Klimaschutz

Solarstrom - Flughafen Weeze ist Vorbild bei Photovoltaik

Die IHK Duisburg-Wesel-Kleve lud alle Betreiber von gewerblichen Photovoltaik-Anlagen zur Info-Veranstaltung auf das Gelände am Flughafen Weeze, mit der  größten PV-Anlage in NRW 

Die IHK Duisburg-Wesel-Kleve lud alle Betreiber von gewerblichen Photovoltaik-Anlagen zur Info-Veranstaltung auf das Gelände am Flughafen Weeze, mit der  größten PV-Anlage in NRW 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Weeze.   Die IHK lud auf den Flughafen Weeze, mitten zwischen die Module der größten Photovoltaikanlage in NRW. Airport: Klimaausgleich kein Problem.

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Solarstrom lohnt sich, auch wenn die Förderung nach 20 Jahren ausläuft, auch wenn es immer neue Förder-Bestimmungen und Abstands-Vorschriften gibt. Das stand unterm Strich bei der Informationsveranstaltung der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve, die am Montag auf den Flughafengelände Weeze eingeladen hatte. Denn dort steht NRWs größte Photovoltaikanlage.

Die IHK hatte alle gewerblichen Betreiber solcher Anlage, die ins öffentliche Stromnetz einspeisen, zur Runde mit Fachleuten gebeten. 78 Interessierte kamen. „Ein schönes Zeichen, dass dieses Thema am Niederrhein richtig ist“, sagt Elisabeth Noke-Schäfer als Veranstalterin. Sie betrachtet den IHK-Bereich in den Kreisen Kleve, Wesel und rund um Duisburg: Hier speisen 3800 gewerbliche Betriebe und 18.127 Photovoltaikanlagen Strom ins öffentliche Netz ein.

Die eine Teilnehmerin der Veranstaltung betreibt eine PV-Anlage auf dem Dach einer Schule in Bochum, der andere auf zwei Bauernhof-Ställen in Wemb, der dritte auf dem Dach eines Lebensmittelmarktes in Kleve, der vierte auf einer Halle in Goch. Und zum Beispiel Kurt Stenzel kam privat, betreibt mittlerweile drei kleine Solaranlagen in Rees, für die erste läuft nun nach 20 Jahren die Förderung aus – darf er sie weiter betreiben?, fragt er sich. Übrigens kam er mit dem E-Bike nach Weeze geradelt, aufgeladen mit seinem eigenen Strom.

18.127 Anlagen im IHK-Gebiet

Solarstrom vom eigenen Dach sei oft günstiger als der externe Strombezug. Aber auch Eigenverbrauch oder Direktlieferung hätten ihre Tücken, besonders durch verändertes Recht und Steuerrecht. Davon berichtete Markus Schreck, Betreiber der Photovoltaik-Anlage Flughafen Niederrhein (Firma Tauber-Solar) anhand der Rahmenbedingungen nach dem EEG 2017 (Gesetz zur Förderung der erneuerbarer Energien). Individuelle Fragen gab es zu der aktuellen Nachricht aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dass trotz Energiewende und Klimaschutzzielen die Förderung um 20 Prozent gekürzt werde (bei Dachanlagen) oder Fördersätze und -mengen abgesenkt werden (bei Freiflächenanlagen).

Mieterstrom mit Stromspeichern

David Krehan vom Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) gab einen Überblick über Eigenversorgungskonzepte, Volleinspeisungsmodelle und Mieterstrom mit Stromspeichern, Geschäftsmodelle für Eigenversorgungskonzepte und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Frank Langer, Umweltberater der Energie und Umwelt Niederrhein (Enni) stellte u.a. Pacht-Modelle vor.

„Best-Practice-Beispiele“ für Eigenversorgungslösungen und lokale Liefermodelle für die Industrie und Gewerbe stellte Philip Janssen, Betreiber Photovoltaik-Anlage Flughafen Niederrhein, vor.

Flughafenchef Ludger van Bebber kannte die Zahlen. „Im Gegensatz zu den Flügen bei uns“, witzelte der Geschäftsführer Flughafen Niederrhein GmbH, „hat die Tauber-Solar von Markus Schreck Grund für blendende Laune und im September schon die Zahlen fürs ganze Jahr drin“ – also die Bilanz des Vorjahres erreicht und erwartet, auch das gute Sonnenjahr 2015 noch zu toppen.

Auf 30 Hektar Fläche, die „nicht anders nutzbar wären“, wurden schon 2011 die 59.840 Module aufgeständert. Sie liefern 14 Megawatt Leistung – das sind 14 Millionen Kilowattstunden, der Flughafen mit all seinen gewerblichen Nutzern auf Airport-Gelände verbraucht im Jahr sechs Millionen Kilowattstunden. Auf 1350 Carports kamen im Jahr 2016 noch mal vier Megawatt hinzu. Seit Inbetriebnahme aller Module wurden hier 96.156.581 kW/h Strom mit Sonnenenergie produziert und für die Selbstversorgung des Flughafens genutzt, von Philip Janssen projektiert.

„Komfortable Situation“

„Wir produzieren zweieinhalb mal so viel Strom, wie wir brauchen. Die Benchmark“ (= Vergleichsmaßstab) für Klimaziele am Flughafen „sind für uns kein Problem“, sagte van Bebber. „Wir sind ein Teil des Luftverkehrs, von dem eine 50-prozentige CO2-Einsparung bis 2050 gefordert wird. Jeder für sich muss ein Instrument dafür finden.Wir sind in einer komfortablen Situation“.

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