Stichwahl

Reinders: Charakter des Klinikareals in Bedburg-Hau erhalten

Stephan Reinders tritt für die CDU an und hat den ersten Wahlgang gewonnen.

Stephan Reinders tritt für die CDU an und hat den ersten Wahlgang gewonnen.

Foto: Stephan Reinders

Bedburg-Hau.  Der CDU-Kandidat Stephan Reinders sieht die Pläne für den Klinik-Nordteil als Chance, plädiert aber für eine ökologisch sinnvolle Lösung.

CDU-Kandidat Stephan Reinders geht nach dem Gewinn des ersten Wahlgangs als Favorit in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bedburg-Hau.


Welches Thema möchten Sie als Bürgermeister als Erstes anpacken?

Der neu gewählte Rat und der neue Bürgermeister werden sich unverzüglich mit dem Bürgerbegehren zur Entwicklung des Klinikgeländes befassen müssen. Zudem steht die Weiterentwicklung des Gemeindezentrums oben an, da die bisherige Vermietung des Schulgebäudes kurzfristig ausläuft. Da im November bereits der Haushalt eingebracht wird, ist für den Bürgermeister eine zügige Information durch den Kämmerer und seine Mitarbeitenden notwendig. Der Informationsfluss an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Ratsfraktionen muss sich verbessern. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich Wertschätzung entgegenbringen und erste Gelegenheiten für ein Kennenlernen bieten.

Die Entwicklung des Klinik-Nordteils ist für die Gemeinde von herausragender Bedeutung. Wie stehen Sie zu den Plänen der Investoren?

Es geht jetzt zunächst um die Prüfung der Machbarkeit – noch nicht um die endgültige Gestaltung des Bereichs. Hier dann die Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen, finde ich absolut notwendig. Eine sinnvolle Gestaltung ist wichtig und muss und wird von mir als Bürgermeister aktiv und überzeugend begleitet werden. Ich bin mir sicher, dass sie sowohl städtebaulich als auch ökologisch attraktiv gelingen kann. Der Erhalt des Waldes, der übrigens nicht nur aus Bäumen, sondern auch aus Büschen, Hecken und Sträuchern besteht, die gepflegt werden wollen, und damit der Erhalt des früheren Charakters des Geländes hat für mich hohe Priorität. Die Bauten der Landesklinik stehen zudem unter Denkmalschutz – und natürlich müssen wir auch die Stellungnahme der unteren Denkmalbehörde abwarten. Ein Bebauungsplan für den Nordteil ist für mich eine Chance, die Gemeinde weiter aufzuwerten. Nichts zu unternehmen, macht es leider nicht besser. Genau das – Stillstand, Leerstand und Verrottung – würde aber passieren, wenn wir das Projekt nicht angehen. Das Gelände darf nicht verkommen und verfallen – dafür ist es viel zu schön!


Welche Zukunft sehen Sie für das Gemeindezentrum?

Das bereits auf den Weg gebrachte Einzelhandelskonzept war ein erster Aufschlag – ob es aber so umgesetzt wird, ist für mich noch längst nicht entschieden. Aufgabe des neuen Rates wird es sein, sich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürger und auch mit Bürgermeister und Verwaltung hier einen Überblick zu verschaffen und sich dann die Frage zu stellen: Was genau brauchen und wollen wir für das Gemeindezentrum? Ich sehe sicherlich Ansätze, in denen das alte Schulgebäude eine Rolle spielen mag, genauso gut kann ich mir aber auch eine Überplanung vorstellen. Diese soll nach meinen Vorstellungen aber auf gar keinen Fall wie ein zweites Einkaufszentrum wirken, falls es überhaupt eins wird. An der Einfahrt in unsere Gemeinde stelle ich mir ein ansprechendes Areal vor, das der Gemeinde und den Menschen, die hier aktuell und auch zukünftig wohnen, gut tut.


Wie stehen Sie zum Kiesabbau?

Was wir auch als Gemeinde an der aktuellen Situation mit der Fläche in Hau nicht ändern können, ist, dass eine Genehmigung der Abgrabung durch den Kreis Kleve erfolgen wird, wenn aus rechtlicher Sicht alle Voraussetzungen vorliegen. Für mich steht aber fest: Schon bei der Prüfung des Antrags muss die Gemeinde mit im Boot sein und hier besonders Acht geben. Sollte eine Abgrabung auf der Kiesfläche in Hau rechtlich nicht zu verhindern sein, werde ich mich dafür einsetzen, diese umweltverträglich zu gestalten und für die Anwohnerinnen und Anwohner die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Die Verantwortlichen der Bürgerinitiative „StopKiesHau“ sorgen zudem stets für neue Informationen, alles läuft fair und in einem angemessenen Rahmen ab.

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