Stolpersteine für Kalkar

Stolpersteine jetzt auch in Kalkar verlegt

In Kalkar wurden die ersten Stolpersteine verlegt.

In Kalkar wurden die ersten Stolpersteine verlegt.

Foto: Klaus Schürmanns

Kalkar.   Die ersten 14 Erinnerungssteine konnten an der Morestraße verlegt werden. Auch viele Schüler waren vor Ort und begleiteten die Zeremonie.

Es ist vollbracht. Die ersten Stolpersteine konnten in der Nicolaistadt verlegt werden und erinnern nun an das grausame Schicksal jüdischer Mitbürger.

Der „Interessengemeinschaft Stolpersteine in Kalkar“ ist es zu verdanken, dass nun die ersten 14 Steine vor den Häusern Monrestraße 20 und 22 auf den Gehwegen mit Namen und Schicksal an die Juden erinnern, die dort lebten.

Ganz einfach war es für den Künstler Gunter Demnig nicht, die Steine an der Monrestraße zu verlegen, da die Straße nicht für diesen Akt gesperrt worden war und geschätzt rund 80 Zuschauer dem feierlichen Akt beiwohnen wollten. Darunter auch Vertreter der Initiative aus Kalkar, die Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz sowie Schüler weiterführender Schulen aus Kalkar, Goch und auch aus Kleve.

Aber Demnig meisterte die Aufgabe – wie schon für circa 70 000 Steine seit Anfang der 90er Jahre – gewohnt still, geübt und respektvoll. Mit entsprechenden Inschriften auf den Bronzeplatten in den Steinen erinnern diese fortan als stumme Zeugen an das Schicksal der Kalkarer Familien Schürmann und Spanier, die durch das Nazi-Regime verfolgt, ermordet oder durch Entwürdigung in den Tod getrieben wurden.

Viele der verfolgten Juden aus Kalkar wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Gunter Demnig ist „Erfinder“ dieser besonderen Gedenkenform aus Stolperstein und Bronze.

Gelbe Rosen

Zur Familie Schürmann: Sie wohnte im Haus Nummer 20 und hatte eine Metzgerei, während die Spaniers ein Textilgeschäft führten, bevor sie von den Nazis vertrieben wurden. Schüler der weiterführenden Schulen aus Goch, Kalkar und auch Kleve gaben der Verlegung zusätzlich einen Gewicht: Sie legten zu jedem der 14 Gedenksteine gelbe Rosen nieder. Außerdem lasen sie die Inschriften – musikalisch unterlegt – vor, was der Gedenkveranstaltung noch einmal einen würdigen Rahmen verlieh.

Die Kalkarer Interessengemeinschaft Stolpersteine möchte für alle 65 jüdischen Mitbürger, die 1933 noch in der Nicolaistadt lebten, irgendwann einen solchen Stolperstein verlegen lassen.

Finanziert wird dies (120 Euro pro Stein) ausschließlich über Spenden. Dafür, dass nun die ersten 14 Steine von Gunter Demnig realisiert und verlegt werden konnten, sagt der Verein Stolpersteine in Kalkar e.V. ausdrücklich schon einmal „Danke“. Ein Dank, der an alle Unterstützer und Sponsoren geht, durch die die Erstverlegung der Stolpersteine erst möglich wurde.

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