Schule

Realschule hat wenig Chancen auf mehr Klassen

Die Karl-Kisters-Realschule

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Die Karl-Kisters-Realschule Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Bezirksregierung lehnt es ab. Bürgermeisterin Northing: „Es geht nicht nur um politische Diskussion, sondern auch um Recht und Gesetz“.

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Erneut beantragte die FDP im Schulausschuss, die Karl-Kisters-Realschule „von 2018 an“ vierzügig laufen zu lassen. Zwar sind in den letzten Jahren immer vier Parallelklassen gebildet worden, aber jeweils als „Ausnahme“. Das wolle die Bezirksregierung nicht mehr erlauben, zitierte die Bürgermeisterin aus einem Beratungsgespräch mit den zuständigen Dezernenten in Düsseldorf: Die räumlichen Kapazitäten seien erschöpft , habe man ermittelt, eine „dauerhafte“ Vierzügigkeit werde nicht zugelassen und fürs nächste Jahr auch keine Ausnahme.

Drei andere Großprojekte

Jörg Cosar, CDU, fand die vergrößerte Realschule zwar inhaltlich gut, lehnte aber einen neuen Anbau an der Lindenstraße in Kellen ab – weil Kleve mit zwei Gesamtschulen und einem kompletten Neubau für das Konrad-Adenauer-Gymnasium (Gelände hinterm Bahnhof) ja drei Großprojekte vor der Brust hat. Laut Schulverwaltungsamtsleiterin Annette Wier seien „frühestens in fünf Jahren“ neue Bauaktivitäten denkbar.

Daniel Rütter, FDP, beklagte, dass „auf Teufel komm’ ‘raus“ die Gesamtschulen „groß etabliert“ werden sollen. Dr. Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) erinnerte an den auch von Grünen nur zähneknirschend mit beschlossenen politischen Konsens, den Gesamtschulen endlich in eigenen Gebäuden die Chance zu geben, ihr Profil zu entwickeln.

„Das müssen wir durchhalten“

„Da muss der Rat dahinter stehen, das müssen wir durchhalten“. Wenn nach ein paar Jahren der Elternwille immer noch mehr Realschulklassen wünsche, könne man erneut darüber nachdenken.

Realschulleiter Hubert Wanders sagte, dass die Klassenzimmer ausreichten: Die Schule wurde für 23 Klassen errichtet, sie fährt 24 plus eine Sprachklasse für Flüchtlingskinder. Sie habe zwar keine Differenzierungsräume, die von der Bezirksregierung für modernen Unterricht eingefordert wurden (es gebe 270 qm zu wenig), aber die Differenzierung sei nicht notwendig, weil die Karl-Kisters-Realschule die Kinder ja „zielgleich“ unterrichte. Niklas Lichtenberger, SPD, erinnerte, dass auch Kranenburg eine (private) Realschule anbiete.

„Dreieinhalbzügig“ prüfen lassen

Bürgermeisterin Sonja Northing erklärte, es gehe nicht nur „um politische Diskussion, sondern auch um Recht und Gesetz“ und die Bezirksregierung habe ja bereits ihre Ablehnung angekündigt. Man solle Kinder und Eltern nicht verunsichern. Daniel Rütter will erneut eine „dreieinhalbzügige“ Schule prüfen lassen, die abwechselnd drei und vier Klassen bilde. Northing erinnerte, dass die Verwaltung das längst geprüft hatte: nicht erlaubt. Außerdem wäre auch dann ja das nächste Schuljahr dreizügig.

Das reichte Rütter nicht. Die Abstimmung wurde vertagt.

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