Landgericht

Schweigen beim Drogenprozess vor dem Landgericht Kleve

Der Angeklagte soll unter anderem

Foto: dpa/Daniel Karmann

Der Angeklagte soll unter anderem Foto: dpa/Daniel Karmann

Goch/Kleve.   Ein Gocher soll jahrelang mit Drogen gehandelt und die Mittel auch an Minderjährige verkauft haben. Zäher Auftakt vor dem Landgericht.

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„Keine Angabe“, „Das weiß ich nicht mehr“ oder „Dazu möchte ich nichts sagen“: Der Auftakt im Prozess gegen einen 25-jährigen Drogendealer aus Goch gestaltete sich vor dem Landgericht Kleve äußerst zäh. Der Angeklagte ließ über seinen Verteidiger mitteilen, dass er sich weder zur Sache noch zu seiner Person äußern wolle. Und auch die geladenen Zeugen verweigerten entweder komplett die Aussage, antworteten nur zögerlich oder erschienen erst gar nicht zur Verhandlung. Ihre Verschwiegenheit hat eigennützige Gründe: Gegen mindestens einen der Männer läuft ein gesondertes Ermittlungsverfahren, ein anderer ist bereits rechtskräftig wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem vorbestraften Gocher bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie deren Einfuhr und Abgabe an Minderjährige vor. Laut Anklage dealte er mindestens zwischen März 2014 und Juni 2016 aus seinen Wohnungen in Goch und Kleve heraus insbesondere mit Marihuana und Amphetamin. Zudem soll er auch Kokain verkauft haben.

50 Gramm Marihuana für 325 Euro

Zu den Abnehmern der aus den Niederlanden über die Grenze geschmuggelten Drogen sollen in einigen Fällen auch Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren gehört haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft befanden sich in der Wohnung des Mannes zwei Teleskopschlagstöcke und ein Aluminium-Baseballschläger.

Ein von der Polizei sichergestellter und in der Gerichtsverhandlung präsentierter Chat-Verlauf gab einen Eindruck von den Geschäften, die der Angeklagte im April und Mai 2016 mit einem der Zeugen führte. In den Nachrichten des Messenger-Dienstes WhatsApp taucht etwa die Frage auf: „Kann ich für 325 Euro was haben?“ Dafür erhielt der Käufer 50 Gramm Marihuana. Für die Übergabe wurde häufig ein Treffen an der Kirche in Pfalzdorf vereinbart. „Ich habe die Drogen eins zu eins weitergegeben“, sagte der Zeuge.

Fortsetzung am 26. Januar

Die WhatsApp-Nachrichten legten zudem den Verdacht nahe, dass der heute 20-Jährige gemeinsam mit dem Angeklagten Beschaffungsfahrten unternahm („Morgen müssen wir wieder fahren“). „Da sage ich nichts zu“, nuschelte der Zeuge nur.

Der Prozess wird am 26. Januar und 9. Februar um jeweils 9 Uhr fortgesetzt. Dann sind zwölf weitere Zeugen geladen.

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