Gustav-Adolf-Schule

Rektor Franz van Beek verabschiedet sich in den Ruhestand

Abschied nehmen (von links): Konrektorin Ruth Hemmelder, Rektor Franz van Beek und Lehrerin Monika Rosenbaum sind nun im Ruhestand.

Foto: Niklas Preuten

Abschied nehmen (von links): Konrektorin Ruth Hemmelder, Rektor Franz van Beek und Lehrerin Monika Rosenbaum sind nun im Ruhestand.

Goch.   An der Gocher Gustav-Adolf-Schule wurde Rektor Franz van Beek verabschiedet. Auch Ruth Hemmelder und Monika Rosenbaum gehen in den Ruhestand.

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Die „kleine Revolution“, wie sie Franz van Beek augenzwinkernd im Rückblick nennt, zettelte er in den 80er Jahren an. Der damalige Lehrerratsvorsitzende drückte durch, dass seine Kollegen und er an der St.-Martin-Schule in Pfalzdorf einen Kopierer leasen konnten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein solches Gerät in Goch nur im Gymnasium den Lehreralltag erleichtert. Dass kurz vor den Sommerferien zudem einige Commodore 64 im Schulflur standen, ging auch auf sein Engagement zurück.

Die Anekdote, die van Beek bei seiner Verabschiedung im Foyer der Gustav-Adolf-Schule erzählte, sagt manches über den langjährigen Schulleiter der erweiterten Ganztagshauptschule aus: Nicht nur dachte er bereits an eine Digitalisierung des Lehrens und Lernens in einer Zeit, als bei vielen der Kollegen das Misstrauen gegenüber den neumodischen Maschinen noch überwog. Die kleine Erinnerung beschreibt auch den anpackenden und zuweilen sturen Macher Franz van Beek. „Für ihn galt immer: Nicht nur Reden schwingen, sondern es am Ende auch tun“, sagte sein Freund und politischer Wegbegleiter, Bürgermeister Ulrich Knickrehm.

Nachfolger ist Norbert Arntz

Mit Franz van Beeks Ausscheiden aus dem Schuldienst – daran ließen auch die anderen Redner keinen Zweifel – geht eine Ära an der Gustav-Adolf-Schule zu Ende. Mit ihm wurden Konrektorin Ruth Hemmelder und Lehrerin Monika Rosenbaum am Freitag in den Ruhestand verabschiedet.

„Mir fällt es nicht leicht, zu gehen“, bekannte van Beek, der die Gustav-Adolf-Schule ab 1997 erst kommissarisch und seit 1999 als Rektor leitete und durch turbulente Zeiten führte. Dem immer rasanteren Sterben der Hauptschulen setzte er mit Unterstützung des Kollegiums einen konsequenten Aus- und Umbau hin zum Ganztag entgegen. „Ihre Entscheidungen haben die Existenz dieser Schule gesichert“, stellte Norbert Arntz fest, der van Beek an der Spitze der Hauptschule nachfolgt. Neuer stellvertretender Schulleiter ist Detlef Kranz.

42 Jahre Hauptschule

Arntz konnte sich im vergangenen halben Jahr in die neue Aufgabe einarbeiten und leitete die Dependance im Gebäude der ausgelaufenen St.-Martin-Schule. Dort hatte Franz van Beek wiederum nach Anfangsstationen in Aldekerk und Straelen die erste Hälfte seiner 42-jährigen Hauptschulzeit verbracht und von 1992 bis 1996 auch als Konrektor gearbeitet.

Insgesamt ein Vierteljahrhundert war er in Schulleitungen tätig. „Ich freue mich nun darauf, Verantwortung abzugeben und Schule nicht mehr neu erfinden zu müssen – auch wenn es aktuell dringend notwendig wäre“, sagte van Beek.

Hemmelders Wechsel von Kalkar nach Goch

In den vergangenen gut fünf Jahren arbeitete er mit Ruth Hemmelder daran, den Platz der Gustav-Adolf-Schule in einer sich stark verändernden Schullandschaft zu erhalten. Die Konrektorin selbst war direkt von diesem Wandel betroffen, als sie nach 34 Jahren die schließende St.-Nikolaus-Schule in Kalkar verlassen musste und in ihre Heimatstadt Goch wechselte. „Eine hervorragende Pädagogin, die nicht nur Wissen vermitteln konnte, sondern das Kind auch als Persönlichkeit wahrgenommen hat“, sagte Norbert Heidemann, langjähriger Schulleiter in Kalkar, über Hemmelder.

Ihre Tennis-Doppelpartnerin aus frühen Gocher Tagen saß bei der Feierstunde gleich neben der scheidenden Konrektorin: Monika Rosenbaum erinnerte sich an den „rauen Wind“, den sie in ihrer Anfangszeit an der Gustav-Adolf-Hauptschule spürte, aber auch daran, dass „ich mich immer sehr wohl in dieser Schulform gefühlt habe“. Julian Görtz, Vorsitzender des Lehrerrats, bedankte sich mit einer sehr persönlichen Rede bei Monika Rosenbaum: „Dir ging es nie um Rang und Namen, sondern immer um unsere Schüler.“

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