Bauhandwerk

St.-Josef-Gilde arbeitet in Kalkar mit viel Herzblut

Gildemeister Michael Janßen (links) und Karl Heinz Rottmann (rechts), der sich um die Öffentlichkeitsarbeit der St.-Josef-Gilde kümmert, stehen vor dem St.-Josef-Altar in der Nicolaikirche Kalkar.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Gildemeister Michael Janßen (links) und Karl Heinz Rottmann (rechts), der sich um die Öffentlichkeitsarbeit der St.-Josef-Gilde kümmert, stehen vor dem St.-Josef-Altar in der Nicolaikirche Kalkar. Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kalkar.   Die Kalkarer Bruderschaften und Gilden gestalten das Stadtjubiläumsfest am Sonntag mit. Auch die St.-Josef-Gilde trägt ihren Teil dazu bei.

Wenn die Stadt Kalkar sich selbst feiert, dann sind auch die Gilden und Bruderschaften dabei (die NRZ berichtete). Schließlich erhielt die Hansestadt Kalkar vor 775 Jahren Stadtrechte. Grund genug, um das am Sonntag, 3. September, ausgiebig mit einem historischen Markt und einem ebensolchen Festumzug (ab 10 Uhr) zu feiern.

Dafür haben nicht nur die Bruderschaften viel organisiert und auf die Beine gestellt, sondern auch die Kalkarer Gilden. Allen voran die St.-Eligius-Gilde, die neben dem Stadtrechtsjubiläum auch noch ein eigenes feiern kann: das 625-jähriges Bestehen. Die Crispinus-Gilde organisiert für Sonntag ein Kinderprogramm und die Stephanus-Gilde backt und verkauft handwerkliches Brot und Apfelringe. Aber auch die St.-Josef-Gilde bereitet ihren Auftritt beim historischen Markt vor – sie wird alte Handwerkskunst präsentieren. Und auch über ihr jüngstes Projekt – die Vervollständigung des St.-Josef-Altars in der Nicolaikirche – informieren. Darauf sind die 27 Brüder besonders stolz.

Öffnung für weitere Mitglieder im Jahr 1990

Gegründet wurde die St. Josef Gilde 1755. Einst durften nur holzverarbeitende Handwerker Mitglieder werden. „Seit 1990 ist dies auch Handwerkern und Dienstleistern rund um den Bau erlaubt. Architekten, Maurer, Dachdecker und Co. gehören heute dazu“, erklärt Karl Heinz Rottmann im Gespräch mit der NRZ. Er ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit „seiner“ Gilde und stellte jetzt auch den Flyer vor, den er und seine Mitbrüder als „Altar-Flyer“ gestaltet haben. In Anlehnung an den St.-Josef-Altar, an dessen Vollendung die Gilde viel gearbeitet hat. Apropos Josef: Der Schutzpatron der Handwerker, der Heilige Josef, war selbst ein Zimmermann.

Bruder in der Gilde zu sein, ist für alle Gilden ein Zeugnis gelebter Tradition. „Bei uns wird der Zusammenhalt sehr groß geschrieben. Wir sind stolz die St.-Josef-Gilde aufrecht zu erhalten“, betont Gildemeister Michael Janßen. Neben dem Handwerk, das alle eint, sei auch die große Verbundenheit mit der Heimatstadt Kalkar wichtig und ausschlaggebend. Welche wichtige Stellung die St.-Josef-Gilde lange in Kalkar hatte, wird auch daran deutlich, dass sie einst als Innung fungierte. Und natürlich daran, dass sie viel Sichtbares erfolgreich gestemmt hat.

Karl Heinz Rottmann gibt einen Einblick in die Projekte, die auch im Flyer beschrieben sind. Da taucht etwa der St.-Josef-Altar in St. Nicolai auf, der schon seit den 1960er Jahren auf dem Dachboden der Kirche lag – bis sich die St.-Josef-Gilde seiner annahm. Nach der Teilsanierung 1980 erfolgte die Aufstellung in der Anna-Kapelle der alten Sakristei in der Nicolaikirche. Schon 1988 wurden Altarfiguren vorgestellt, die jedoch vom damaligen Pastor abgelehnt wurden. „Dies machte der Gilde die Entscheidung leicht, sich auf ihr Grundstück neben dem Friedhof zu konzentrieren und dort einen Bildstock zu bauen“, heißt es im Flyer.

Bau von Kapelle und Glockenturm

1993 wurde das „Heiligenhäuschen“ beschlossen und 1995 war eine Kapelle daraus geworden. „Wir haben zeigen wollen, was wir Handwerker können“, erinnert sich Rottmann an den Bau der Minikapelle. Die kleine Glocke im Dachhäuschen wurde den Brüdern allerdings schnell zu „wimmrig“ und leise. Also folgte der Bau des Glockenturms neben der Kapelle mit einer „richtigen“ Glocke. Die Kapelle selbst dient nicht nur dem Gebet, sondern auch als Unterstand und Ort der Begegnung. Hinter der Kapelle liegt der frei zugängliche Garten, der nicht nur von den Gildebrüdern genutzt wird.

2016 rückte der St.-Josef-Altar wieder ins Blickfeld der Josef-Gilde. Sie wurde mit einer aus Eichenholz geschnitzten Josef-Figur geschmückt. Ehrengildemeister Heinrich Görtzen stiftete mit seiner Frau Maria die dazu passende Figur „Maria mit dem Jesuskind“. Rottmann: „Am Patronatsfest 2017 erfolgte die Übergabe in St. Nicolai“.

Und die St.-Josef-Gilde hat einen Grund mehr, worauf sie stolz sein kann. Doch bevor über weitere Projekte nachgedacht wird, soll nun erst einmal mit den anderen Gilden und Bruderschaften und mit allen Bürgern und Besuchern das Stadtjubiläum am Sonntag, 3. September, gefeiert werden.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik