Städtebau

Startschuss für die Bebauung des Klever Unionsgelände

Bundesbauministerin Barbara Hendricks und Christian Nitsch vor dem neuen Pflegewohnheim an der van-den-Bergh-Straße.

Foto: Andreas Gebbink

Bundesbauministerin Barbara Hendricks und Christian Nitsch vor dem neuen Pflegewohnheim an der van-den-Bergh-Straße. Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   Am Mittwochabend wurde an der van-den-Bergh-Straße in Kleve der „Grundstein“ für das neue Altenzentrum gelegt. Zudem werden 150 Wohnungen gebaut.

Über die Einladung zur „Grundsteinlegung“ dürften sich vielleicht doch einige Gäste gewundert haben. Denn das, was da an der van-den-Bergh-Straße bereits entstanden ist, ist etwas mehr als eine Bodenplatte. Der Neubau des neuen Clivia-Pflegezentrums ist schon bald reif fürs Richtfest. Am Mittwochabend wurde dennoch „Grundsteinlegung“ gefeiert und damit gleichzeitig der offizielle Startschuss für die Entwicklung des Unionsgeländes gegeben. Denn nicht nur Clivia investiert auf dem Gelände der ehemaligen Margarinefabrik, auch vier andere Investoren schaffen neuen Wohnraum für Kleve. Bis zu 150 neue Wohnungen für den freien Markt werden hier entstehen, rund 20 Millionen Euro werden investiert.

Sozialwohnungen werden gebraucht

Christian Nitsch, Geschäftsführer von Clivia, hatte eingeladen und viele Gäste waren gekommen. Gemeinsam mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks füllte er eine Kupferkartusche mit der aktuellen NRZ und ein bisschen Münzgeld und ließ sie in die Betonplatte des neuen Seniorenwohnhauses ein.

Mit Hilfe von Landesmitteln werden hier 24 Sozialwohnungen entstehen, die für den kleinen Geldbeutel geeignet sind. Direkt daneben befindet sich die große Pflegeeinrichtung mit 80 Plätzen. Das Haus wird den jetzigen Seniorenkomplex „Haus Maternus“ ersetzen. „Alle Bewohner können auch im neuen Pflegeheim ein Zimmer bekommen“, sagt Nitsch. Die Mietkonditionen seien zwar nicht die gleichen, wichen aber nur unwesentlich von den bisherigen Sätzen ab.

Bauministerin Barbara Hendricks zeigte sich beeindruckt von dem Baufortschritt. Es sei gut, dass in Kleve ein neues Viertel entstehe, in dem zwei Drittel der Wohnungen künftig öffentlich gefördert würden. Sie könne es nicht nachvollziehen, dass einige Bürgermeister im Kreis Kleve den sozialen Wohnungsbau ablehnen, mit dem Argument, dass man keine Ghettos schaffen wolle: „Mittlerweile sind 40 Prozent der deutschen Haushalte berechtigt, in einer Sozialwohnung zu leben. Wenn das nicht die Mitte der Gesellschaft ist, dann weiß ich es auch nicht mehr“, sagte Hendricks. Angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt benötige man dringend weitere Wohnungen: „Das ist auch für Kleve dringend nötig“.

Neben den Altenwohnungen und dem Pflegeheim entstehen auf dem Gelände 150 weitere Wohnungen. Unter anderem investiert hier auch Bernd Zevens. Entlang der van-den-Bergh-Straße werden drei Mehrfamilienwohnhäuser errichtet und über die Straße „Op-de-Botter“ werden weitere Wohnhäuser erschlossen. „Die Genehmigung für eine Hochgarage liegt auch bereits vor“, sagte Bernd Zevens der NRZ. 268 Autos sollen in dem Gebäude parken können. Ansonsten wird die Wohnanlage nur mit wenigen Stellplätzen versorgt. Dafür soll ein Park angelegt werden, um die Aufenthaltsqualität des neuen Viertels zu steigern.

Kurze Wege

Christian Nitsch hält das Konzept für gelungen. Vor allem die Kombination von Seniorenwohnungen und Pflegeheim sei praktisch. „So können ältere Menschen so lange wie möglich selbstständig leben“, sagte Nitsch. Wenn es in den eigenen vier Wänden nicht mehr klappt, liegt das Pflegeheim direkt auf der anderen Straßenseite.

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