Lichterfest Forstgarten

Rote Lampions und Feuerwerk: Das war das Klever Lichterfest

Mit beginnender Dunkelheit hängen USK-Mitarbeiter Fabian Baré (im bild und Denis van Hasselt rote Lampions an die Leine und ziehen sie zur Mitte des Moritzkanals übers Wasser.

Mit beginnender Dunkelheit hängen USK-Mitarbeiter Fabian Baré (im bild und Denis van Hasselt rote Lampions an die Leine und ziehen sie zur Mitte des Moritzkanals übers Wasser.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  USK-Mitarbeiter gaben mit Kerzenlicht und Installationen dem Forstgarten zum Klever Lichterfest den besonderen Schein. Feuerwerk war komponiert.

Das war Gesprächsthema an den Ufern: „Ist ja vielleicht zum letzten Mal, das Feuerwerk“. Die Bürger stehen noch zweifelnd vor der Frage, ob das traditionelle Lichterfest im Forstgarten Kleve mit der umweltschützenden Zeit gehen sollte und auf Feuerwerk verzichtet. Statt der ruß-absondernden und teuren Leuchtraketen könnte es eine Lasershow geben, wie sie in Kleve schon einmal beim Lichterfest zumindest einen Teil des Publikums durchaus begeisterte – Traditionalisten aber hatten sich damals beschwert.

Tatsächlich war die knallende, sprühende Feuershow am Samstag wieder so schön, dass die Zuschauer am Moritzkanal und auf der Tiergartenstraße vor dem Amphitheater von Herzen Applaus gaben. Die Musik kam modern, das dazu komponierte Feuerwerk wurde nicht in Barockfeuer bodennah und Höhenfeuerwerk über dem Kupfernen Knopf getrennt, sondern fügte sich nach Melodie zusammen. Bis auf die entsetzt schreienden Enten und alljährlich verschreckten Tiergartenbewohner war wohl jeder fasziniert. Ein Lob den Feuerwerkern.

Eine Woche Vorbereitung und eine Woche Nachbereitung

Und ein ganz dickes Dankeschön an die rund 30 Mitarbeiter der Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK). „Für vier Stunden Spaß eine Woche Vorbereitung und eine Woche Nachbereitung“, beschreibt Vorarbeiter Martin Krabbe, der mit seine Kollegen Fabian Kranz und Christian Löpelmann am Weyhegraben echte Kerzen in den knallroten Lampions entzündet. Und in derselben Nacht wird ja auch noch aufgeräumt. Der Arbeitsaufwand ist enorm. Wohl um die Hundert Lampions hier, insgesamt über 300 an Kanälen und den beiden Inseln.

„Echte Kerzen geben schon besonders schönes Licht“, vergleicht Dennis van Hasselt.

Er hängt zwölf Lampions in Reihe, um sie mit Fabian Baré auf der einen Uferseite und Georg Duif auf der anderen mitten überm Wasser zu platzieren. Am Moritzkanal beleuchten LED-Lämpchen die Kunstgewebe-Kugeln. „Damit sie nicht mehr so rosa erscheinen, nehmen wir diesmal LED in Warmweiß“, beschloss Michael Verfürth. Er ist Grünflächenleiter der USK und seit zwei Jahren Chef fürs Lichterfest.

Filigran geschlitzten Silberkugeln sorgen für besondere Atmosphäre

„Ich dachte, dass ich ruhiger wäre“, lacht er über die eigene Nervosität. Die USK wollen der Klever Lichterfest zum Highlight machen für Bürger und Touristen. Jedes Jahr möchte er auch etwas Neues bringen. So kamen zu den vier Lichtskulpturen vom vorigen Jahr vier weitere auf den Forstgartenwiesen hinzu. „Ich halte immer die Augen offen, wenn ich über Handwerkermärkte gehe“, verrät Verfürth. Auf

einem entdeckte er wachsgefüllte Flammenkugeln aus Edelstahl und bestellte sie. In Anglerhosen staksten Mitarbeiter der USK durch die flachen Teiche im Forstgarten und steckten die Silberbälle in den Teichboden – mit gutem Augenmaß für den richtigen Abstand und sich-spiegelnde Eleganz. So wie die Lampions ihr rotes Licht überm Wasser verdoppeln, zauberten auch die filigran geschlitzten Silberkugeln eine besondere Atmosphäre. „Die Firma hat für uns eine Extraschicht eingelegt, um sie pünktlich zu produzieren“, sagt Verfürth. Es hat sich gelohnt.

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