Flüchtlinge

Turnhallen wohl bald wieder frei

Die Turnhalle am Konrad-Adenauer-Schulzentrum ist noch mit Zaun vom Schulhof  abgetrennt – hier mit Spielzelt für Flüchtlingskinder. 

Die Turnhalle am Konrad-Adenauer-Schulzentrum ist noch mit Zaun vom Schulhof abgetrennt – hier mit Spielzelt für Flüchtlingskinder. 

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kreis Kleve.   Weniger Durchreise-Flüchtlinge. Verträge, die mit den Kommunen bis Ende Februar galten, will die zuständige Bezirksregierung möglichst nicht verlängern

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„Das Ziel ist, dass wir die Schul-Turnhalle gar nicht erst belegen müssen, dass wir nicht umziehen müssen“, hofft Stefan Urselmanns, Fachbereich Bürgerdienste in Kalkar. Wie berichtet, sollten Anfang 2016 Flüchtlinge aus der Notunterkunft Tennishalle am Wisseler See in die Schulturnhalle Am Bollwerk umgesiedelt werden, um für die Tourismus-Saison den Wisseler See frei von Flüchtlingen zu halten. Von den 150 Flüchtlingen in der Wisseler Halle blieben derzeit noch 44 übrig. Aber Kalkar hofft, wie viele kleinere Städte, dass sie gar keine Durchgangs-Notunterkunft mehr stellen zu muss. Urselmanns: „Ab 18. Januar wissen wir mehr, dann läuft die First aus“.

Mehr Dauer-Flüchtlinge

Fachbereichsleiter Andreas Stechling gibt sich verhalten optimistisch. Allerdings sieht Stadtsprecher Harald Münzner voraus, dass dann mehr Flüchtlinge der Stadt zur dauerhaften Unterbringung zugewiesen werden. In Asylheimen und Privatwohnungen leben jetzt 203 Asylbewerber in Kalkar.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat angekündigt, künftig Notunterkünfte, die nicht mehr als 200 Flüchtlinge aufnehmen können, zugunsten deutlich größerer Zentraler Unterbringungseinrichtungen aufzugeben. Benjamin Hahn von der Bezirksregierung Arnsberg sagt, mit den Kommunen seien meist Verträge bis Ende Februar geschlossen worden, sie sollen nicht verlängert werden. „Land und Bezirksregierungen möchten nun vom breitgefächerten Netz kleiner Notunterkünfte wieder zurück zu einem Regelverfahren mit Erstaufnahmeeinrichtungen und großen Zentralen Unterbringungseinrichtungen.

Das betreffe auch die Turnhallen in Kleve, die seit einigen Monaten nicht mehr dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen, sondern Flüchtlinge beherbergen. Auch die Dreifach-Turnhalle am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Kleve leert sich. Wenn sie leer steht und leer bliebe, wäre sie dann wieder für Schulsport nutzbar? Gibt es eine Kostenschätzung für die Renovierung? Wären dann auch wieder Fußballturniere möglich? fragte die NRZ bei der Stadtverwaltung nach. „Eine Beendigung der derzeitigen Nutzung der Turnhalle in Kellen für Flüchtlinge wird mit der Bezirksregierung abgestimmt“, meldet Sprecher Jörg Boltersdorf. „Parallel erfolgt derzeit eine Aufnahme möglicher Instandhaltungsarbeiten. Danach ist eine Schulnutzung bzw. Nutzung durch die Vereine wieder möglich.“ Ein konkreter Termin könne noch nicht benannt werden.

Die Tennishalle in Goch, die die Stadt von Privaten gekauft hatte, um sie als Notunterkunft anzubieten, wird vermutlich noch etwas länger bis zum Herbst genutzt. Bürgermeister Ulrich Knickrehm: „Die Nutzung war uns vom Land für eine bestimmte Nutzungsdauer zugesagt. Wir gehen davon aus, dass das Land die Zusage auch erfüllt. Eine gegenteilige Aussage haben wir bislang nicht.“ Die Bezirksregierung Düsseldorf erklärt auf Anfrage, die Laufzeit sei bis Oktober vereinbart.

Beim Kreis bestätigt Sprecherin Ruth Keuken, dass es ein Schreiben gebe, in dem die Bezirksregierung nachfragt, ob der Kreis die Flüchtlinge noch für längere Zeit in den Turnhallen seiner Berufskollegs in Kleve und Geldern beherbergen könnte. Solche Anfragen haben auch die Kommunen erhalten.

Für Kollegs noch ungeklärt

„Der Kreis hat sich zu diesem Schreiben jedoch bisher nicht geäußert, weil es noch internen Klärungsbedarf gibt“, erklärt Keuken. „Selbstverständlich“ werde die Antwort des Landrats aber fristgerecht bei der Bezirksregierung eintreffen. Das muss wohl bis 14. Januar erfolgen.

Peter Wolters, Direktor des Berufskollegs Kleve, möchte gerne bald bestätigt bekommen, dass er „seine“ Turnhalle wieder nutzen kann. „Derzeit müssen wir die Schüler mit Bussen zu nahen Turnhallen und Sportstudios transportieren, denn zumindest die Vollzeit-Bildungsgänge brauchen auch ihre Sportstunden“, etwa im gymnasialen Zweig.

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