Schulzentrum Bollwerk

Schulumbau Kalkar braucht doch mehr Zeit

In die ehemalige Hauptschule zieht das Gymnasium ein, doch hier im Trakt ganz links (so genannter „Kopfbau“) wird die Realschule Räume -- u.a. Küche für Hauswirtschaft -- bekommen. Der Eingang dazwischen soll zweigeteilt werden, links für Realschule, rechts fürs Gymnasium

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

In die ehemalige Hauptschule zieht das Gymnasium ein, doch hier im Trakt ganz links (so genannter „Kopfbau“) wird die Realschule Räume -- u.a. Küche für Hauswirtschaft -- bekommen. Der Eingang dazwischen soll zweigeteilt werden, links für Realschule, rechts fürs Gymnasium Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kalkar.   Erneut um einige Monate verschoben. Architekt nennt neue Termine in einer Sondersitzung des Schulausschusses. Grundschule ziehe Ostern 2020 um.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine Sondersitzung des Schulausschusses hatte die Fraktion der Freien Bürger Kalkar FBK beantragt. Thema: Warum und um wie viele Wochen verzögern sich die Umzüge der Schulen am Schulzentrum Bollwerk? Die Antwort: Nimmt man den letzten Sachstandsbericht aus der März-Sitzung, geht es um drei Monate mehr. Nimmt man aber die ursprüngliche Planung, dann verschiebt sich der Umzug der Josef-Lörks-Grundschule um ein ganzes Jahr. In den Osterferien 2020 soll es soweit sein. So überschlägt es jedenfalls bisher Architekt Gunnar Ader.

Ausschreibung umgeschrieben

Richtig deutlich machen konnte er nicht, woran das liegt. Auch nicht auf Bürger-Nachfrage von Stefan Gürtzgen, Schulpflegschaftsvorsitzender des Jan-Joest-Gymnasiums. Man habe die Leistungsverzeichnisse „zusammendampfen“ und komplett neu umschreiben sowie Brandschutz (Küche der Realschule im Kopfbau der Ex-Hauptschule) und Elektrotechnik (naturwissenschaftlicher Trakt im ehemaligen musischen Anbau) anpassen müssen, fachsimpelte der Architekt.

Der Physikraum sei ja nun innenliegend, sollte am besten aber an die Außenwand verschoben werden, die einfache Verglasung sei nicht zulässig. Hinzu komme ein Behinderten-WC im Obergeschoss. Wegen der „Nutzungsänderung“ durch die Bäckerei (Brötchenverkauf) habe er einen Bauantrag an den Kreis gestellt. Bei der Gelegenheit stelle sich auch die Frage, ob der Müll-Standort zulässig sei „oder ein paar Meter weiter gerückt werden sollte“, wurde der Architekt dann sehr kleinteilig.

Gunnar Ader sagte, zwar stehe die Hauptschule nun seit über drei Jahren leer, trotzdem könne man nicht einfach irgendwo mit „ein bisschen Abriss beginnen“. Würde man die Arbeiten zeitlich komprimieren, bräuchten die Baufirmen mehr Leute – und sie seien sowieso in den Sommerferien mit anderen Schulbau-Aufträgen ausgebucht.

Man könne jetzt zwar noch „einen Monat raus holen“ und die Vergabe nicht im regulären Vergabeausschuss am 20. September beschließen, „aber muss das?“, so Ader. Tja, ob das muss, das konnten die ehrenamtlichen Parlamentarier nicht absehen.

Die NRZ fragte Fachbereichsleiter Frank Sundermann, was es mit dem Umschreiben der Ausschreibung auf sich habe. Ursprünglich hatte das Architektenbüro für jede Schulform einzeln aufgelistet, welche Arbeit unter dem Aspekt des Schul-Ringtausches zu vergeben wäre, was „Sanierung“, was beispielsweise Investition im naturwissenschaftlichen Trakt ist. Allein für die leer stehende Hauptschule – künftig Gymnasium und ein bisschen Realschule – hätte man dann den Handwerkern „mehrere Hundert Seiten“ Ausschreibungstexte gegeben, beschreibt Sundermann.

Vorbereitungen „differenzierter und komplexer“

Jetzt aber schreibt man die ganze Maßnahme je nach Gewerk aus. Der strenge Unterschied, welches Geld die Stadt für Bauunterhaltung und welches „investiv“ verbucht, muss nun nicht mehr der Handwerker auseinander halten. Ist das nicht sowieso Job des Kämmerers? fragte die NRZ. Tatsächlich seien Abstimmungsgespräche gelaufen, bestätigt Sundermann. Zwei bis drei Arbeitstage kostete diese neue Betrachtungsweise. Alle Vorbereitungen seien „differenzierter und komplexer“ als im März geahnt, räumt der Fachbereichsleiter Planen/Bauen ein.

Ausschreibung startet in zwei bis drei Wochen

Der Bauzeitplan: In zwei bis drei Wochen werden die öffentlichen Ausschreibungen auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht. Sanitär, Elektro bewerben sich bis Ende Juli, die Stadt wertet das bis Ende August aus. Auftragserteilung Ende September und unmittelbar danach Start. Wirklich schwierig wird es, wenn die Schulleitung umzieht, weil dann sichere Download-Anschlüsse (Internet) für Abiturklausuren garantiert sein müssen. Unschön auch, das im Zeitplan des Architekten zum Schulball genau der Abriss der Toiletten geplant ist.

„Wir sind an der Grenze des Leistbaren“, sagte Gymnasialdirektorin Susanne Janßen. Grundschulleiterin Sigrid Lenders sicherte Geduld zu, wenn nötige Reparaturen erfolgen.

FBK-Sprecher Günther Pageler war enttäuscht: „Wir dachten, seit März seien alle wichtigen Dinge längst auf dem Weg.“ Nun verspiele man Vertrauen der Eltern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik