Wahlkampf

Ralf Klapdor will die Bremsen lösen

Das Thema Bildung steht für den Hochchulprofessor Klapdor ganz oben auf der Liste.

Foto: Thorsten Lindekamp

Das Thema Bildung steht für den Hochchulprofessor Klapdor ganz oben auf der Liste. Foto: Thorsten Lindekamp

Kreis Kleve.  Ralf Klapdor möchte mit der FDP die Digitalisierung in der Gesellschaft vorantreiben und bürokratische Regelungen abbauen

Ralf Klapdor macht seit vielen Jahren Politik für die FDP im Kreis Kleve. Jetzt möchte er in den Bundestag einziehen.

NRZ: Welche Chancen rechnen Sie sich denn dieses Mal aus, in den Bundestag einziehen zu kommen?

Ralf Klapdor: Ich weiß, dass ich Außenseiter bin. Ich stehe auf keiner Landesliste. Aber als FDP-Kreisvorsitzender bin ich kein Unbekannter hier vor Ort, nach über zwölf Jahren Kommunalpolitik als Kreistagsmitglied kenne ich die Themen und könnte viel nach Berlin mitnehmen. Auch möchte ich auf jeden Fall helfen, unsere Wähler zu mobilisieren, auch mit Blick auf die Zweitstimmen.

NRZ: Welche Projekte im Kreis Kleve sind Ihnen wichtig?

Klapdor: Als Bundestagsabgeordneter würde ich mich für eine verbesserte Infrastruktur einsetzen. Beim Flughafen Weeze etwa für die Abschaffung der Luftverkehrsabgabe, bei der Bahn für ein zweites Gleis zwischen Krefeld und Kleve, bei der Straße für mehr Bundesmittel. Und für den Ausbau der Digitalisierung natürlich. Wichtig ist auch eine „faire“ Kommunalfinanzierung, nach der durch den Bund Sozialleistungen, die ja regelmäßig Bundesgesetzgebung sind, auch finanziert werden, damit nicht vor Ort die finanziellen Spielräume reduziert werden.

NRZ: Welche Themen würden Sie noch voran bringen wollen?

Klapdor: Bildung steht bei mir ganz oben an. Dass wir hier bei den Ausgaben unter dem OECD-Standard liegen, spricht doch für sich. Da muss unser Land deutlich mehr Geld in die Hand nehmen, auch um mehr Chancengleichheit zu schaffen. Was das Thema Sicherheit betrifft, was wirklich viele Menschen bewegt: Wir brauchen eindeutig mehr Polizisten auf der Straße, aber auch verbesserte Sicherheitsarchitektur die vielen Bundes- und Landesbehörden. Wobei hier vieles im europäischen Rahmen notwendig ist, z.B. die Aufwertung von Europol. Wobei die Sicherung der EU als einzigartiges Friedensprojekt für mich ein besonderes Herzensanliegen ist. Last but not least sind Bürokratieabbau und Steuervereinfachung wichtige Themen, um „Bremsen zu lösen“, also weitere Kräfte für die Zukunft Deutschlands freizusetzen, dem ich mich gerne mit meinem Detailwissen widmen würde.

NRZ: Das Thema Klimaschutz und Artensterben ist vielen Menschen sehr wichtig. Welche Rezepte hat die FDP?

Klapdor: Die Sicherung der Artenvielfalt ist ebenso wie Klimaschutz umfangreich in unserem Wahlprogramm verankert. Auch hier muss jedoch bei Maßnahmen die Frage nach der Effizient gestellt werden dürfen. So hat im Klimaschutz die teure Subvention erneuerbarer Energien durch das EEG bisher keinen positiven Klimaeffekt, da im europäischen Emissionshandel die deutschen Einsparungen zu mehr Verschmutzungsrechten bei den europäischen Nachbarn führen. Daher müssen wir dieses System reformieren und gleichzeitig für die Energiewende endlich Themen wie die Stromspeicherung angehen.

NRZ: Die Landwirtschaft ist am Niederrhein im Fokus. Wie möchte die FDP die starken Grundwasserbelastungen (Nitrat) verbessern?

Klapdor: Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren schon deutliche Verbesserungen in der Gülleausbringung erreicht, die durch die große Wirkungsverzögerung vielfach noch nicht in den Messwerten ablesbar sind. Die fortschreitende Digitalisierung der Landwirtschaft wird die Möglichkeiten, unschädliche Dosierungen zu erreichen, verbessern. Wenn das öffentliche Meßnetz, welches derzeit noch sehr lückenhaft ist, verbessert wird, sollte mit zeitnaher Kontrolle und weiteren Anstrengungen der Landwirtschaft das Problem lösbar sein.

NRZ: Sind Sie mit der Entwicklung der Kreis-FDP zufrieden?

Klapdor: Wir hatten schon mal weniger Mitglieder als heute, wenn ich an die Zeit nach der letzten Wahl denke. Jetzt liegen wir wieder bei deutlich über 300. Und, was mich besonders optimistisch stimmt, es kommen immer mehr junge Leute zu uns.

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