Niederlande

Ferienort Renesse führt rauchfreie Zone am Strand ein

Renesse ist die erste niederländische Gemeinde, die eine rauchfreie Zone an einem Nordseestrand eingerichtet hat.

Renesse ist die erste niederländische Gemeinde, die eine rauchfreie Zone an einem Nordseestrand eingerichtet hat.

Foto: Theo Nieuwenhuizen

Kleve/Renesse.  Zigarettenkippen sollen den Strand des Küstenortes Renesse nicht mehr verschandeln. Die Gemeinde will so ein Bewusstsein bei Touristen schaffen.

Ein langes Wochenende steht vor der Tür. Das Wetter ist schön, viele haben ein paar Tage frei – da wird das Städtchen Renesse auf der malerischen, niederländischen Ferieninsel Schouwen-Duiveland wieder von deutschen Touristen überspült. Jeder noch so kleine Campingplatz wird in den kommenden vier Tagen gut gefüllt sein. Die Einheimischen erwarten 50.000 bis 60.000 Besucher, viele davon aus Deutschland. Und alle haben nur ein Ziel: den wunderschönen Sandstrand.

Doch in diesem Jahr gilt es etwas zu beachten: Der Betreiber des Strandes hat zum ersten Mal eine rauchfreie Zone eingeführt: Auf gut 500 Metern dürfen keine Zigaretten mehr ausgepackt werden.

Rauchfreie Zone am Strand von Renesse

Damit ist Renesse die erste Gemeinde in den Niederlanden, die das Ziel eines rauchfreien Strandes verfolgt. „Ganz verbieten können wir es nicht. Dies könnte man auch nicht kontrollieren“, sagt Gemeinde-Sprecherin Kim de Vos. Gleichwohl unterstütze man die Initiative der örtlichen Unternehmer, um den Touristen klar zu machen, dass das Rauchen ungesund ist und dass Zigarettenkippen nicht nur schädlicher Abfall sind, sondern auch das Wasser stark beeinträchtigen. Ein Glimmstängel verseuche erhebliche Mengen Wasser mit Schadstoffen wie Nikotin, Teer, Cadmium, Blei...

Am Strand von Renesse gibt es seit dem 1. Juni Hinweisschilder, die verdeutlichen, dass zwischen dem Strandpavillon „Haven van Renesse“ und dem Strandzugang „Scholderlaan“ keine Zigaretten erwünscht sind: „Wir hoffen darauf, dass die Strandgänger sich der Problematik der weggeworfenen Stummel bewusst werden“, erzählt Theo Nieuwenhuizen im Gespräch mit der NRZ. Nieuwenhuizen arbeitet seit 17 Jahren am Strand von Renesse und befreit regelmäßig die Strände von den unschönen Kippen: „Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass das Rauchen auch am Strand problematisch ist“, so der Strandwächter.

Unterschiedliche Reaktionen zur Raucheraktion

Die ersten Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. „Einige sind erbost und sagen uns, dass man jetzt nicht einmal mehr in der freien Natur rauchen dürfe. Andere finden die Aktion sehr gut und wünschen sich, dass wir dies an mehreren Stränden durchsetzen sollten.“ Insgesamt besitzt Renesse 22 Kilometer Nordsee-Strand.

„Die Zigarettenkippen verschandeln nicht nur unseren Strand, sondern sie landen irgendwann auch im Wasser. Wir können niemals alle Kippen entsorgen, das geht im Sand einfach nicht. Wir sehen, dass die Fluppen jahrelang im Wasser treiben können, ohne sich aufzulösen. Irgendwann werden sie dann von Fischen gefressen und landen in deren Magen.“, erzählt Nieuwenhuizen.

Weitere Aufklärungskampagnen in den Sommermonaten

In den Niederlanden wurde die Aktion landesweit diskutiert. „Hier ist eine ganz schöne Aufregung“, sagt der Strandwächter. Er wird gerade am kommenden langen Wochenende viele Badegäste ansprechen und auch für die Sommermonate seien einige Aufklärungsaktionen geplant. „Wir möchten in Renesse schöne Strände haben und ich denke, dass dies auch von den meisten Badegästen geteilt wird.“

In Frankreich und Belgien gibt es bereits rauchfreie Strände. In den Niederlanden haben sich die Kippen zu einem richtigen Problem entwickelt. In der Gemeinde Hoek van Holland haben Umweltschützer acht Kilometer Strand gezielt nach Kippen abgesucht und 14696 Filterzigaretten aufgesammelt.

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