Gefahrstoffe

PAKs bereiten Kleve langsam Kopfschmerzen

An der Montessori-Schule wird zurzeit kräftig gebaut. Auch hier wurden belastende PAKs in den Böden gefunden.

An der Montessori-Schule wird zurzeit kräftig gebaut. Auch hier wurden belastende PAKs in den Böden gefunden.

Foto: Andreas Gebbink / nRZ

Kleve.  Jetzt wurden auch an der Montessori-Schule und dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium die gefährlichen Stoffe in Fußböden und Wandputz nachgewiesen.

Diese Nachricht kam überraschend. Gebäudemanager Georg Hoymann teilte dem Klever Schulausschuss am Mittwochabend mit, dass nicht nur in der Grundschule An den Linden Konzentrationen von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nachgewiesen worden sind, sondern auch in der Montessori-Schule in der Spyckstraße und im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Hoymann klärte die Ausschussmitglieder auf, dass in der Montessori-Schule sämtliche Böden ausgetauscht werden müssen. Auch der Putz an den Wänden sei belastet und müsse abgeschliffen werden. Möglicherweise müsse er auch komplett neu aufgetragen werden. „Diese Maßnahme war nicht eingeplant“, sagte Hoymann. Die Montessori-Schule befindet sich zurzeit in der vollen Sanierungsphase und soll im August 2020 übergeben werden. Die Stadt könne dieses Ziel heute nicht mehr garantieren.

Im Stein-Gymnasium sind die Werte unbedenklich

Auch das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist von PAKs betroffen. In acht Räume müssten die Böden komplett ausgetauscht werden, so Hoymann. Schulleiter Timo Bleisteiner erläuterte im Gespräch mit der NRZ, dass dort, wo sich Parkett befinde, auch ein PAK-haltiger Kleber verbaut worden sei. Die gemessenen Werte seien aber noch unterhalb des ersten Grenzwertes und daher unbedenklich. Betroffen seien der Verwaltungsbereich, Informatikräume und Lehrerarbeitsräume. Es werde weiterhin darin gearbeitet, sagte Bleisteiner.

Im Zuge der Sanierung der Schule sollen nun alle Böden ausgetauscht werden. Es sei zu vermuten, dass bei einer Bearbeitung des Bodenbelags dann auch die PAKs freigesetzt werden. Zurzeit gebe es einen guten Versiegelungszustand.

An den Linden werden die Böden komplett ausgetauscht

Wie berichtet, wurden auch an der Grundschule An den Linden weitere belastete Böden gefunden. Betroffen sind das erste Obergeschoss und der Pavillon. Die Stadt wird nun zuerst das erste Obergeschoss angehen. Zurzeit werde ein Konzept erarbeitet, um das 1. OG leerzuräumen. Danach wird saniert. Auch wurden bereits zwei Lüftungsgeräte aufgestellt, im Pavillon stehen drei Geräte.

Ab dem 1. Oktober könnten die Vergaben für die Arbeiten erfolgen. Nach Möglichkeit soll noch in den Herbstferien begonnen werden. Ist das 1. OG erstellt, kommt der Pavillon an die Reihe. Im Januar 2020 soll alles abgeschlossen sein. Die Stadt ordnete eine weitere Messung der Raumluft an. Das Ergebnis werde Mitte nächster Woche vorliegen.

Fragen der NRZ zu gemessenen Werten, Auswirkungen auf den Schulbetrieb und die Finanzen konnte die Stadt bislang noch nicht beantworten.

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