Museum Forum Arenacum

Römische Funde im Museum Rindern

Museum Forum Arenacum zeigt römische und antike Funde. Hier römische Glasfläschchen.

Foto: Claudia Gronewald

Museum Forum Arenacum zeigt römische und antike Funde. Hier römische Glasfläschchen.

Rindern.   Museum Forum Arenacum Rindern öffnet nach Umbauphase das Dachgeschoss für Besucher. Sammlungen Fürtjes und Langfeld zu sehen.

Das kleine Kunstwerk heißt das „As des Tiberius“, ist nur wenige Zentimeter groß und über 2000 Jahre alt. Mit dem Kopf des römischen Kaisers auf der einen und der sitzenden Concordia mit Zepter und Zweig auf der anderen Seite ist die kleine Münze eines der vielen antiken Stücke, die im Dachgeschoss des Museums Forum Arenacum in Rindern zu sehen sind. Jedes von ihnen ist nicht nur hübsch und voller Geschichte, mit der bereit gestellten Lupe sind die winzigen Details auch sehr genau zu sehen. Mit der Präsentation zweier umfangreicher Sammlungen römischer und steinzeitlicher Fundstücke öffnet das kleine Museum das nach gut einjähriger Bauzeit renovierte Dachgeschoss des Hauses für Besucher.

37 000 Euro für den Umbau

37 000 Euro hat der Umbau gekostet, gegeben hat das Geld unter anderem die Stiftung NRW. Viel Holz hat man in Rindern verarbeitet und aufgearbeitet. Das kann der Besucher schon beim Gang die Treppe hinauf bestaunen. Hier strahlen die eichenen Stufen in neuem Glanz. In gläsernen Vitrinen zeigt das Museumsteam um Roland Verheyen zukünftig die Sammlung des Rinderners Wilhelm Fürtjes als Dauerpräsentation. Wegen ihres großen Umfangs kann man bei der zweiten Sammlung von Helmut Langfeld regelmäßige Wechsel bei den Exponaten vornehmen. „Wir können jederzeit aus der über 3000 Stücke großen Sammlung schöpfen“, verrät der Museumsleiter.

Beide Sammler haben vor allem in der Umgebung von Rindern nach Fundstücken gesucht. Langfeld richtete seinen Fokus dabei vor allem auf Gegenstände, die in römischer Zeit zur Ausstattung von Pferd und Reiter gebraucht wurden. „Langfeld sammelte alles, was mit Pferden zu tun hatte“, berichtet roland Verheyen. Besucher können Teile von metallenem Zaumzeug oder Pferdegeschirr, Riemenverteiler oder das Fragment einer Spore betrachten. Auf einer eigens vom Sammler angefertigten Zeichnung sind alle Stücke einem damit ausgerüsteten Pferd zugeordnet.

Kosmetik und Medizin der Römerzeit

Aus dem Bereich Kosmetik und Medizin trug Langfeld in den Jahrzehnten seiner Sammeltätigkeit etwa einen gut erhaltenen dreilagigen Kamm aus Horn, römische Glasfläschchen, Haarnadeln aus Bronze, eine Tierfibel (frühzeitliche Spange) in Form einer Taube oder den Griff eines Rasiermessers in Form eines Pantherkopfes zusammen. Alle Exponate stammen aus der Zeit um das erste bis vierte Jahrhundert nach Christus.

Wilhelm Fürtjes ergänzt die Ausstellung mit Gegenständen aus vorrömischer und der Bronze-Zeit. Zu sehen sind hier Schlagsteine und Steinbeile, Klingenkerne und Spitzenkratzer, teils aus der Steinzeit. Fürtjes sammelte Keramik aus dem Mittelalter, fand versteinerte Baumrinde oder Platten mit versteinerten Meerestieren, sogar ein Schädelfragment eines Menschen – alles in der Nähe von Rindern.

Römische Ziegelsteine

Sehenswert ist auch die kleine Sammlung an Ziegelsteinen der verschiedenen römischen Legionen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert. Die Nummernstempel verweisen auf die jeweilige Legion, die sie verwendete. Viele der Steine stammen aus der damals größten Ziegelbrennerei des Römischen Reiches, „De Holdeurn“ bei Berg en Dal. Legionäre der zehnten Legion errichteten sie im 1. Jahrhundert.

Öffnungszeiten sind sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter 02821/3370 (Roland Verheyen) oder 18315 (Josef Gietemann).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik