Radfahren

Noch ruckelt die Europa-Radbahn in Kleve ein wenig

Der letzte Feinschliff für Verbindung zwischen Kleve und Kranenburg fehlt noch. Im Juni soll die Bahn fertig sein. Genutzt wird sie schon jetzt.

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Noch braucht es ein wenig Geschick, um die Europa-Radbahn zwischen Kleve und Groesbeek zu befahren. Vielerorts stehen Absperrgitter der noch laufenden Bauarbeiten. Es gilt abzusteigen, diese zu umlaufen und wieder aufzusteigen. Doch wer diese Hürde meistert, erlebt knapp 50 Minuten Radfahrvergnügen entlang der Draisinenstrecke - auch wenn der Asphalt auf dem Klever Stadtgebiet noch etwas ruckelt unter den Rädern.

Im August 2018 startete der Bau des Verkehrsprojekts. Das Ziel: In kürzester Zeit von Kleve bis nach Nimwegen mit dem Rad statt dem Auto. Schließlich stärke der Drahtesel Umwelt und Klima, erklärten die Initiatoren des Radwegs, die Stadt Kleve und die Gemeinde Kranenburg. Der Schnellweg soll die Schwanenstadt gar mit Nimwegen verbinden.

Ein neuer Blick auf den Forstgarten

Ab Groesbeek aber weicht man auf die nicht weniger komfortablen Asphaltstrecken im Nachbarland aus. Der Start der Europaradbahn ist am Klever Draisinenbahnhof nahe der Hochschule Rhein-Waal. Knapp drei Meter breit ist der Radweg, an neuralgischen Punkten mit Beleuchtung versehen. Der erste Höhepunkt der „Fietstour“ eröffnet sich noch auf Klever Stadtgebiet. Als Radler passiert man den Forstgarten mit Blick auf die Wasserspiele und den Kupfernen Knopf. Auch der Blick auf den Kranenburger Bruch ist sehenswert.

Ausdrücklich ausgewiesen ist der Weg für E-Fahrräder. Kein-Wunder: Der frisch angelegte Weg kreuzt kaum Straßen, weshalb man ohne viel Mühe auf Geschwindigkeiten von über 25 Kilometer pro Stunde kommt - vorausgesetzt der Akku spielt mit. Selbst notorisch Orientierungslose dürften sich nicht verfahren. Zwar gibt es keinerlei Beschilderung, wo die Reise hingeht und wie viele Kilometer man noch vor sich hat. Doch wer dem schwarzen (bis Kranenburg) und im Anschluss dem weißen Asphalt folgt, kommt im Ziel an.

Kopje koffie im Herzen von Groesbeek

Vorsicht ist geboten beim Überqueren der B9. Die Verkehrslage in der Kurve ist unübersichtlich, die Ampelanlage wird noch installiert. Als Zwischenstopp bietet sich der Draisinenbahnhof in Kranenburg an. Dort berät die Touristeninformation (Mo. bis Fr. 10-13 Uhr, 13:30-17 Uhr, Sa./So. 10:30-15 Uhr). Charmant sind auch einige Sitzgelegenheiten in der Nähe der Grenze, teilweise inmitten von Buschwerk - Natur pur inklusive. Auch das Überschreiten der Grenze ist unübersehbar, ein meterhoher Bogen signalisiert „Welkom in Nederland“.

Es folgen eine Reihe ulkiger Bauernhöfe, man fährt vorbei an grasenden Kühen und Schafen, Werbeschilder werben für „Asperges“, zu deutsch: Spargel. Der einzige Durchhänger sind einige hundert Meter vor dem Ziel; links der Strecke tut sich ein Industriegebiet auf. Wer das Ziel Groesbeek erreicht hat, wird jedoch belohnt. Der weitläufige Marktplatz der Gemeinde lädt mit seinen Cafés zum Verweilen ein. Der passende Schlusspunkt der Radtour: Die erste Gasse, auf die Radler treffen, ist die „Bellevue“.

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