierten und ermordeten Juden einst lebten. Auch der Platz der früheren Synagoge, das Steintor und einige andere Örtlichkeiten finden bei der Tour Erwähnung.

Auf Schmugglertour mit Rob Miesen

Als Nachtwächter, Schmuggler oder Jan den Düwel ist Rob Miesen häufig unterwegs. Künftig gibt’s das Paket auch mit Planwagenfahrt und Kaffee / Kuchen, denn Essen und Trinken kommen immer sehr gut an.

Das Gocher Museum als wichtiger Aspekt des städtischen Kulturprogramms macht auf seine ständigen Angebote aufmerksam. Jasmin Schöne wies darauf hin, dass es schon seit geraumer Zeit regelmäßig donnerstags um 15 Uhr die Möglichkeit gibt, an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen – ohne Anmeldung und ohne Extrakosten. Ebenso ist es möglich, das originalgetreu ausgestattete Geburtshaus Arnold Janssens zu besuchen, individuell, aber eben auch in der Gruppe. Für Schulklassen und Kindergartengruppen ist der Besuch sogar kostenlos, der Nachwuchs soll schließlich etwas über seine Heimat und den Steyler Ordensgründer aus Goch lernen.

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