10 Jahre Hochschule Rhein-Waal

Schade, dass das Studium in Kleve irgendwann mal endet

Die Studenten Justus Becker und Johannes Baeumer mögen Kleve.

Die Studenten Justus Becker und Johannes Baeumer mögen Kleve.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.   Justus Becker und Johannes Baeumer studieren in Kleve. Die beiden fühlen sich in der Schwanenstadt sehr wohl.

Es war Tag der offenen Tür der Hochschule Rhein-Waal 2017. Der erste Eindruck: Es schüttet aus Kübeln. Unterstellen in der Mensa. Dann wird das Wetter besser. Der Campus: toll. Die Hochschule: toll. Zuletzt mit der Freundin in die Stadt, noch einen Kaffee trinken. „Da habe ich schon gedacht: Wo bin ich denn hier gelandet?“Inzwischen kennt Justus Becker (24) Kleve sehr gut, auch die Kneipen, die netten Ecken, den Menschenschlag. Becker studiert in Kleve International Relations. Er kommt aus Düsseldorf, hat ein paar Semester Jura in Münster studiert. War letztlich doch nicht so sein Ding. Außerdem war die Ablenkung zu groß: ständig WG-Partys, überall ist etwas los. Da ist Kleve doch erheblich lernfreundlicher.

Es ist schwieriger, eine Wohnung zu finden, als man denkt

Sein Kommilitone Johannes Baeumer (23) stammt aus Ostwestfalen, das Ländliche ist ihm nicht unbekannt. Er wohnte die ersten Tage in der Jugendherberge und fuhr immer mit dem Bus zur Hochschule. Einmal stieg er am Koekkoekplatz aus dem Bus. „Das ist aber eine schöne Straße“, fand er mit Blick auf die Kavarinerstraße. Heute wohnt er dort. Auch beim hartnäckigsten Nachfragen ist den beiden kein schlechtes Wort über Kleve herauszulocken. Im Gegenteil. „Ich hätte nie gedacht, dass ich es mal bedauern würde, in ein paar Semestern meinen Bachelor zu machen und dann hier wegzugehen“, sagt Baeumer. Allein die zahlreichen Menschen aus den vielen Nationen, die sie kennengelernt haben: „Man kann nicht über den Campus gehen, ohne irgendwen zu treffen, mit dem man mindestens eine Minute redet“, sagt Becker.https://dcx.funkemedien.de/dcx/documents#/doc/doc75tow81vble5rhqx8hs

Was sie erstaunt hat: „Es ist schwieriger, eine Wohnung zu finden, als man denkt.“ Das sagen beide. Zwar findet letztlich jeder etwas – aber man muss die eigenen Ansprüche überdenken.

Gute Kontakte zur Bevölkerung

Gibt es einen Mangel an Kneipen und Clubs? Nein, Kneipen gibt es eigentlich viele, sagen sie. Und überhaupt: Dass das Angebot nicht so groß ist, führe dazu, dass die Studenten selber etwas auf die Beine stellen.

Und dann sind da noch die Klever Institutionen. Studenten nehmen Veranstaltungen von Haus Mifgash wahr, Kooperationen mit der VHS, Baeumer hat sogar ein Treffen zur Stadtentwicklung besucht – dazu hatte die Stadt die Studenten eingeladen. Kontakte mit der Klever Bevölkerung sind also zahlreich.

Und, wie ist der Klever so? „Hart, aber herzlich“, antwortet Becker schmunzelnd. Oft kämen Klever beim ersten Kontakt recht barsch rüber, dann aber komme man ins Gespräch. „Die Hochschule ist schon Wischi-Waschi“, habe ein Senior ihm mal gesagt. Nach ein paar Minuten Gespräch waren dann doch alle superfreundlich. „Ich habe sowieso ganz viel Entgegenkommen und Gastfreundschaft erlebt“, sagt Baeumer.

Größter Wunsch wäre ein Kiosk, der lange öffnet

Und so bleiben ihre Wünsche an die Stadt doch sehr, sehr bescheiden. Becker: „Ich persönlich wünsche mir einen Kiosk, der auch nach zehn Uhr noch offen hat.“ Und vielleicht Gastronomie, die bezahlbare Gerichte für zwischendurch anbietet. Baeumer findet es bedauerlich, dass kleine Läden in der Innenstadt schließen. „Und warum gibt es im Bahnhof keinen Kiosk? Das müsste sich doch lohnen!“ Das aber sind Fragen, die die Klever selber beantworten müssen.

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