Kriminalstatistik

Tiefstwert bei Anzahl der Straftaten im Kreis Kleve

Die Polizei hat die Kriminalstatistik 2017 für den Kreis Kleve vorgestellt.

Die Polizei hat die Kriminalstatistik 2017 für den Kreis Kleve vorgestellt.

Foto: TED JONES

Kreis Kleve.   Polizei stellt Kriminalstatistik 2017 vor. Weniger Fälle als 2016. Aber: Mehr Anzeigen im Bereich von häuslicher Gewalt gezählt.

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Diese Zahlen sprechen für sich. Die Gesamtzahl der Straftaten im Kreis Kleve ging in 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent zurück. 20 958 Straftaten im gesamten Kreis Kleve in 2017 markieren damit einen Tiefstwert der vergangenen zehn Jahre. Für Landrat Wolfgang Spreen als Leiter der Polizeibehörde des Kreises Kleve ist die positive Botschaft daher klar: „Die Bürger im Kreis Kleve leben hier, verglichen mit den landesweiten Zahlen, überdurchschnittlich sicher.“ Zumal die Aufklärungsquote bei 54,9 Prozent liegt und damit über dem Landesdurchschnitt von 52,3 Prozent.

Häufig sind es Wiederholungstäter

Doch innerhalb der Statistik, das wissen sowohl der Landrat als auch der Leiter der Direktion Kriminalität, Bert Gricksch, gibt es nicht nur Positives zu vermelden. „Wir haben einen erheblichen Anstieg im Bereich häusliche Gewalt“, so Gricksch. Während kreisweit hier 2016 350 Fälle gemeldet wurden, waren es 2017 bereits 410. „Leider sind es oft Wiederholungstäter“, erklärt der Leiter der Direktion Kriminalität. Mit der Vermittlung von Kursen zum Anti-Agressionstraining versucht die Polizei dem Problem Herr zu werden. Doch oftmals stammen Täter und Opfer aus dem Ost-Block. Hier zu vermitteln – auch aufgrund der Sprachbarriere – sei schwer.

Steigende Fallzahlen vermeldet die Polizei auch im Bereich Betrug älterer Menschen. „Bis 2016 war das kein Problem“, erklärt Gricksch. 2017 musste man schon 112 Fälle aufnehmen, von denen nur einer aufgeklärt werden konnte. 2018 will die Polizeikreisbehörde Kleve daher vermehrt auf das Problem aufmerksam machen. „Denn hier geht es oft um wirklich hohe Beutesummen“, sagt Gricksch. Natürlich freut sich der Leiter der Direktion Kriminalität, dass es weniger Straftaten gibt. „Zudem konnten wir über 9000 Tatverdächtige ermitteln.“ Dabei stammten 41 Prozent der Täter nicht aus Deutschland.

Plus bei Vermögensdelikten

Fast halbiert hat sich die Zahl der Straftaten, die sich gegen das Leben richten. Kreisweit wurden sieben Fälle gezählt – in 2016 waren es noch 13. Zudem gibt es einen Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Waren es 2016 noch 126 Fälle, gab es 2017 ein Plus von 34,1 Prozent. „Dies liegt an einer Gesetzesänderung“, so Gricksch. Fälle aus dem Bereich sexuelle Belästigung (Stalken, Grapschen) werden nun auch in diesem Bereich verortet. Kreisweit gab es 53 Anzeigen von sexueller Belästigung in 2017.

Ein weiteres Plus gibt es auch bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten. Gricksch kann hier nur vorsichtig mutmaßen: „Eventuell nimmt das Erschleichen von Leistungen zu. Etwa im Bereich Beförderung.“ Weiterhin rückläufig im Kreis sind die Diebstähle: 2016 waren es 9174, ein Jahr später 8389. Dabei wurden 140 Diebstähle von Kraftfahrzeugen gemeldet, zudem 1697 Diebstähle von Fahrrädern. Taschendiebstähle wurden kreisweit 138 registriert. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im Kreis von 769 in 2016 auf 603 zurück.

Im Bereich Wohnungseinbrüche unterstreicht Bert Gricksch: „46 Prozent der Wohnungseinbrüche sind Versuche. Heißt: Die Täter kommen nicht rein oder machen keine Beute.“ Die Präventionsarbeit der Polizei, aber auch die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft „machen sich hier bezahlt“.

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