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Schwere Zeiten für das Museum „Het Valkhof“ in Nimwegen

Regen, Regen, Regen: Für das Museum Het Valkhof in Nimwegen ist das Jahr 2017 bislang ziemlich trist verlaufen.

Foto: Andreas Gebbink

Regen, Regen, Regen: Für das Museum Het Valkhof in Nimwegen ist das Jahr 2017 bislang ziemlich trist verlaufen. Foto: Andreas Gebbink

Nimwegen.   Das Museum „Het Valkhof“ in Nimwegen kämpft mit finanziellen Problemen. Die Provinz Gelderland und die Stadt müssen es stärker unterstützen.

Es ist so ein schönes Museum: Der Blick aus den wundervollen Panoramafenstern des Museums Het Valkhof in Nimwegen offenbart eine einzigartige Perspektive auf den Niederrhein. Wer hier steht und auf die Waal schaut, der kann die römische Historie der Region mit Händen greifen. Nur das Museum in Xanten kann mit ähnlich reichen Funden aus der Antike punkten.

Das Museum Het Valkhof ist ein wichtiger Kunst- und Kulturtempel für die Stadt Nimwegen und die gesamte Provinz Gelderland. Umso erstaunlicher klang da der Weckruf des neuen Direktors Jan van Laarhoven, der vor ein paar Wochen in einem offenen Brief die aktuellen Finanzprobleme des Hauses offen und ausführlich dargelegt hatte. Eigentlich war für dieses Jahr ein Umbau in Höhe von 3,5 Millionen Euro geplant. Aber aktuell sieht die Lage alles andere als entspannt aus. Schlimmer noch: Het Valkhof kämpft ums Überleben.

Das Museum wurde 1999 von der Provinz Gelderland und der Stadt Nimwegen gegründet und beherbergt einen Großteil der römische Funde aus der Region. Auch auf dem Gebiet der mittelalterlichen Kunst ist Het Valkhof die erste Adresse. Jahrelang konnte das Museum gute Zahlen vorweisen. Bis 2013 kamen im Schnitt jährlich 101 000 Interessierte. Im Jahr 2015 brach die Besucherzahl aber auf 80 000 ein, darunter befanden sich lediglich 20 000 bezahlende Besucher. Das finanzielle Defizit betrug 660 000 Euro. Und auch 2016 war kein erfolgreiches Jahr. Auch hier wird mit einem Defizit gerechnet.

Zudem musste das Museum von 2013 bis 2015 sparen. Die Stadt kürzte ihren Etat um 100 000 Euro und die Provinz um 118 000 Euro. Diese Sparmaßnahmen seien zwar nicht ursächlich für die heutige Krise, so Direktor van Laarhoven in seinem Brief, aber sie hätten das Haus nachhaltig geschwächt.

Jan van Laarhoven ist der Meinung, dass sich der Staat stärker einbringen muss. Zwar stellt Nimwegen jährlich 2,1 Millionen Euro bereit, aber dafür bekomme die Region auch etwas zurück. Allein die Besucher würden jährlich drei Millionen Euro in den umliegenden Geschäften ausgeben.

Von der Provinz Gelderland verlangt van Laarhoven ein stärkeres finanzielles Engagement. Die Provinz zahlt jährlich 1,4 Millionen Euro, davon sind 800 000 Euro zweckgebunden für gesetzlich vorgeschriebene konservatorische Arbeiten. „Man darf sich hier die Frage stellen, ob die Provinz Gelderland mit der heutigen Kostenverteilung nicht etwas sehr günstig wegkommt“, schreibt van Laarhoven.

Der Direktor ist besorgt über die aktuelle Liquidität und das Programm für 2018. Im Oktober soll es eine Ausstellung über das Gebetbuch von Maria von Gelre geben. Für 2019 ist es eine interaktive Ausstellung über Ritter geplant: „Um diese beiden Ausstellung realisieren zu können, müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden“, so van Laarhoven.

Die Stadt Nimwegen zahlt seit Februar die Subventionen vorläufig nur monatlich aus. Ein Gutachten des Büros „Van Berenschot“ habe die finanziellen Probleme offen gelegt, der Rat der Stadt sei über das Ausmaß der Situation erschrocken, heißt es im Ratsbeschluss vom 22. Mai.

Im September soll es mehr Klarheit über die Zukunft geben. Dann liegt ein neues Gutachten vor. Bürgermeister Hubert Bruls und seine Beigeordneten schreiben dem Stadtrat: „Nimwegen braucht ein gutes Museum. Wir sind der Meinung, dass die älteste Stadt der Niederlande, an einem so historischen Ort wie dem Valkhofgelände, ein Museum mit Ausstrahlung benötigt. Das Museum Het Valkhof hat alle Möglichkeiten dazu.“

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