Pädagogen informieren sich über KIM

Uedem.   Wie kann Inklusion in der Schule gelingen? Diese Frage stellt sich immer drängender, schließlich nehmen mehr und mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf am gemeinsamen Unterricht teil. Das Kinder-Interaktions-Modell (KIM) ist eine Antwort darauf.

Wie kann Inklusion in der Schule gelingen? Diese Frage stellt sich immer drängender, schließlich nehmen mehr und mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf am gemeinsamen Unterricht teil. Das Kinder-Interaktions-Modell (KIM) ist eine Antwort darauf.

Bei einer Fachtagung im Bürgerhaus in Uedem informierten der Kreis Kleve und die heilpädagogisch-therapeutische Praxis Apfelbaum über das Konzept. 165 Lehr- und Kitakräfte sowie Vertreter der Jugendämter und der sozialpädiatrischen Zentren verschafften sich einen Eindruck von den Methoden des effektiven Lernens und förderlichen Umgangs mit besonderen Kindern.

Unterstützung zur Eigenständigkeit

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Kreis Kleve KIM nach erfolgreichem Abschluss der Projektphase in die Regelförderung aufgenommen. „KIM unterstützt Kinder darin, ihr Selbsthilfepotenzial auszuschöpfen, so dass sie in der Schule ohne Integrationshelfer auskommen können“, sagte Landrat Wolfgang Spreen. Für die Tagung hatte er die Schirmherrschaft übernommen.

Hinter KIM steht ein multimodales Stufenkonzept, das die Praxis Apfelbaum in Geldern und Kleve in enger Abstimmung mit dem Kreis Kleve entwickelt hat. Ausschließlich speziell ausgebildete Fachkräfte werden als KIM-Therapeuten eingesetzt. Sie unterstützen Kinder mit besonderem Förderbedarf oder spezifischen Lebens- und Lernerschwernissen, die im inklusiven Unterricht Hilfe benötigen. Förder- und Entwicklungsangeboten sollen den Mädchen und Jungen zu einem hohen Maß an Selbstständigkeit verhelfen, damit sie ihren Weg in der Schule eigenständig weitergehen können.

KIM basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, verbunden mit den bewährten Behandlungsformen des Lernkonzeptes „Intra Act Plus“ und der Heilpädagogik. Petra Schumacher, Leiterin der Praxis Apfelbaum, verwies auf die bisherigen Erfolge: „Durch die Intensivbegleitung von behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern, deren Familien und der Schulen konnten bislang bereits 23 der geförderten Kinder eine Selbstständigkeit erreichen, die es ihnen ermöglicht, ohne Integrationshelfer die Schullaufbahn zu meistern. Die individuellen Förderpläne helfen jedem einzelnen Kind, sein persönliches Anforderungs- und Leistungsniveau zu optimieren“.

In ihrem Fachvortrag stellten Petra Schumacher und die KIM-Fachbereichsleiterin der Praxis, Barbara Weyers-Koschlik, die Arbeitsweise im Kinder-Interaktions-Modell vor und zeigten auf, welche Hilfen die KIM-Therapeuten den Lehrkräften geben können. In Videobeiträgen verfolgten die Teilnehmer der Fachtagung die Entwicklung eines Schülers über zwei Jahre. Zudem berichteten eine Mutter, eine Lehrerin und zwei Schüler ebenfalls im Video von den Anfängen der KIM-Therapie bis hin zu den für sie faszinierenden Ergebnissen nach den zwei Jahren der Betreuung.

Dr. Fritz Jansen, Diplom-Psychologe und Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie, ging auf die Lernmethode „Intra Act Plus“ ein und referierte über den Umgang mit Widerständen und aggressivem Verhalten beim Lernen. Videos machten deutlich, wie unbewusste Beziehungssignale das Verhalten der Kinder steuern und so die Lernsituation maßgeblich beeinflussen. Die Arbeit mit Videos ist Bestandteil des „Intra Act Plus“-Konzeptes.

Die Praxis Apfelbaum bot den Pädagogen über die Fachtagung hinaus eine kooperative Zusammenarbeit an.

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