Realschule Kleve

Realschule Kleve bleibt dreizügig

Die Realschule Kleve-Kellen an der Lindenstraße bleibt dreizügig.

Foto: Glisson

Die Realschule Kleve-Kellen an der Lindenstraße bleibt dreizügig. Foto: Glisson

Kleve.   Politische Mehrheit beruft sich auf Bezirksregierung, die einem Antrag auf vier Parallelklassen nicht zustimmen will. CDU und FDP beklagen: Die waren nie vor Ort.

Die Diskussion um die Größe von Schulen hat in Kleve ein Ende. Vorerst. Die Karl-Kisters-Realschule wird dreizügig.

CDU und FDP setzten nicht durch, dass die Realschule dauerhaft vier Parallelklassen in jedem Jahrgang fahren solle. Sie unterlagen mit 19 Stimmen mit ihrer Meinung gegen 23 Stimmen von SPD, Grünen und Offenen Klevern.

Wie berichtet, hatte die FDP die Vierzügigkeit wieder mal beantragt, auch die – nicht zulässige – Variante einer „dreieinhalbzügigen“ Schule vorgebracht. Daniel Rütter, FDP, begründete: Er habe mit jemandem aus der Bezirksregierung Düsseldorf gesprochen, der ihm gesagt habe, es sei eine rein lokale Entscheidung. Bürgermeisterin Sonja Northing erinnerte, die Bezirksregierung als Fachaufsicht habe der Stadt Kleve doch bereits schriftlich gegeben, dass Düsseldorf solch einen Antrag nicht genehmigen werde. „Unsere Aufgabe als Schulträger ist es, geeignete Schulräume zur Verfügung zu stellen“. Und nur, wenn sich in den nächsten Jahren gar nichts an pädagogischer Ausrichtung und Ablauf ändere, kein Fach hinzu komme, reiche es. „Aber auch bisher lief die Vierzügigkeit nur mit Ausnahmegenehmigung,“ die die Bezirksregierung für die Zukunft ausgeschlossen habe.

Bezirksregierung hat Raumplanung nie angesehen

Jörg Cosar, CDU, unterstützte dagegen die FDP, den Elternwunsch umzusetzen, den man anhand der Anmeldungen ablesen könne. „Die Schule kommt perfekt mit 23 Räumen aus“. Cosar sei „zur Stoßzeit in der Pause da gewesen“ und auch der Schulhof sei anscheinend ausreichend. „Auch wenn fünf Quadratmeter je Schüler Vorschrift sind, mir kommt es so vor, als stehen eher fünf Schüler auf einem Quadratmeter“. Beide Parlamentarier meinten, es sei „schade“, dass die Bezirksregierung ein Urteil fälle, obwohl sie nie vor Ort die Raumplanung angesehen habe.

Man müsse den Eltern Sicherheit geben

Dr. Hedwig Meyer-Wilmes, Grüne, hielt dagegen, hier geht es nicht darum, ob die Schule gut arbeite. Es gebe einfach Ärger mit der Bezirksregierung, wenn Kleve Vierzügigkeit beantrage. „Wir kommen aus dem Dilemma nur heraus, wenn man beide Systeme“ – das gegliederte und das des längeren gemeinsamen Lernens (= Gesamtschulen) gleich behandele. Es ist nicht mal nur die Frage von Räumen, sondern auch von Vorzugsbehandlung, erinnerte sie an mehr Klassen fürs Konrad-Adenauer-Gymnasium. Sie zählte auf, wie viele Schulen inklusive Berufskolleg welche Abschlüsse ermöglichen und fand das „ganz schön viele für eine 50 000-Einwohner-Stadt. Den Eltern stünde sehr wohl eine Wahl zu. Man müsse ihnen Sicherheit geben, indem von vornherein klar sei, dass es nur drei Parallelklassen Realschule geben werde.

Daniel Rütter versuchte ein letztes: „Ich bin nicht bereit dazu, dass gelost wird, welches Kind angenommen wird“ und „Nicht die Eltern müssen sich nach den Wünschen der Politik richten“, sondern umgekehrt. Er überzeugte die Mehrheit nicht.

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