Karnevalsumzüge

So sicher sind die Kreis Klever Karnevalsumzüge

TÜV-Prüfer Michael van den Boom kontrollierte im vergangenen Jahr die Karnevalswagen der Queekespiere, die Christian Hunzelar vorfuhr. Das Gutachten ist für drei Jahre gültig, wenn die Wagen nicht baulich verändert werden.

TÜV-Prüfer Michael van den Boom kontrollierte im vergangenen Jahr die Karnevalswagen der Queekespiere, die Christian Hunzelar vorfuhr. Das Gutachten ist für drei Jahre gültig, wenn die Wagen nicht baulich verändert werden.

Foto: privat

Kreis Kleve.   Vor den Karnevalsumzügen haben sich Veranstalter und Behörden viele Gedanken um die Sicherheit gemacht. Ähnliche Auflagen wie in den Vorjahren.

Bevor Zehntausende im Kreis Kleve bei den Karnevalsumzügen die Straßen säumen und ausgelassen feiern, steht für die Veranstalter sowie die Mitarbeiter der Verwaltungen, Polizei und weiteren Organisationen das ernste Kontrastprogramm an: Sie erarbeiten, kontrollieren und genehmigen die Sicherheitskonzepte, die das Risiko für Unglücke bei den Massenveranstaltungen minimieren sollen. „Die Auflagen sind bereits recht hoch und wurden zu diesem Jahr glücklicherweise nicht weiter verschärft“, sagt Johannes Hunzelar von den Keppelner Queekespiere. Ähnliches ist auch von den Beteiligten aus den anderen Kommunen zu hören, bei denen sich die NRZ in der heißen Phase der Session umgehört hat.

Ein beispielhafter Blick in das Sicherheitskonzept für den Klever Rosenmontagszug zeigt, wie sehr die Vorbereitungen ins Detail gehen. Darin sind etwa Haftungsfragen und Rechtsansprüche geregelt, die genauen Standorte für den Sanitätsdienst und die Toilettenanlagen festgelegt sowie ein Verbot von Konfettikanonen ausgesprochen.

TÜV-Gutachten erforderlich

Wichtig ist auch ein Gutachten, das der TÜV für drei Jahre ausstellt, wenn die Karnevalswagen nicht baulich verändert werden. Die Prüfer haben die einzigartigen Gefährte in den vergangenen Wochen unter anderem auf die Funktionsfähigkeit von Bremsen, Lenkung und Reifen begutachtet sowie die nötige Brüstungshöhe kontrolliert. „Seit wir diese Prüfungen durchführen, sind die Züge technisch gesehen viel sicherer geworden“, stellt Heinz-Willi van de Loo, Leiter der TÜV-Station in Kleve fest.

Zuletzt sei intern diskutiert worden, ob die Karnevalswagen betriebserlaubnispflichtig werden sollten, berichtet van de Loo. „Damit hätte man 95 Prozent der Wagen vergessen können, weil sie dann bestimmten EG-Richtlinien entsprechen müssten“, sagt der Experte. Für NRW ist dies jedoch erst einmal vom Tisch. „Wir sollten alles tun, um technische Sicherheit zu erreichen, aber die Aufgabe für die Karnevalisten trotzdem so leicht wie möglich halten“, so van de Loo. Deswegen prüften er und seine Kollegen die Wagen in der kurzen Session häufig abends und an vielen Samstagen. „Jeder muss seinen Anteil leisten, um das Brauchtum aufrecht zu erhalten“, sagt van de Loo.

Ordner ohne Grenzen

Neben den Wagen müssen pro Achse zwei Ordner mitlaufen – eine personelle Herausforderung für so manche Gruppe. Doch die Jecken wissen sich zu helfen: Vom Elferrat der Queekespiere liefen beispielsweise beim Umzug in Kalkar an Altweiber einige Mitglieder mit, den Gegenbesuch gibt’s am Rosenmontag in Keppeln.

Neu beim Kranenburger Zug ist in diesem Jahr das Verbot von mobilen Beschallungsanlagen (die NRZ berichtete). „Wir werden gemeinsam mit der Polizei die Jugendlichen im Zweifel ansprechen“, kündigt Willi Fleskes aus der Verwaltung an. In Bedburg-Hau gibt es dagegen keine neuen Auflagen. Wie in den beiden Vorjahren werden jedoch wieder Feuerwehrfahrzeuge als Sperren an neuralgischen Punkten wie der Schmelenheide und dem Rosendaler Weg stehen.

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