Kleve.

Schüler planen „Stadtentwicklung“

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Kleve. Am nächsten Mittwoch werden mehrere Gruppen von Kindern und Jugendlichen mit auffallend kritischem Blick durch die Klever Innenstadt ziehen. „Was sollte man hier verbessern?“ „Was will ich eigentlich in der City tun können?“ sind Fragen aus ihren Schul-Aufgaben. Denn das Konrad-Adenauer-Gymnasium Kellen veranstaltet eine „Kinderzukunftswerkstatt“ zum Thema „Kinderfreundliche Stadtplanungsentwicklung für Kleve“ mit den Jahrgängen 5, 6 und 7.

„Eine der besonderen Aufgaben der Schule von heute besteht darin, Schüler der Demokratie näher zu bringen. Dies lässt sich vor allem erlernen durch handlungsorientierte Projekte, die aus dem Lebensumfeld der Schüler stammen,“ ist der pädagogische Ansatz.

Profis an der Seite

Also sind die jungen Klever Einwohner gefragt, was sie an Opschlag oder dem früheren Skaterplatz Backermatt oder in der Einkaufszone verbessern würden. Die Stadtverwaltung will es gerne hören und vielleicht in Masterplan und Anträge auf Landeszuschüsse zur Innenstadtverbesserung einarbeiten.

Drum stellt die Schule den Kids Profis an die Seite: Das in ähnlichen Projekten erfahrene Planungsbüro „Stadtkinder“ aus Dortmund – finanziert über Sponsoren – begleitet die Schüler der Klassen 5 bis 7 bei der Kinderzukunftswerkstatt. Theorie: Auch Kleve stehe durch großflächige Neubauten in der Gefahr, Freiflächen zu verlieren, auf denen sich Kinder draußen im Freien aufhalten könnten. „Aber Kinder und Jugendliche, die ohne geeignete Spielräume im Freien aufwachsen, weisen öfters Defizite in ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung auf“, so die Schule. Städtische Planer sollten Freiräume aus dem Blickwinkel von Kindern und Jugendlichen bewerten..

Fachleute aus dem Planungsamt gehen zur Vorbereitung bereits am Dienstag mit Leuten vom Dortmunder Büro und zwei Vertretern des Schulkollegiums durch Kleve, um Rahmenbedingungen zu nennen. Tags darauf starten die Schüler zu ihren „Streifzügen“ zu Spiel-, und Aufenthaltsorten und Freiflächen, auf denen die Stadt „gemäß dem Handlungsprogramm zum Stadtumbau“ Veränderungen vorsieht.

Um 9 Uhr kommen die Gymnasiasten am Mittwoch per Bus in die Stadt, bilden Gruppen und bestimmen ihre Routen selbst. Sie zeichnen ihre Wege in Karten ein, fotografieren, protokollieren. Erst im Kleinen, dann nachmittags arbeiten sie auf großen Postern die wichtigsten Aussagen heraus, markieren schöne Orte und Konfliktpunkte.

Die Kinder sind somit gut vorbereitet für die Kinderzukunftswerkstatt am 25. September. Luftbilder, die auf Styroporplatten aufgezogen sind, spicken sie mit ihren Ideen: Fähnchen an Schaschlik-Spießen nennen die Vorschläge für die jeweiligen Orte. Zur Abschlusspräsentation (gegen 14 Uhr) am Donnerstag sind Politiker, Verwaltungsmitarbeiter aus den verschiedenen Fachämtern sowie Eltern und die interessierte Öffentlichkeit eingeladen.

Als erstes lokales Werkstattprojekt hatten Fünftklässler vom KAG sich stark gemacht, dass Kleve die Kurbad-Cleve-Quelle reaktivieren möge (wie ausführlich berichtet).

Mehr zu den Projekten: www.kinderzukunftswerkstatt.de

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