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Tour de Karneval durch Kleve

Norbert Leenders lädt zur Karnevals-Fahrradtour im Sommer.

Norbert Leenders lädt zur Karnevals-Fahrradtour im Sommer.

Foto: Andreas Daams

Kleve.   Mit der Fiets zur Geschichte des Klever Karnevals. Am 17. Juni macht der Schuhmacher und Karnevalist Norbert Leenders eine ungewöhnliche Führung.

Norbert Leenders ist gerade mit ein paar Karnevalsschuhen beschäftigt. Karneval und Schuhe – damit kennt er sich aus. Immer noch arbeitet der Schuhmacher in seinem Laden an der Kapellenstraße in Materborn, dem WIM, für diverse Karnevalsgesellschaften. „Die Arbeit ist nicht das Problem“, sagt er, „aber die Materialen sind kaum noch zu bekommen.“

20 können mitradeln

Er hat viel zu erzählen, über den Karneval, speziell über den in Kleve, und darum bietet das Stadtmarketing am Sonntag, dem 17. Juni, eine Fahrradtour mit ihm zur Geschichte des Klever Karnevals an. Verraten sei, dass auch Schuhe eine Rolle bei der Themenführung spielen. Genauer gesagt: Lagerplatz, den die Klever Schuhindustrie benötigte. Da mussten schon mal Karnevalssitzungen ausfallen, weil die Säle zu Schuhlagern umfunktioniert wurden.

Vor drei Jahren hat Norbert Leenders schon einmal eine Karnevals-Führung organisiert, damals per Bus. War aber nicht optimal, findet er, zu viel Zeit ging beim Ein- und Aussteigen verloren. Zu Fuß vom Materborner Ratskrug bis zum ehemaligen Hotel Braam in Kellen ist der Weg jedoch auch zu weit. Warum also nicht eine Fahrradtour?

Das will er nun ausprobieren. 20 Interessierte können sich anmelden, um Spannendes, Seltsames und Erstaunliches über den Klever Karneval zu erfahren. Sozusagen direkt vor Ort. So erklärt sich auch der Start am Ratskrug: „Das ist die einzige Stelle, wo alle Orden der Karnevalsprinzen sichtbar sind“, sagt Leenders. Kein Wunder, war doch der langjährige Wirt Erich Gietmann selber einmal Prinz, genauer gesagt: der zweite nach dem Krieg, 1974 war das.

Die Tour führt dann über den Mittelweg, der für die Geschichte des Karnevals sehr bedeutsam ist. Hier stellte der Inhaber eines Kiosks über drei Jahre einen selbst gemachten Straßenkarneval auf die Beine, bevor die Stadt Kleve das Treiben in geordnete Bahnen überführte: 1974 gab es den ersten offiziellen Karnevalszug nach langer Unterbrechung.

Was das Material für die Führung angeht, ist Norbert Leenders tief in die Unterlagen des Stadtarchivs eingetaucht. Denn selbstverständlich ist der Klever Karneval viel älter, ja, es gab sogar für ein Jahr ein Klever Karnevalsmuseum. Das war untergebracht im alten Finanzamtsgebäude in der Unterstadt, dort, wo jetzt das Spoy-Center vor sich hin existiert.

Auch dieser Punkt steht zur Besichtigung an – und man darf sicher sein, dass man einen höchst lebendigen Eindruck bekommt, auch wenn das Gebäude längst nicht mehr steht – die Geschichten und Anekdoten wird Norbert Leenders wie gewohnt pointiert und schlagfertig schildern.

Abschluss nach weiteren Stationen wird das ehemalige Hotel Braam sein, wo man noch viele Karnevals-Sachen der letzten Jahrzehnte besichtigen kann. Zum Ausklang gibt es auch noch einen Kaffee.

Anmeldungen beim Stadtmarketing sind unbedingt erforderlich. Dies ist telefonisch unter 02821 / 84-806 möglich. Die Teilnahme kostet sechs Euro pro Person.

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