Brandschutz

Realistisches Szenario auf dem Flughafen Weeze

Spektakulär sehen die Szenarien aus – und sind es auch. Am Trainings Base Weeze wird u.a. die Flugzeug-Brandbekämpfung trainiert.

Spektakulär sehen die Szenarien aus – und sind es auch. Am Trainings Base Weeze wird u.a. die Flugzeug-Brandbekämpfung trainiert.

Weeze.   Das Training Base Weeze stellte jetzt sein neues Flugzeug-Brandbekämpfungsprogramm auf dem Gelände des Flughafens vor.

Als das Flugzeug auf der Landebahn aufsetzt, schlagen die Flammen bereits aus dem Triebwerk, dichter Rauch steigt von den Bremsen auf. Jetzt zählt jede Minute, das Feuer zu löschen und die Passagiere zu evakuieren. Ein solches Szenario ist gewissermaßen das tägliche Brot der Trainer und Ausbilder der Training Base Weeze (TBW), einem der europaweit größten Trainingszentren für Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizei- und Militäreinheiten. Seit November können die Retter für den Ernstfall an echten Flugzeugen üben. Jetzt wurde das neue Flugzeug-Brandbekämpfungsprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auf dem rund 40 Hektar großen Trainingsgelände am Flughafen Weeze wurden dafür Übungssimulatoren errichtet. So können Feuerwehren ab sofort am detailgetreuen, 27 Meter langen Modell einer Passagiermaschine trainieren. Gearbeitet werden kann außerdem an einem Sikorsky-Helikopter sowie dem Rumpf eines Turboprop-Passagierflugzeugs. Per Fernbedienung können die Trainer verschiedene Notfälle auslösen – vom Triebwerksbrand bis zum Ausbruch eines Feuers im Cockpit oder der Bordküche sind alle Szenarien denkbar.

„Maßgeschneiderte Angebote für alle Bedarfe“

„Wir können maßgeschneiderte Angebote für alle Bedarfe machen“, sagt Trainer Rüdiger Schulz. Flughafen-Wehren aus Brüssel, Antwerpen, Ostende oder Paderborn hätten die verschiedenen Module bereits genutzt. Aus- und weitergebildet wird in drei Sprachen. Neben deutsch und englisch vor allem auch niederländisch.

„Der Impuls für den Aufbau des neuen Trainingsmoduls kam von der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA“, erklärt TBW-Geschäftsführer Philip Janssen. Danach seien Flughafenfeuerwehren in Europa verpflichtet, in Zukunft regelmäßige praktische Übungen im Bereich Flugzeugbrand so realistisch wie möglich durchzuführen. „Dafür bieten wir ab sofort perfekte Bedingungen“, ist Janssen sicher.

Angebot für Rettungskräfte in 32 Ländern

Das Angebot der TBW richtet sich vor allem an die Rettungskräfte in den 32 Ländern, die zum Verantwortungsbereich der EASA gehören. Und so trainieren neben niederländischen Feuerwehren, für die entsprechende Übungseinheiten schon seit langem gelten, auch Einsatzkräfte von überall in Weeze. 2016 nutzten rund 18 000 Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Mitglieder von Militär- und Polizeieinheiten das Areal. Hier können sie auch Geiselnahmen, Dorferstürmungen oder Konvoibegleitung trainieren oder Anti-Terrortraining absolvieren.

Auch ISAR Germany nutzt das weitläufige Gelände, um in und an Gebäuden mit den Hunden zu trainieren. „Unsere Kunden sind hauptsächlich staatliche oder staatsnahe Unternehmen, aber auch NGO’s“, erklärt Janssen. Ihnen stehen dafür 360 Gebäude zur Verfügung; 30 Mitarbeiter – Trainer, Ausbilder, Supervisoren – sind Spezialisten für alle Übungsbereiche.

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