Ratssaal

Punktlandung: Ratssaal Kleve pünktlich fertig

Der Rat zog gestern ein

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Der Rat zog gestern ein Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Mittwoch tagte zum ersten Mal der Rat Kleve im neuen Saal. Dessen Prunkstück ist die Skyline der Stadt, aus Löchern in die Akustikwand gestanzt.

Der ganze Stolz hängt an der Wand. Mit einer Drohne hatte die Verwaltung ein wunderschönes Foto der Klever Skyline machen und etwas zusammengerückt die Schwanenburg und die Stiftskirche in die Akustikwand stanzen lassen: lauter kleine Löcher, die ein Bild ergeben.

Das gleiche Motiv schmückt zum Auftakt der ersten Ratssitzung im neuen Rathaus am Minoritenplatz auch die riesige Leinwand mit gestochen klarem Bild und die beiden großen Bildschirme. Sie lassen demnächst den Zuschauern, vor allem aber auch der Verwaltung den Blick auf Präsentationen und Bebauungspläne frei, ohne dass sich jemand umdrehen oder verrenken muss.

„Es war uns wichtig, dass der Rat als demokratischstes Gremium einer Kommune als erster ins neue Rathaus einzieht“, sagt Kämmerer Willibrord Haas der NRZ. „Schließlich gab der 13,5 Millionen Euro frei für die Bediensteten“. Dann ging er zu jedem einzelnen des Organisationsteam, der da gestern bis noch auf die letzte Minute schaltete und waltete und schüttelte jedem die Hand: „Kompliment. Danke, danke, danke. Herzlichen Glückwunsch dem ganzen Team, dass Sie das geschafft haben“.

„Punktlandung“ nennt es strahlend die Fachbereichsleiterin Bettina Keysers, die mit Gebäudemanager Thomas Mutz das Team leitete. Das Rathaus ist noch nicht ganz fertig, Handwerker noch emsig beschäftigt, aber der Rat kann tagen. 44 bequeme graue Stühle aus Rind-Nappa-Leder – Umweltsiegel „Blauer Engel“ – stehen für die Parlamentarier und 16 für die Verwaltung im 200-Quadratmeter-Ratssaal bereit, „erweiterbar, falls mehrere Fachbereiche vortragen oder Besuch erwartet wird“.

Viel Platz auch für die Bürger

Auch viele Bürger haben jetzt Platz (70 Besucherstühle 17 000 €). Denn seitlich schließt sich ein 126-Quadratmeter-Sitzungssaal für Ausschüsse an, der mit einer Wand abtrennbar wäre oder bei Bedarf eben auch offen bleibt. „Multifunktional nutzbar“, so Keysers. Kosten für Stühle, auf denen die Ratsleute stundenlange Sitzungen verleben: 100 000 Euro, für die Tische – wie die Wand in der Farbe „Melamin Akazie hell“ – 116 000 Euro.

Der Ton der neuen Lautsprecheranlage kommt aus der Decke, darin steckt auch der Beamer auf einem Deckenlifter (incl Bildschirme 16 500 €) . Die Technik wird jeweils von Ratsbüro-Mitarbeitern gesteuert.

Der Umzug der Verwaltungsmitarbeiter startet nun und dauert ein paar Tage an. Die Zeit des Einzugs drängte deshalb, weil in den Ferien viele Verwaltungskollegen und Firmen Urlaub haben und der Umzug nicht geklappt hätte. Nach den Ferien aber muss schon die ganze EDV funktionieren, denn es ist Wahl, erklärt Bettina Keysers der NRZ den Zeitdruck.

Willibrord Haas erwähnt noch, dass es sich beim Rathaus um Passivhausstandard handele, also energiesparend. „Da lacht der Kämmerer“, sagt der Kämmerer.

Zur Eröffnung der Ratssitzung gestern sagte Bürgermeisterin Sonja Northing, dies sei ein „historisches Ereignis“. Der Demokratie werde „Raum und Rahmen gegeben“ und zwar „modern, chic, funktional“. Wichtig sei viel Platz für die Bürgerschaft, die mitwirken werde.

Am 17. September wird im feierlichen Festakt das wieder errichtete, modernisierte Rathaus eröffnet. Jeder Bürger ist willkommen.

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