Marktplatz

Tag des Marktes in Kleve soll die Tradition lebendig halten

Sie stellten das Programm für den Tag des Marktes in Kleve vor (von links): Ordnungsamtsleiter Ralph van Hoof, Bürgermeisterin Sonja Northing, die Initiatoren Nils Roth und Werner Wittenhorst sowie Petra Hendricks (WTM Kleve).

Sie stellten das Programm für den Tag des Marktes in Kleve vor (von links): Ordnungsamtsleiter Ralph van Hoof, Bürgermeisterin Sonja Northing, die Initiatoren Nils Roth und Werner Wittenhorst sowie Petra Hendricks (WTM Kleve).

Foto: Niklas Preuten

Kleve.   Händler und die Stadt Kleve laden für den 18. Mai zum zweiten Tag des Marktes ein und denken über die Zukunft der Traditionseinrichtung nach.

Händler und die Klever Stadtverwaltung machen sich bereits seit längerer Zeit Gedanken darüber, wie der Wochenmarkt der Zukunft aussehen könnte. Arbeitsgruppen diskutieren etwa über eine Ausdehnung der Marktzeiten, eine Verlegung des Standorts weg vom Markt Linde oder eine Veränderung des Angebots. „Das ist ein Prozess. Bis es genaue Pläne gibt, wollen wir unseren Markt aber warmhalten, damit er nicht Stück für Stück stirbt“, sagt Nils Roth, der mit seiner Kaffeebude ein fester Bestandteil des Samstagsmarkts ist.

Um den Handelsplatz bei den Klevern im Gespräch zu halten, hat Roth den zweiten Tag des Marktes initiiert. Zwei Jahre nach der Premiere gibt es am Samstag, 18. Mai, von 8 bis 13 Uhr auf der Fläche zwischen Lindenallee, Hagscher Straße, Borselstege und Ringstraße wieder ein volles Programm.

Stammhändler und Gäste in Kleve

Neben den Stammhändlern werden sich der Klevische Verein, das Haus Mifgash, die Essbare Stadt und die Fairtrade-Bewegung an Infoständen präsentieren. Zudem haben sich einige Gasthändler angekündigt, die unter anderem italienische Spezialitäten, Gewürze, Treibholzschmuck, Kunst und Buchbinderei anbietet. Auch Barbara Pauls vom Gasthaus wird vor Ort sein. Die Besucher dürfen sich darüber hinaus auf ein Kulturprogramm freuen, das beispielsweise Thomas Geisselbrecht an der Gitarre und der VHS-Chor gestalten. Ebenfalls geplant sind Auftritte von Thomas Brückner (Folktanz), dem Haus Mifgash (Weltmusik) und Theater im Fluss sowie Zumba-Vorführungen.

„Keiner der Künstler verlangt Geld. Das zeigt, wie wichtig ihnen der Markt in Kleve ist“, meint Nils Roth. „Wir haben hier den direkten Kontakt zu den Kunden. Das bleibt beim Einkauf im Internet oft der Strecke.“ Die Online-Konkurrenz und die gut sortierten Supermärkte und Discounter machen den Markthändlern die Geschäfte und damit das Leben zunehmend schwerer. Dabei sei ein hochwertiger und regionaler Markt doch ein Ort der Begegnung und ein richtiges Kultur-Highlight, findet Bürgermeisterin Sonja Northing.

Diskussion über den richtigen Marktstandort

Angesichts der großen Investitionen in die Schulen habe die Marktplatzgestaltung derzeit zwar nicht oberste Priorität. „Wir warten im Moment auch ein Gutachten zur Verkehrsführung ab“, sagt Northing. Doch die Frage, ob der Standort der richtige sei, werde wieder auf die Tagesordnung kommen. „Vielleicht könnte der Markt auch am Rathaus seinen Platz finden. Wir werden diese Entscheidung aber niemals treffen, ohne mit den Beschickern zu sprechen“, betont die Bürgermeisterin, die sich freitags auch einen Feierabendmarkt vorstellen könnte.

Wo auch immer zukünftig die Stände aufgebaut werden: Es müssen junge Leute für den Einkauf auf dem Markt begeistert werden, um dessen Zukunft zu sichern. In der neuen Generation, die sich in Teilen als „Fridays-for-Future“-Bewegung Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, sieht Nils Roth jedenfalls das „Bewusstsein für das Markterlebnis“.

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