Kirche

Pfarrzentrum Mariä Himmelfahrt Kleve mit Bildungsstätte

Der Blick auf die Stiftskirche soll zwischen den neuen Häusern frei bleiben.

Der Blick auf die Stiftskirche soll zwischen den neuen Häusern frei bleiben.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  Die Fbs Kleve und das katholische Kreisdekanat sollen mit an die Kapitelstraße ziehen. Abriss des Pfarrheims in diesem Monat, Neubau im Frühjahr.

Das Wort Pfarr-Zentrum wird an der Kapitelstraße in Kleve eine noch größere Bedeutung bekommen. Auch die Familienbildungsstätte soll dort ihre neue Adresse finden.

Zurzeit frisst der Bagger die Reste des alten Pfarrheimes und der alten Pfarrwohnung. An gleicher Stelle entsteht wie geplant ab dem Frühjahr dann das Pfarrzentrum St. Mariä Himmelfahrt nach dem 2017 ausgewählten Entwurf des Architekturbüros Hahn-Helten aus Aachen: 650-Quadratmeter-Pfarrheim mit integrierter Pfarrverwaltung im Obergeschoss, daneben Pfarrerwohnung und Gästewohnung.

Die Planung wurde verändert: Kein Wohnungsbau, sondern Familienbildungsstätte

Für die gegenüberliegende Straßenseite allerdings wurde die Planung nun verändert. Durch die Tatsache, dass die Christus-König-Kirche an der Lindenallee nach Widerstand aus der Gemeinde und durch die Ergebnisse einer vom Bistum beauftragten Machbarkeitsstudie doch nicht entkernt und völlig umgestaltet werden wird, wurde erneut eine Raumlösung für die Familienbildungsstätte gesucht, die ihr Kursprogramm Am Regenbogen anbietet.

Johannes Mecking als Vorsitzender des Kreisdekanats und des Katholischen Bildungsforums sieht nun an der Kapitelstraße ein „katholisches Kompetenzzentrum“ voraus. Denn nicht zwei Wohnhäuser werden das leere Karl-Leisner-Jugendzentrum ersetzen, sondern ein Gebäude für Fbs und Kreisdekanat (das zurzeit an der Wasserstraße Räume mietet). Der komplette Neubau ermöglicht behindertengerechten Zugang und besticht durch die innerstädtische Lage.

„Synergien sind möglich“, prognostiziert Mecking. Bei einem Vortrag mit erwarteten 200 Besuchern könne man ins Kolpinghaus ziehen, bei Einzelveranstaltungen mit 80 Besuchern mal das Pfarrheim nutzen.

Über das Bistum oder ein Investorenmodell finanzieren

Die Frage ist noch offen, ob dieser Bildungs-Neubau über das Bistum oder ein Investorenmodell finanziert werden wird. Auf jeden Fall würden beide Einrichtungen auch da Miete zahlen.

Für die ursprünglich angedachten Wohnungen an dieser Stelle hätte man einen Investor suchen müssen, der aber sicher ein Interesse an kompakter Bauweise und hohen Mieteinnahmen gehabt hätte, ahnt Mecking. Die jetzige Planung „ist kein Nachteil für die Pfarrei“, freut er sich. Die Kirchengemeinde würde das Grundstück in Erbpacht zur Verfügung stellen.

Derweil gehen die Abrissarbeiten am Pfarrzentrum zügig voran. „Gott sei Dank haben wir bisher keine Altlasten gefunden“, sagt Propst Johannes Mecking. Vorher hatte es bereits Probebohrungen gegeben, ob irgendwo Asbest verwendet worden sei. Mit Bombenfunden rechnet der Propst nicht: „Wir graben ja nicht in die Tiefe“.

Zwischen den vier Gebäuden bleibt der Blick auf die Stiftskirche frei

Ende des Monats soll alles abgerissen sein, dann schauen sich Archäologen nach Bodendenkmälern hier an der Nassauer Mauer, sprich: alten Stadtmauer, um. Dafür soll genügend Zeit bleiben, bis im Frühjahr die Neubauten beginnen.

Architektonisch orientieren sie sich an den bestehenden Nachbarhäusern. Zwischen den vier Gebäuden soll auf jeden Fall der Blick auf die Stiftskirche frei bleiben. „Die Häuser können wie Zinnen der alten Stadtmauer wirken“, beschreibt Propst Mecking.

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