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Spyckstraße: „Parkplatznot wird sich chaotisch erhöhen“

Die Baumscheiben bekommen so viel Platz, dass nur noch auf einer Straßenseite geparkt werden kann.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Die Baumscheiben bekommen so viel Platz, dass nur noch auf einer Straßenseite geparkt werden kann. Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Anlieger: Radfahrer wären gefährdet. Verwaltung: in einer Tempo-30-Zone sind sie es nicht. Baumerhaltung kostet viele Stellplätze.

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Noch ein letztes Mal versuchen Anwohner der Spyckstraße, nicht nur ihr Umfeld zu retten, so, wie es war, sondern vermutlich auch ihre Nachbarschaft. Die einen hatten sich stark gemacht, 110 Bäume zu erhalten, die zunächst gefällt werden sollten. Nun, da eine „Allee“ anerkannt ist und viele Bäume bleiben, kostet es aber über 40 Parkplätze – in der alten, gewachsenen Straße, in der Garagen unüblich sind.

Einen Brief schrieben Anlieger an mehrere Personen der Verwaltung und alle Fraktionen. Denn im Rat wird entschieden, dass die Bäume sehr viel Platz bekommen. Die Anwohner suchten neue Argumente gegen eine Fahrbahnverengung von 9 m auf geplante 6,75 m, wodurch Parkplätze entfallen. Fahrradfahrer seien gefährdet, heißt es. Speziell Schulkinder auf dem Weg zur Montessorischule, zur Gesamtschule Kleve-Rindern, Schule Landwehr. Ansässige und Ausflügler radelten hier zur Niederung. Zum Seniorenstift Franziskushaus führen Liefer-Lkw, Notarzt, Krankenwagen; breite Fahrzeuge auch zu den Maltesern, zählen Elke Plätz, Gisbert Meurs und Angelika Paatz-Rürup auf.

Über einige Punkte keinen Konsens finden

Das Fahrzeugaufkommen habe wegen der Parkgebühren an der Ludwig-Jahn-Straße (um die Ecke) zugenommen. Die Parkplatznot in der Spyckstraße werde sich „mit nur 39 Stellplätzen nach Fahrbahnverengung chaotisch erhöhen“, fürchten sie.

Sie schlagen Alternativen vor: die Baumscheiben in die Gehwege hinein zu vergrößern, 2-m-Gehwege auf 135 cm schmälern, Pflanzbeete auf 150 cm mal 350 cm begrenzen. Zumal die vorhandene Baumsorte Crataegus weitgehend senkrecht wurzele. Und sie fragen: Wer wird zuständig für die Pflege der Beete sein? Wer wird die Kosten tragen?

Fachbereichsleiter Tiefbau, Bernhard Klockhaus, hatte die Anwohner zum Gespräch geladen. „Natürlich konnten wir über einige Punkte keinen Konsens finden“, sagt er der NRZ. Sicherheit sei aber für Fußgänger und Radler gegeben, weil es sich um eine Tempo-30-Zone handelt (da sind Radwege übrigens verboten).

Den Bürgern finanziell entgegen kommen

Jürgen Rauer, Baudezernent, sagt der NRZ, dass neue Normen als Standard für den Straßenbau gelten. Die Breite aller Gehwege barrierefrei und rollstuhlfähig, die Größe von Pflanzbeeten. Das koste die Maße eines Parkplatzes. Die Bäume stünden so eng, dass dazwischen keine Stellplätze passten. Das sei keine Nickeligkeit, sondern DIN-Norm.

Rauer vermutet, dass die Stadt finanziell entgegen kommen kann: „Es wäre ungerecht,“ den Bürgern die Mehrkosten für nun zwei Planungen anzulasten, „weil wir den Fehler gemacht haben, das Bundesnaturschutzgesetz nicht anzuwenden“ und die Allee zu erkennen. Folgekosten einer Beet-Pflege kämen ebenfalls nicht auf die Bürger zu.

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