Fridays for Future

Tausende demonstrierten in Kleve für mehr Klimaschutz

Von der Tiergartenstraße zogen die Demonstrierenden die Gruftstraße hinauf.

Von der Tiergartenstraße zogen die Demonstrierenden die Gruftstraße hinauf.

Foto: Niklas Preuten

Kleve.  Bei den „Fridays for Future“-Protesten zogen diesmal auch viele Erwachsene durch Kleve, das eine beeindruckend große und friedliche Demo erlebte.

Im Schatten der Bäume am Klever Spoykanal versuchte Gaby Brandenburg, ihre Gefühle zu ordnen. „Es war toll, diese Energie zu spüren“, sagt die Frau aus Bedburg-Hau über den zweistündigen Klima-Demonstrationszug, mit dem sie soeben wieder zurück auf dem Parkplatz an der Ludwig-Jahn-Straße angekommen ist. Tausende liefen bei den von der Kreis Klever „Fridays for Future“-Bewegung organisierten Protesten mit Plakaten durch die Stadt, riefen Parolen und setzten ein deutlich sichtbares Zeichen für mehr Klimaschutz. „Zwischendurch war ich zu Tränen gerührt“, erzählt Brandenburg angesichts der mobilisierten Menschenmassen. „Für unser Klever Kaff ist das der Hammer.“

„Unfassbar“, fand Daniel Boßmann-van Husen von der Kreis Klever „Fridays for Future“-Bewegung die Resonanz. Die Polizei schätzte, dass rund 2000 Menschen von der Unterstadt bis zum Kreishaus und wieder hinab durch die Fußgängerzone zogen. Die Organisatoren selbst sprachen von circa 4000 Demo-Teilnehmern. Es war jedenfalls ein beeindruckender Bandwurm, der sich friedlich durch die Stadt schlängelte.

Polizei sah keine Probleme

„Aus polizeilicher Sicht ist die Veranstaltung unproblematisch verlaufen“, sagte Pressesprecher Ingo Schankweiler am Freitagnachmittag. Immer wieder kurzzeitig hatten die eingesetzten Kräfte Straßen in der Innenstadt gesperrt, die sie wieder für den Verkehr öffneten, wenn die Demonstrierenden weiter gezogen waren. Über das Radio und auf Facebook informierte die Polizei, wo sich der Demo-Zug aktuell befand.

Erstmals bei den Klima-Protesten machte Maria van Offern mit. „Wir müssen endlich etwas tun – auch Senioren wie ich“, sagte die 76-jährige Kleverin, die später auch einige ihrer Enkel bei der Demo traf. Unter dem Motto „Alle fürs Klima“ waren bei diesem globalen Klimastreik explizit alle Generationen zur Teilnahme aufgerufen.

Eine Klever Mutter motivierte dies, sich auf der Arbeit freizunehmen und ihre Kinder zur Demonstration zu begleiten. „Ich bin froh, dass ich bei dem Zug dabei war und nicht im Café saß und zugeguckt habe“, sagte sie. „Allerdings sehe ich einige der Sprechchöre kritisch. Ich bin lieber für als gegen etwas.“

Kämpferische Rede von Klever Klimaaktivist

Wofür Daniel Boßmann-van Husen und seine „Fridays for Future“-Mitstreiter eintreten, machte der Klimaaktivist in einer kämpferischen Rede klar. Darin forderte er die Bundesregierung auf, das 1,5-Grad-Ziel und das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. „Wenn ihr schon nicht auf uns hört, dann doch wenigstens auf die Wissenschaftler“, rief Boßmann-van Husen und kommentierte auch die vielfach harten Auseinandersetzungen in den sozialen Netzwerken. Er richtete sich direkt an die AfD: „Ihr könnt so viel hetzen, wie ihr wollt. Wir bleiben standhaft und lassen uns nicht einschüchtern.“

Gaby Brandenburg, die mit Tochter und Enkelin dem Demo-Aufruf folgte, hat „ganz viel Achtung vor diesen jungen Leuten. Ich bin dankbar, dass ich dabei sein konnte“.

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