Tierquälerei

Tierquäler verletzen zwei Pferde – Peta setzt Belohnung aus

Lison Vidal (19) und ihr Wallach Roskillys auf einer Pferdeweide in Weeze.

Lison Vidal (19) und ihr Wallach Roskillys auf einer Pferdeweide in Weeze.

Foto: Facebook Lison Vidal

Weeze/Neukirchen-Vluyn.  In Weeze und Neukirchen-Vluyn am Niederrhein haben unbekannte Täter zwei Pferde schwer verletzt. Besteht zwischen den Angriffen ein Zusammenhang?

Nach zwei Angriffen auf Pferde im Kreis Kleve und Wesel sind die Pferdebesitzer am Niederrhein besorgt. Treibt dort wieder ein "Pferderipper" sein Unwesen? Nachdem am vergangenen Wochenende ein Rennpferd auf einem Reiterhof in Weeze mit einem scharfen Gegenstand schwer am Hals verletzt wurde, hat sich die Tierrechtsorganisation Peta eingeschaltet. Für Hinweise zur blutigen Tat haben die Tierschützer eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Jetzt wurde auch noch ein weiterer Fall in Neukirchen-Vluyn bekannt.

Der Anblick, der sich Lison Vidal (19) bot, war schrecklich: Ihr Wallach „Roskilly“ stand Sonntagmorgen stark blutend auf einer Pferdeweide in Weeze. Jemand hatte dem ehemaligen Rennpferd offensichtlich die Kehle aufgeschlitzt.

Lison Vidal rief sofort die Polizei und einen Tierarzt, der die drei Zentimeter tiefe und zwölf Zentimeter breite Wunde nähen musste. "Es war reines Glück, dass die Arterie um wenige Millimeter verfehlt wurde", sagt die 19-Jährige. Sie ist sicher: "Jemand hat versucht, unser Pferd umzubringen."

Peta fordert behördliches Register für Attacken auf Vierbeiner

Mittlerweile hat die Kriminalpolizei Goch die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Dass die Attacke auf den Wallach in Weeze schnell aufgeklärt wird, will auch die Tierrechtsorganisation Peta: Sie hat deshalb eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise, die den Täter überführen, ausgesetzt. „Aktuell häufen sich Übergriffe auf Pferde wieder“, sagt Judith Pein von der Tierrechtsorganisation. „Peta fordert daher ein bundesweites behördliches Register, in dem Anschläge auf diese Vierbeiner und bereits überführte Tierquäler erfasst werden."

Offenbar sexuell motivierter Angriff auf Pferd in Neukirchen-Vluyn

Nur einen Tag nach der Bekanntmachung von Peta wurde der nächste Fall einer blutigen Tat auf ein Pferd bekannt: Eine Araberstute ist in einer Pferdepension in Neukirchen-Vluyn Opfer einer offenbar sexuell motivierten Attacke geworden.

Das Pferd wurde am After und an den Hinterbeinen verletzt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Nach Auskunft aus dem Reitstall sei wohl ein bisher nicht näher benannter Gegenstand in das Tier eingeführt worden. "Wir sind schockiert", sagte ein Mitarbeiter des Stallbetreibers. Die Tatzeit liegt, ähnlich wie beim Fall in Weeze, zwischen Samstag, 17 Uhr und Sonntag, 16 Uhr. Dem Pferd geht es mittlerweile wieder gut.

Parallelen zu Fall aus 2017

"Die Kriminalpolizei war vor Ort, Hinweise von Zeugen haben wir bislang noch nicht bekommen", sagte eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde Wesel am Donnerstag auf Anfrage.

Dass die Angriffe im Kreis Wesel und im Kreis Kleve zusammenhängen, ist laut Polizei unwahrscheinlich. "Die Verletzungen der beiden Taten sind sehr unterschiedlich, daher gehen wir momentan nicht davon aus, dass die Delikte einen Zusammenhang haben. Ausschließen kann man es aber nicht", so die Weseler Polizeisprecherin.

Die Ermittler werden wohl eher einen ähnlichen Fall aus dem vergangenen Jahr unter die Lupe nehmen: Bereits im Juli 2017 war in Neukirchen-Vluyn ein Pony von einem unbekannten Täter im Scheidenbereich verletzt worden.

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