Schwimmbad

Pfusch? Streit um Stahl-Qualität im Sternbuschbad in Kleve

DieBeckenränder, der Strömungskanal mit Schneckenkurve in der Mitte und die Treppen dahinter sind aus Edelstahl. Aber welche Qualität wurde eingebaut? Das lassen die Stadtwerke noch mal überprüfen.

Foto: Astrd Hoyer-Holderberg

DieBeckenränder, der Strömungskanal mit Schneckenkurve in der Mitte und die Treppen dahinter sind aus Edelstahl. Aber welche Qualität wurde eingebaut? Das lassen die Stadtwerke noch mal überprüfen. Foto: Astrd Hoyer-Holderberg

Kleve.  Beim Material für die Außenbecken des neuen Klever Schwimmbades gibt es Abweichungen, bestätigt Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Hoffmann.

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Mitarbeiter von 40 Firmen wirbeln derzeit im Sternbusch, damit das neue Freizeitbad termingerecht in der zweiten Jahreshälfte eröffnet werden kann. Unter anderem sind einige Spezialisten damit beschäftigt, das neue Außenbecken zu montieren. Das Mammutprojekt liegt zwar im Zeitplan, doch kurz vor Fertigstellung des Bassins ist ein brisanter Streit entbrannt – mit möglicherweise gravierenden Folgen.

Es geht um die Qualität des Edelstahls, aus dem das Becken gefertigt ist. Nachdem die Stadtwerke eine eigene Messung der Metallqualität vorgenommen hatten, musste Rolf Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, feststellen: „Wir haben Abweichungen im Edelstahl.“

Wartungsaufwand deutlich geringer als bei Fliesen

„Edelstahlbecken sind heute state of the art“, so Hoffmann. Die Stadtwerke Kleve, unter deren Federführung das 20-Millionen-Euro-Projekt am Stadtrand von Kleve steht, hatten dieser Variante den Vorzug gegeben, weil der Wartungsaufwand deutlich geringer ist. Bekanntlich setzte die Witterung dem Vorgängerbecken mit seiner gefliesten Hülle so zu, dass jeweils zu Beginn der Schwimmsaison ein Handwerksbetrieb gut damit beschäftigt war, schadhafte Kacheln auszutauschen.

Beim Edelstahl entfällt diese alljährliche Reparaturaktion. Dafür aber muss der Stahl eine besondere Güte aufweisen, um den Belastungen eines Schwimmbadbetriebs dauerhaft standzuhalten. Dafür werden dem Eisen einige zusätzliche Elemente beigefügt, um ihm besondere Eigenschaften zu verleihen, am wichtigsten darunter natürlich die Korrosionsbeständigkeit.

Die Kontrollmessung der Stadtwerke am Metall ergab nun, dass die beiden chemischen Elemente Chrom und Molybdän nicht in der Menge, die laut Spezifikation verlangt wird, vorhanden sind. Allerdings hatte der Lieferant andere Werte präsentiert. Das Unternehmen lässt die Metallsegmente auch unverdrossen weiter einbauen.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Doch die Stadtwerke nehmen das Problem nicht auf die leichte Schulter. In Verhandlungen mit dem Lieferanten einigte man sich zunächst auf eine weitere Messung des Beckenmaterials durch einen unabhängigen Experten. Hoffmann: „Wir haben uns als neutralen Gutachter die Bundesanstalt für Materialprüfung aus Berlin ausgesucht.“

Von diesem Gutachten wird abhängig sein, wie es weitergeht. „Es wird vermutlich keine schnelle Lösung geben“, sagt Hoffmann. „Natürlich hofft niemand, dass das Becken wieder ausgebaut werden muss.“ Das wäre die schlimmste Variante, die natürlich erhebliche Verzögerungen nach sich ziehen würde.

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