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Start-Up in Kalkar mit Naturkosmetik: vegan und öko

Lars Ritter bekam ein Gründerstipendium NRW für sein Start-up „Cremepott“ mit Seifen und Naturkosmetik.

Lars Ritter bekam ein Gründerstipendium NRW für sein Start-up „Cremepott“ mit Seifen und Naturkosmetik.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kalkar / Goch.  Der Gocher Lars Ritter stellt in Kalkar Seifen und Cremes in Kleinserien her. Für seinen „Cremepott“ erhielt er ein NRW- Gründerstipendium.

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Zunächst ein Haarnetz aufsetzen und weißen Kittel anziehen. Erst dann öffnet Lars Ritter die Tür zu seiner Produktionsstätte. Hier stellt er in Kalkar Seifen und Naturkosmetik her.

Es duftet. Lauter Regale mit Flaschen und Fläschchen, Kisten und seltsamen Gerätschaften. Drei blankpolierte Töpfe in verschiedenen Größen mit Auf- und Untersätzen, die ein bisschen nach Wundermaschine aussehen: Hydraulische Elemente, Rührstäbe, allerlei Ventile, Öffnungen und Schraubverschlüsse. Hier produziert Lars Ritter mit seinem Startup „Cremepott“ Seifen und Naturkosmetik.

Ingenieur für Kosmetik und Waschmittel

Der Mann hat einen seltenen Berufsabschluss, er ist Ingenieur für Kosmetik und Waschmittel, ein Studiengang, den es nur in Lemgo gibt. Jetzt hat er vom Land NRW ein Gründerstipendium erhalten. Neben Geldzuschüssen gab es auch einen Wissenstransfer: ein ehrenamtlicher Coach erarbeitete mit ihm die Social-Media-Auftritte.

Das ist wichtig, denn Ritter muss mit seiner Geschäftsidee potenzielle Auftraggeber überzeugen. „Ich biete ein Rundum-Sorglos-Paket“, sagt er. Cremepott stellt Kleinserien her.

Wenn beispielsweise ein Friseur ein eigenes Glatzenöl verkaufen oder eine Firma eine spezielle Seife als Werbegeschenk verteilen möchte, stemmt Ritter den ganzen Prozess. Von den Rezepturen über die Einholung toxikologischer Gutachten bis zur Herstellung des Produkts und den Labels auf der jeweiligen Verpackung.

„Bei den großen Lohnherstellern lohnen sich nur große Mengen“, weiß Ritter. Bei ihm ist es egal, ob der Friseur eine Flasche haben möchte oder eine Menge bis zu 50 Liter. Innerhalb dieser Spanne kann er produzieren. „Die gesetzlichen Bedingungen sind übrigens gleich, egal ob man 40 Tonnen herstellt oder ein Fläschchen“, sagt er. Schließlich wirken Seifen und kosmetische Artikel auf das größte Organ ein, das ein Mensch hat: die Haut. Also kann man nicht einfach irgendwas zusammenrühren, sondern muss einige Hürden nehmen.

„Messen Sie mich daran, wie wenig ich kann“

Ritters Wahlspruch „Messen Sie mich daran, wie wenig ich kann“, ist daher nicht nur ironisch zu verstehen. „Es gibt kaum jemanden, der Kleinherstellung betreibt wie ich“, sagt er. Gerade erst entwickelt er eine Seife für ein Unternehmen, das seine Salze darin verarbeitet sehen möchte. Vegan, Öko, mit entsprechenden offiziellen Labeln – kein Problem. „Dekorative Kosmetik mache ich allerdings nicht“, schränkt er ein. „Da ändern sich die Farben zu schnell.“

Der Startup-Gründer wohnt in Goch, seine Produktionsstätte befindet sich im Gründerzentrum Kalkar. Begonnen hat er 1989 als Chemielaborant, später arbeitete er in der Nahrungsmittelindustrie. Nebenher holte er das Fachabi nach, bevor er zum Studium nach Lemgo ging. Danach war er in der Qualitätssicherung und später im Vertrieb für kosmetische Produkte tätig. Jetzt ist er sein eigener Herr. „Mir macht das alles Spaß, denn ich bin vielseitig“, sagt er.

Nur am Schreibtisch sitzen, das wäre nichts für ihn: „Ich muss Produkte sehen, um mit Produktideen zu spielen.“ Jetzt hat er alles: Labor, Produktion und Schreibtisch. Bereut hat er den Schritt in die Selbstständigkeit nicht: „Der Markt ist da!“

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