Seuche

So sorgt der Kreis Kleve gegen die Schweinepest vor

In Brandenburg wurde ein mobiler Elektrozaun wegen der Afrikanischen Schweinepest errichtet.

In Brandenburg wurde ein mobiler Elektrozaun wegen der Afrikanischen Schweinepest errichtet.

Foto: Bernd Settnik / dpa

Kreis Kleve.  Auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg reagiert auch der Kreis Kleve mit verschiedenen Maßnahmen.

Im Kreis Kleve werden unter anderem mit Kontrollen, Stichproben und Übungen umfangreiche Vorbereitungen auf eine Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) getroffen. „Die Landwirtschaft und Veterinärverwaltung sind hoch sensibilisiert“, teilt der Kreis auf NRZ-Anfrage mit. Wie berichtet, bereitet der in Brandenburg festgestellte Ausbruch der für Menschen ungefährlichen, aber für Schweine tödlichen Seuche auch den hiesigen Landwirten große Sorgen.

Das Thema ist laut Kreisverwaltung bereits länger auf dem Radar der Verantwortlichen. 2019 fanden landesweit verpflichtende Übungen statt, bei denen „die Ausgangslage genau der jetzt in Brandenburg eingetretene Fall war“, so der Kreis. In die Übung waren demnach unter anderem Vertreter der Landwirtschaft, Jägerschaft, der Landesbetrieb Wald und Holz, örtliche Ordnungsbehörden und auch die Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft in Nordrhein-Westfalen (WSVG) eingebunden.

Vorsorgegesellschaft hilft beim Zaunbau

Die WSVG steht den Kreisen und kreisfreien Städten als Dienstleister zur Verfügung und soll bei einem Ausbruchsgeschehen bei Wildschweinen maßgebliche Aufgaben in Absprache mit Land und lokalen Veterinärbehörden übernehmen. „Dazu zählt beispielsweise der Zaunbau, sofern es bei der jeweiligen örtlichen Situation sinnvoll erscheint“, erläutert die Kreisverwaltung.

Bei allen Kontrollen in Schweinehaltungen sowie bei sonstigen Gelegenheiten werde seit geraumer Zeit verstärkt auf die Einhaltung der Biosicherheit in den Betrieben hingewirkt. „Die konsequente Beachtung der einschlägigen Vorschriften ist der beste Schutz gegen die Einschleppung der ASP und anderer Seuchen in Schweinebestände“, stellt die Verwaltung fest. Über eine Schweinepest-Monitoring-Verordnung werden zudem alle verendet aufgefundenen Wildschweine, mit klinischen Symptomen erlegte sowie stichprobenweise gesund erlegte Wildschweine auf Krankheiten wie die ASP untersucht.

Risiko-Ort Autobahnraststätte

Wichtig sei auch die Aufklärung relevanter Bevölkerungsgruppen. „Ein besonderes Risiko geht vom Fernverkehr und von Personen wie Saisonarbeitern aus ASP-Gebieten aus, die über mitgebrachte kontaminierte Lebensmittel die Seuche in hiesige Schweinehaltungen oder die Wildschweinepopulation eintragen können. Dies wird beispielsweise über Informationstafeln an Autobahnrastplätzen erreicht“, teilt der Kreis Kleve mit. Die Verbreitung bei Wildschweinen ist tückisch: Es müsse immer damit gerechnet werden, dass durch nicht kontrollierbare Tiergruppen und Kontakte weitere Wildschweine infiziert werden.

Wenn Spaziergänger im Wald ein totes Wildschwein finden, sollten sie dies umgehend beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) unter der Telefonnummer 0201/714488 melden. Der Lanuv-Bereitschaftsdienst kümmert sich dann in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.

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